Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1840)
- Date
- 1840-01-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Jahrgang. Zeitung c tu c t n e <55R No. 1. Iudenthnms. E t tt unpartheiisches Organ für altes jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Br. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concessi'on) Leipzig, den 4. Januar 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Vogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitüngsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. An die Leser. Die drei Jahre des Bestandes dieser Allg. Zeit, des Zudenthums waren für uns ein großes Gebiet der Erfahrung und des Fortschrittes. Indem wir dem Gange der Ereignisse sorgfältig nachfolgten, indem wir immerfort mit dem Publikum in die vielfachste und belebteste Berührung traten, haben sich die Idem sestgestellt, die Lendenzen vergewissert, und dem Bedürfnisse, auch dieser Mg. Zeit. d. Jud. immermehr diejenige Richtung und Haltung zu geben, welche die Zeit und das höhere Ziel, das wir in ihr in der Tiefe bewahren, erfordern, muß immerfort Genüge geschehen. Die Zeit, die ununterbrochen gebärt und aussondert, zu Tage bringt und vom Lage trennt, muß auch einem Blatte, welches sie abzuprägen bestimmt ist, den Charakter der Beweglichkeit und organischen Fortbildung geben. Es ist die eigentliche Tendenz dieser Mg. Zeit, des Judenthums, das ganze Leben des Letztem in der Gegenwart zum Aus- und Abdruck zu bringen, und hiermit zugleich dasselbe zu wecken und fortzuführen. Alle seine Ideen, wenn auch in mannigfachem Gegensätze, alle seine Richtungen und Zustände, alle seine Begebenheiten und Vorkommnisse in größerem oder geringerem Rahmen dem Leser vorzuführen, alle seine Bestrebungen zu entwickeln und in ihrer Entfaltung zu fördern. Darum werden in den Zeitungsnachrichten die Tagesbegebenhciten, die in unser Gebiet fallen, auf's schnellste und der Wahrheit gemäßcste, berichtet, in der Tagescontrole dieselben, je nach ihrer großem Wichtigkeit besprochen, in den Korrespondenzen Bilder der verschiedenen Gemeindezustände und Anstalten gegeben. Insofern aber die Erzeugnisse der Presse wesentlich zu dem Leben eines geistigen Verbandes gehören, wird in den Literarischen Nachrichten Kunde von dem Bedeutendsten in der Literatur, was an das Tageslicht tritt, verschafft, und Literarische Uebersichten mit einzelnen Kritiken werden auch dem allgemeinen Publikum Rechenschaft, was bezweckt und geleistet wird, ertheilen. Neben diesen, dem Momente der Gegenwart gewidmeten Rubriken, tritt aber das geräuschloser und innerlicher wirkende Geistige in unfern Kreis, und fordert sein Recht. Hier sind es die gangbarsten, großartigsten und kräftigsten Ideen unsrer Religion und unsrer Religionsphilosophie,. welche, so viel als möglich im populären Gewände, unsre Glaubensgenossen auch in das innere Heiligthum führen, sie von dem ewigen Walten und Ringen des Geistes in unserm Glauben überzeugen, und ihre religiöse Erkenntniß geleiten und auf daS Höchste richten sollen. Da es aber nach dem Bedürfnisse unsrer Zeit nothwendig ist, daß der Geist sich in frischem Weben belebe und begeistre, so wird hier auch öfter die Dichtung zur Hülfe gerufen, um im