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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-01-04 · Heft 1 (4.1.1840) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 1 (4.1.1840)
Date
1840-01-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 brauch im Gebet zu Jehova, dem Allmächtigen wende. — Ewiger, aller Könige König! der Du Deine Macht, Weisheit und Herrlichkeit denen verleihst, die von Dir eingesetzt, Deine Stelle auf Erden vertreten , um ihren Völkern ein Vater zu sein, der Du aller Menschen Vater bist, o laß Deinen Segen auf unserem geliebten Könige ruhen, stärke Ihn, daß Er während einer langen und reichlich gesegneten Regierung Seines Volkes irdische Wohlfahrt immer herrlicher emporblühen sehen, und dessen ewiges Heil begründen möge, damit Sein landesvätcrliches Herz, welches Alle mit gleicher Liebe umfaßt, erfreut werde durch treue, gottesfürchtige und aufgeklärte Unterthanen, welches allein dem Leben Werth gicbt und den Geist des Volks erhebt! — Ein solcher Segen kröne Ew. Majestät Haupt! Lange lebe unser allergnädigster, unser geliebter König!" Sr. Majestät der König geruhten hierauf folgende Antwort zu ertheilen: „Mein verewigter Vorgänger hat Ihren Glaubensgenossen eine Fürsorge angedeihen lassen, die Sie auch von mir erwarten können. Ich danke Ihnen herzlich für die Gebete, die Sie zum Allerhöchsten für mein Wohl aufsteigen lassen, denn von ihm kommt ja alles Gute, alles was das Leben verherrlicht, und auf seinen Beistand vertröste ich mich, daß er mir Kraft verleihen werde, meinen hohen Beruf zu erfüllen: das Glück meines Volkes und darunter auch das der Bekenner des mosaischen Glaubens in meinen Sraaten. Ich hoffe, die Stellung Ihrer Glaubensverwandten in den Herzogthümern zu verbessern, welche derjenigen, die sie in Dänemark cinnehmen, nicht gleich ist. Ich habe mich selbst von den Fortschritten überzeugt, die hinsichtlich Ihres Religionsunterrichts gemacht worden sind. Fahren Sie so fort und sein Sie von meiner Gewogenheit versichert." Oesterreich. Wien, J2. Dez. (Privatmitth.) Der wohlthätige Einfluß der Corporationen wird in neuester Zeit zu sehr gewürdigt, als daß nicht die alten, oft verkannten rrnan wieder zum Vorschein kommen sollten. So ist hier neben dem Waisenvereine, von dem ich Ihnen bereits geschrieben, auch ein Gewerbsverein im Werden, dem das beste, schnellste Gedeihen zu wünschen ist. — In Pesth haben sich aus der Elite der Jsraelitengemeinde achtzehn Mitglieder zu einem Lesezirkel vereint, in welchem alle, Juden und Judenthum betreffenden Journale und Schriften angeschafft werden sollen. Wie ich höre, gedenkt dieser Verein späterhin seine Wirksamkeit auch auf Unterstützung und Beförderung nützlicher literarischer Unternehmungen auszudehnen. Es ist dies um so lobenswerther, als gerade wissenschaftliche Bestrebungen mit Hemmnissen und Hindernissen jeglicher Art zu ringen und zu kämpfen haben, und ihrem, nur dem Gebildeten nahegehenden Interesse nach, die geringste Theilnahme finden. Das progressive Element, welches in der Pesther Gemeinde das vorherrschende ist, wird gewiß auch diesem Privatvereine eine gemeinnützige Richtung geben. Pesth, JI. Dez. (Privatmitth.) Die menschenfreundliche Gesinnung, welche in Ungarn gegen die Israeliten herrscht, spricht sich auf die deutlichste Weise in den ungarischen Journalen und Zeitschriften aus, welche kein jüdisches Verdienst ohne Würdigung und Anerkennung lassen. Die magyarische und deutsche Tagesliteratur in Ungarn beobachtet gegen die Israeliten ein gerechtes, humanes Betragen, das nicht genug gelobt werden kann. Heute tyeile ich Ihnen aus der Ofner (politischen) Zeitung vom 5. d. M. einen Artikel mit, der um so beachtenswerther ist, als er einen christlichen Verfasser hat. Er bespricht das, in diesen Blättern bereits erwähnte trript nV’ von Chorin, und lautet wörtlich wie folgt: Wenn ein 73 jähriger Greis, ausgezeichnet durch Amt und Geistesbildung, und glühend für Licht, Wahrheit und Recht, bei einer hochfeierlichen Veranlassung seine Stimme erhebt zu Nutz und Frommen des Volkes, dem er angehört, der Religion) welche er bekennt und lehrt; so kann er einer erhöhten Theilnahme und Aufmerksamkeit um so gewisser sein, je schwerer der Kampf war, den er bereits zu bestehen hatte, .je größer die Hindernisse sind, die er noch zu besiegen hat. Diese Theilnahme und Aufmerksamkeit nehmen wir, besonders von Seiten des israelitischen Theiles unserer Leser, für vorliegende Schrift in Anspruch. Hr. Oberrabbine Chorin in Arad feierte vor einigen Monaten sein Amtsjubiläum, und benutzte dieses Ereigniß seiner Accomodationstheorie gemäß, welcher zufolge er während seiner langen Amtsführung bemüht war, Satzung und Leben in Einklang zu bringen, sich vor seinen Freunden und Amtsgenoffen offen auszusprechen, seine dießfälligen Ansich-

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