Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1840)
- Date
- 1840-01-11
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
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49 Es zeigt aber auch hier, wie verfänglich es sei, sich zu Principien zu bekennen, deren Consequenzen man zurückweisen zu müssen glaubt. Preßburg, 13. Dcz. (Privatmitth.) Inder heutigen hiesigen Zeitung berichtet eine Correspondenz aus dem Markte Holics, daß daselbst in der Nacht vom 4. auf den 5. d. M. eine schreckliche Feuersbrunst Verwüstungen angerichtet habe, durch welche auch viele jüdische auf den Bettelstab gekommen, und in der gegenwärtigen rauhen Jahreszeit ohne Obdach geblieben sind. Ich theile Ihnen dieses unglückliche Ereigniß in der Hoffnung mit, daß die verunglück-' ten Familien auch unter ihren Brüdern in Deutschland Theilnahme und Unterstützung finden werden. Wien, 4. November. (Privatmitth.) Es ist vielleicht keinem heutigen israelitischen Einwohners bekannt, daß der 4. November einst ein furchtbarer Schreckenstag für ‘feie hiesigen Israeliten gewesen; und doch ist es ja der jüdischLL^Lehre und Sitte so sehr angemessm, sich in SamF der des Friedens an «be Zeiten de^VergangeM^Wt erinnern. An»MNovember 1406 näinlich'WM hier in der JudeHMe Feuer aus. ^Sogleich sieWauf die Juden der Verdacht, sie hattest es auf die ganze Stadt abgesehen. Der Pöbel benutzte die willkommne Gelegenheit, und plünderte die brennenden die vom Feuer noch verschonten Judenhäuser. Gäss^ drei Tage hielten sich die Juden in Kellern versteckt, damit nicht ein Blutbad die Unthat der Plünderung voll mache. Dem scharfen Befehl des Rath's, das Geraubte zurückzustellen, wurde nicht genüge geleistet, weil, wie ein bekannter Geschichtschreiber sagt, das, in dem unglücklichen Bruderzwist von Oben ausgehende, Beispiel allen Gehorsam und alle Ordnung verbannt hatte. Nikolsbürg, 12. Dez. (Privatmirth.) Es wird einmal zur wesentlichsten Nothwendigkeit, eine wohlgemeinte, aber tiefe und dringende Mahnung ergehen zu lassen, daß das geistliche Oberhaupt von 6000 israelitischen Familien, das hier residirt, durch ein konsequentes, nicht hin und her schwankendes Betragen, dem dann der Schein des Eigennutzes auflastet, die Interessen seiner Schutzbefohlenen " zu gefährden. Der Herr Landesrabbine Trebitsch mag überzeugt sein, daß es kein böswilliger ist, der diese? Worte an ihn richtet; es ist hier auch nicht von Orthodoxie die Rede;; sondern allein von der reellen, praktischen Wirklichkeit, der Gerechtigkeits - und Wahrheitsliebe unserer hohen Behörden gegenüber. Nichts schadet dem Ansehn des Geistlichen, und somit sowol der Religion, die er vertritt, als auch der Gemeinde, der er Führer sein soll, mehr, als wenn jener in Widersprüche mit sich fällt, die den Unwillen und die Rügen hoher Behörden nach sich ziehen müssen. Es soll hier durchaus nichts Einzelnes angeführt, sondern nur mit herzlichem Worte er bedrungen werden, um der Religion willen, der er eifrigst anzugehören sich rühmt, in Zukunft solche Anstöße zu vermeiden, und sich-des hohen Standpunkts, den er einnimmt, so würdig zu zeigen, daß ihm nach Würde auch geschehe, und unsre Würde auch bewahrt bleibe. Die Erweise liegen vor. Preßburg, 17. Dez. (Privatmitth.) Diefalsche JnsinucDoD*rß^<Arad, als ob unsere Primärschule keine üffcn'tWh^sei, ist zwar schon in diesen Blättern widerlegt stvörden. Da aber solche für unsP-z Anstalt von wesentlichster Bedemung*iWso gestatten Sie wohl hier den Abdruck einiger Stellen der Originalurkunde, nach der sie unter Aufsicht lobf. Oberstud^endirektorats gestellt, LehreranstelluiH, MM thod,e und die Schulbücher dem Schulsysteme anaemessen sein, die Jnspektorenwahl von dem löbl. ptu,* dicndirektorate und der hohen königl. Statthallerei bestätigt werden müssen :c. Jene Stellen lauten: Su;i Majestas Sacratissinia relatc ad proposita:n coordiuatioiiem scholae germanico-Hebraicae Posonieusis vigore Aitissimae rcsolutionis liegis d. d. 27. Jan. 1832 editae sequentia statuere dignata est: J° Ut.... scliola haec velut publica futura ev toto siiperinspcctioue Praeturae D. Vcstrae qua superioris districtualis studiorum Directoris eadem prorsus relatione snbsit, prout iu systemate literarin de aliis scholis publicis.praescriptum est etc. Pre«ßen. Magdeburg, 30. Dez. (Privatmitth.) Am gestrigen Tage fand hier in der Synagoge ein öffentlicher Gottesdienst statt, zur Gedächtnißfeiec des an diesem Tage im vorigen Jahre verstorbenen Rab- 4»nen der Gemeinde, Herr Moses Salomon, abge- Wlten. Es wurden angemeßne Psalmen gesungen, mir Predigt gehalten und übliche Gebete gesprochen, zwischen dem Mincha- und Maaribgebete. Die Kan-