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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-01-04 · Heft 1 (4.1.1840) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 1 (4.1.1840)
Date
1840-01-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Gewände der Phantasie Wahrheiten unsrer Gotteslehre und Aufklärung über große Geschichtsepochen dem Gemüthe des Israeliten näher zu bringen. Abseitens dessen dienen zu demselben Zwecke Bruchstücke aus ungedruckten Predigten, welche, ohne die weitläufige Form des strengen Vortrages, Gedanken und Gefühle aus dem Kreise des israelitischen Lebens in anregender Betrachtung heranbringen sollen.' Fügen wir dem nun noch hinzu, daß, wie Israel ganz in seiner Geschichte wurzelt, auch hiesür durch einzelne Geschichtstableaux der Blick hell und wach gehalten werdet daß manche seiner früheren Gewohnheiten als Antiquitäten gezeichnet werden, daß unter der Rubrik „Auszüge" auch Ideen und Schilderungen aus größeren Werken, welche an unser Bereich streifen, mitgetheilt werden, und wir hätten unser Gebiet geschlossen, wenn nicht die äußeren und inneren Verhältnisse uns zwängen, auch der P.olemik ihre Forderung zu befriedigen, wo theils in der „Journal-Revue" in Bezug auf die Tagesliteratur, theils in „Polemischen Bildern" auf weitere Angriffe hingeblickt wird. Schon diese gedrängte Darstellung, aus welcher unsre bisherigen Leser manche neue Rubrik ersehen haben werden, giebt zu erkennen, daß es sich hier um keine Parteiung, um keine einseitige Entwickelung handelt, sondern um das ganze Judenthum, um dessen Belebung, Aufrichtung, Rechtfertigung und Zeichnung. Wir Alle ringen nach einem Ziele, das Bekenntniß unsres Glaubens in's Licht der Wahrheit zu bringen, nach innen und außen, den Juden in sein Menschenrecht zu setzen, den gedrückten zu erheben, den zurückgebliebenen vorwärts zu führen, Jedem seine Bahn zu erleichtern! Dazu reichen wir uns brüderlich die Hand, und kein theilnehmendes Herz bleibt zurück! Der Redakteur dieser Zeitung glaubt aus den bisherigen Leistungen dieses sein Ziel, diesen seinen Zweck bereits erkannt. Derselbe wird auch in der Folge, ihn sestzuhalten sich bemühen. Selbst hie und da ein Mißgriff im Strome der Zeit kann Niemanden irre machen. Immer gediegener, und der eigentlichen Bestimmung für das allgemeine Publikum gemäßer den Inhalt dieser Blätter zu machen, ist sein Bestreben. Die Verbindungen, die er deshalb angeknüpft, reichen über alle Länder der civilisirten Welt. Und so hofft er, daß durch den kräftigen Beistand des Publikums dieses das Judenthum in allen seinen Beziehungen repräsentirende Zeitblatt immer mehr dieser herrlichen Aufgabe genügen werde. Die Redaktion. Zeitungsnachrichten. Türkei. Konstantinopel, 23. Nov. Die neueste Nummer der türkischen Staatszeitung (Takwimi Wakaji) vom 15. Namasan (21. Nov.) enthält einen Firma», welcher bei Veranlassung der Bekanntmachung des berühmten Hattischerifs an sämmtliche Statthalter der Provinzen erlassen worden, und welcher unter Anderm Folgendes enthält: „Ich habe zur Kundmachung dieses meines Großherrlichen Hat am 26. des letztverflossenen Monats Schaban in Gülhane einen großen Divan gehalten, zu dem die Großwürdenträger des Reiches, die Ulemas, die Beamten hohen und niederen Ranges, die Gesandten der befreundeten Höfe, alle in meiner Residenz befindlichen Scheiche und Jmame, der griechische, armenische und katholische Patriarch, der Ober-Rabbine und die Vorsteher aller Zünfte der Raja's geladen waren rc. Ich will, daß von heute angefangen, Jedermann, d. h. die Gesammtheit meiner Unterthanen, sowol Muselmänner als Raja's, sich der vollkommnen Sicherheit desLebens, des Eigenthums und der Ehre erfreuen; — es soll der gerichtliche Proceß eines jeden Menschen öffentlich nach Recht und Gesetz verhandelt, und vor Fällung des Urtheils keine Strafe vollzogen werden rc. Vor dem Gesetze sollen Alle, Groß und Klein gleichgehalten werden rc." Mag nun von diesem kaiserlichen Hattischerif auch nicht sämmtliche Verheißungen in Erfüllung gehen: überaus wichtig ist die Verkündigung solcher Grundsätze aus türkischem Munde; es ist doch nun ein Gesetz da, worauf sich die Mißhandelten berufen können — man kann es nicht leugnen, es ist der glänzende Beginn einer schönen Bahn, deren sich der Israelit vorzüglich zu freuen hat. Wien, 10. Dezember. (L. A. Z.) Die in der Preuß. Staatszeitung gemeldete Nachricht, daß die

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