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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-01-04 · Heft 1 (4.1.1840) · p. Seite 10

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 1 (4.1.1840)
Date
1840-01-04
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 klagen, des Rabbi Israel Askenasi: die europäischen hatten den Tod vieler bedeutender Männer zu betrauern, worunter wir Peter Beer, Joseph Perl, Moses Soser, Orenstein in Lemberg, Bernstein in Amsterdam, Lipschitz in Warschau, namentlich aufführen. Drei bedeutende Schulen sahen wir gründen, zu Nickolsburg in Mähren, zu Riga in Rußland, zu Altona; die Schule zu Seesen erlitt eine bedeutende Umformung. «'Schluß folgt.) Belletristik. Aminha vor dem Könige Mathias. (In Kurzem erscheint eine Ucbersetzung des vorzüglichen Romans eines berühmten magyarischen Dichters: „Die Böhmen in Ungarn, historisches Gemälde aus dem Zeitalter Mathias des Ersten, nach dem Ungarischen des Freiherrn Niclas von Josika, von Herrman Klein. Pesth. Heckenast. 4 Bde. 1840." Wir geben hier eine, an sich verständliche, uns zugesandte Scene. Mögen die Gesinnungen Aminha's Anklang finden in dem Herzen ihrer Glaubcnsgenossinnen. Man vergesse nicht, daß die Hand eines christlichen Dichters diese Jüdin gezeichnet. Redakt.) Wir erblicken Aminha in einem Prunkgemache des königlichen Palastes. Die Fenster boten die Aussicht gegen die Jster; der warme würzige Hauch des jungen Frühlings begann die hohen Weidenbäume der Donauinseln mit frischem Grün zu bekleiden, auf dem weichen Sammtrasen des Blocksberges weideten Schafe mit ihren hüpfenden Lämmern; die Sonne hehr und hoch über dem alterthümlichen Pesth, und ihre Strahlen schossen Alles neubelebend und in ein glühendes Colorit tauchend hernieder. Im Gemache hingen prachtvolle Venetianer Spiegel und mehre Oelgemälde, sonst war an den lichtgrün ausgeschlagenen Wänden rings umher kein Zimmergeräthe angebracht; acht Armsessel standen frei auf dem eichenen Fußgetäfel. In dem einen saß König Matthias wie gewöhnlich in einem einfachen dunkelfarbigen Dolmüny, der vorne offen stand und die gestickte blendendweiße Halskrause sehen ließ; ferner Dionisius Szechi der Erzbischof von Gran, Vincentius der Bischof von Waitzen, Ladislaus Hedervüri von Erlau, und Johann Vitvz von Großwardein; diesen gegenüber saß Aminha in ihrer herrlichen morgenländischen Tracht, neben ihr ein hochgewachsener Mann in schwarzem Talar, derselbe Priester, der Aminha in den christlichen Glauben eingeweiht hatte; links stand gebeugten Hauptes ihr greiser Vater Abraham. „Deinem Wunsche gemäß, sagte der König huldreich: mag auch dein Pflegevater zugegen sein; erkläre dich frei und unumwunden, meine Tochter! Mehre Wochen sind bereits vorüber, seitdem dir die herrlichen Wahrheiten unseres heiligen seligmachendm Glaubens verkündet worden, sage! haben diese in deinem Herzen Anklang gefunden und Wurzel gefaßt!" Aminha erhob ihr Antlitz mit solch sanfter frommer Demuth, daß man sie nicht ohne Theilnahme betrachten konnte. Ueber Abrahams Glieder fuhr ein leises Zucken, seine Knie schlotterten, seine Nerven bebten. Der König winkte, und der greise Israelit sank erschöpft in den Sessel. Die Jungfrau schien sich zu sammeln, um auf die Frage des Königs zu antworten, endlich begann sie: „Die schönen, edlen und göttlichen Lehren, Satzungen und Wahrheiten des christlichen Glaubens müssen in jedem reinen, fühlenden Herzen Anklang finden! — Die ewige Weisheit verehrend und anbetend, prägte ich sie tief in meine Seele ein, und auf den Mann Gottes, der sie mir offenbarte, bin ich so stolz, wie auf einen meiner frommen Glaubensgenossen!" „Und du willst dennoch Jüdin bleiben? — bemerkte Vitez lebhaft: — sehen und gutheißen das Bessere, und das Mangelhafte befolgen?" „Ehre Gott, liebe deinen Nächsten! — das ist der Inbegriff deines sanften Glaubens, Christ! sagte die Jungfrau begeistert, und mit der der Wichtigkeit des Augenblickes angemessenen Würde. — Ich so wie Ihr, verehre Gott und liebe Euch!" Doch nicht im Sinne der heiligen Offenbarung des Heilands, siel der Erzbischof Dionisius Szechi ein. „Ich verehre ihn! fuhr Aminha fort, demüthig und gläubig ihre Augen zum Himmel erhebend, während sie ihre zarten Händchen über die Brust kreuzte: — ich verehre ihn wie Abraham, der bereit war auf kein Gebot den Sohn zu opfern; wie Moses, dem

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