Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1840)
- Date
- 1840-01-25
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
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48 zu dem gemacht, was er war und was in einer Person vereinigt nicht mehr wiederkommt, ebenso wenig als die von ihm durchlebte Periode. Unter seinem Nachlaß befinden sich' unter anderen Manuskripten seine nach den syrischen Recensionen völlig ausgearbeitete, sauber in Quadratschrift mit Punkten copirten hebräischen Uebersetzungen des Sirach und der Maccabäer, gedruckt ist von ihm bloß 18.19 eine beißende Streitschrift, das m*o Dpi napi Din. Sein wichtigstes Monument ist jedoch der hiesige Tempel, dessen Mit-Stister, Liturg und vieljähriger thätiger Direktor er war. Am Sabbat nach .einem sehr zahlreich begleiteten Leichenbegängniß, ward in der Hauptsynagoge das übliche D-ann s?a Vs abgesungen und im Tempel nach beendigter Predigt eine besondere Gedächtnißfeier, ähnlich der Tobten - feier am Versöhnungstage, gehalten, deren vorzüglichster Bestandtheil den „Nachruf" von dem Prediger Herrn Dr. Salomon wir mittheilen werden. München, 23. Dez. Sr. Maj. der König haben endlich allen Landwehrmännern nichtkatholischer Konfession gestattet, bei Kirchenparaden Und Processionen, wo das Sanktissimum getragen wird, wegzubleiben, und so ist auch diese Angelegenheit zu Aller Besten wieder zu Ende gebracht. Preußen. Berlin, 10.Januar. .Die Leipz. Allg. Zeit, enthält folgenden würdigen Artikel von hier. Einem Gerüchte zufolge sollen bereits in der ganz nächsten Zeit in den bürgerlichen Verhältnissen der Juden in Preußen mancherlei Aenderungen.eintrcten. Ob diese aber aus ihre künftige bürgerliche Stellung von wesentlichem Einflüsse sein werden, ob ihnen Conressionen gemacht werden, ist für jetzt noch unbekannt. Am wahrscheinlichsten dürfte die Version sein, nach welcher die jüdischen Einwohner der neupreußischen Provinzen in ihren Rechten denen der altpreußischen völlig gleichgestellt werden sollen. So vielen Widerspruch diese Gleichstellung, namentlich im Großherzogthum Posen, noch vor einigen Jahren unter den Juden selbst gesunden haben würde, da hiemit die allgemeine Militairpflichtigkeit verbunden ist (die übrigens, nicht wie einer Ihrer Correspondenten von hier sagt, drei und fünf, sondern ein und drei Jahr im stehenden Heere während der Friedenszeit dauert), so sind wir überzeugt, daß sie gegenwärtig mit Dank ausgenommen würde, da so manche frühere Vorurtheile bereits geschwunden sind und die steigende Volksaufklärung, die auch dort durch zweckmäßigen Schulunterricht immer mehr Raum gewinnt, den Rest jener schroffen Absonderung, wenigstens von einer Seite, bald gänzlich aufheben wird. Betrachten wir die Verhältnisse der Juden in Preußen näher, so müssen wir eingestehen, daß ihnen jene Vorwürfe, die man den Juden in manchen andern Staaten noch macht, schon seit längerer Zeit nicht mehr zur Last fallen; der größere Theil derselben gehört zwar dem Handelsstande an, indessen ergeben die statistischen Tabellen ebenfalls eine immer mehr und mehr zunehmende Zahl Künstler und Handwerker unter denselben, die aber noch zunehmen würde, wenn der jüdische Handwerker nicht mit so manchen gegen ihn herrschenden Vorurtheilen zu kämpfen hätte, die aber hoffentlich die Zeit beseitigen wird. Jenes Uebergewicht des Handelsstandes hat aber seinen Grund in der größern Wohlhabenheit der Juden und den in Preußen bestehenden Gesetzen, wonach kein Jude irgend eine Anstellung im Staate zu erhalten fähig ist; er wird daher' durch die Nothwendigkeit darauf hingeführt, sich einem Stande zu widmen, der seiner Erziehung und seinen äußern Verhältnissen entsprechend ist, wie dieses ja auch bei der wohlhabendern Klasse der christlichen Einwohner der Fall ist, aus welcher man selten Handwerker hervorgehen sieht, wenn das Handwerk sich nicht gleichsam in der Fa- ,milie vererbt, oder weniger befähigte Söhne nur wegen ihrer geringern Befähigung zu einem andern Stande, sich dem Handwerkerstande widmen. Berlin, 14. Januar- (Privatmitth.) Jetzt, wo allgemein eine gewisse gesetzliche Veränderung unserer Verhältnisse vorausgesagt wird, ist es wol Zeit, einmal auf bescheidene Weise die Wünsche auszusprechen, deren Erfüllung wir in Preußen erhoffen. Daß unsere hohe Staatsregierung durchaus nicht gesonnen ist, der religiösen Entwickelung von 200,000ihrer Unterthanen hemmend entgegenzutreten, hat die jüngste Zeit hinlänglich bewiesen. Daß sie aber damit extremen Richtungen nicht geneigt ist, giebt die Vergangenheit. Daß jene Beschränkung, welche dem früher» vollständigen Emancipationsgesetze wurde, nach der Juden keine öffentliche Anstellung erhalten können, aufgehoben werde, dieser Hoffnung dürfen wir, allem Anschein nach, jetzt nicht Raum geben.