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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-12-20 · Heft 152 (20.12.1838) · p. Seite 613

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 152 (20.12.1838)
Date
1838-12-20
Page
Seite 613 (sequence 3)
Language
German
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615 ga's von der Mission des Geschlechtes, von dem wir in gerader Linie abstammen, ausgesprochen hat. Nun! es ist der Sohn Beor's, nachdem ihm der Geist des Lebendigen begegnet war. Er, der vor diesem Ereignisse in seinem, wüsten Brüten, Gesichten entgegen ging, und sich auf ein eminentes Fluchen einrichtete, sprach, nachdem ihn der Geist klüger, als sein lastbares Thier es war, gemacht hatte, von einer Mission jenes Volkes in den Wüsten, und noch dazu von einer nicht geringen Mission. — Nun ließe sich, zwar behaupten, und Viele, die ich kenne, werden nicht säumen, dies zu thur? — daß zwar Bileam, oder vielmehr der Geist, der aus ihm sprach. Recht gehabt; daß aber diese Mission langst vollbracht sei, und daß der Träger derselben längst dimittirt und abgelohnt worden sei. — Ob der Herr Dr. K. Gutzkow so sprechen würde, weiß ich nicht, möchte es aber bezweifeln. Sprache er in dieser Art, so würde er doch daran erinnert werden müssen, daß auch das Urtheil dieser Gläubigen an eine Mission und ihre Erfüllung, nicht so weit gehe, von jenem Datum der Erfüllung an, dem Judenthum jede fernere Mission abzusprechen; sondern vielmehr weiter; indem sie ihm eine negative beimessen, eine Knechtschaft des Zorns, und in dieser Art ist wol jenes mehrfach beregte „Wunder aller Wunder" des Magus im Norden aufzufassen. Der Einsender dieses ist nun gar nicht abgeneigt, hätte er die Wahl zwischen dem absoluten Nichts, oder besser, Garnichts, der Bedeutungslosigkeit und der ihm angesonnenen negativen Mission die negative Größe der Null noch vorzuziehen. Jedoch auch in dieser Verlegenheit der Wahl befindet er sich noch lange nicht. Denn es würde dem gläubigen Doctor doch immer ein Ende des Endes, eine. Verherrlichung zur Zeit der „Rückkehr in den Wolken" als vollgläubigen Chiliasten entgegen gehalten werden können. Soviel für die Seite der Rechtgläubigkeit. Ein wenig besser, — denk' ich — steht es mit der andern für die Hypothesis der Mission. Es ist nämlich Bileam und sein Thier ein Postscript und pius anachronismus, wie man neuerdings stark behaupten will; doch in diesem Falle bezöge sich gewiß die Bejahung der Mission auf ihren ostensiblen Gegenstand, dem der Herr I)r. sie abspricht, und dann wäre es noch sehr die Frage, ob irgend Jemand dann noch mit einiger geringen Wahrscheinlichkeit zu behaupten im Stande wäre, daß es mit jener Mission ganz und gar vorbei, daß sie erloschen sei. Ueberhaupt muß es wol einem Jeden, der von dem Wesen eines exceptionellen Geschlechtes eine geringe Ahnung hat, befremdlich Vorkommen, daß ihm irgend eine Mission, und namentlich eine Mission in der Richtung und de.r Bestimmung abgesprochen werde, in welcher eben jenes Exceptionelle liegt. Der Herr Professor Leo z. B. von dem man eben nicht sagen kann, daß er sich unser liebevoll angenommen hätte, gesteht uns doch eine Art Mission zu, wenigstens unseren Vorfahren, und zwar eine Misston, die dem Gotte, dem er diese als Intention zumißt, zur besondern Ehre gereichen würde. Lehrt der Herr Leo doch ausdrücklich, daß der Sionitische Gesetzgeber gerade ein Beispiel zum Abschrecken in seinen Institutionen und an uns selbst vom Anfang an habe statuiren wollen. — Damals, als er noch selber Hegeling war und hegelingisch seine Gedankenprocession vollzog, gab er dem Judenthume, sich selbst und seinen Cabinets - Legitimisten gegenüber, sein volles Recht. Wer könnte das mehr anerkennen, als der Schreiber Dieses. Der Leonische Gott installirte in höchster Person den Helotismus, mit allem Zubehör, als Vogelscheuche für Cananitische Molochsdiener, Babylonische Astarten und Belus-Knechte, und Sidonische Fischgottanbeter, und, damit das närrische Völkchen seine Narrenkappe mit Anstand, zum Ergötzen der Vorfahren und Nachkommen Leos, tragen möge, schmeichelte er ihm mit dem Titel des ,auserwahlten." Leo hat, wenn auch keine große Meinung, doch irgend Eine, wenigstens nicht: gar keine, von einer Mission des Judenthums; und wir möchten doch nicht, daß Herr Dr. Gutzkow von ihm in dieser Hinsicht überflügelt werde. Es ist doch fürwahr eine unerhörte Unhöflichkeit, auch nur von irgend Einem zu behaupten, er wäre ein „Garnichts" geschweige denn von einem Religionsverbande, der viele Millionen Individuen umfaßt. So was behaupten, ist nicht sowol ein Lästern; nein! es ist mehr: es ist ein „Vorbeischießen!" eine Einfältigkeit, eine Wagner-Unschuld, die in dem Pudel nichts entdeckt, als des „Studiosen freundlichen Compan!" Ein wenig besser machen es die witternden feinnast'gen Fauste, die den reisenden Scholastikus durch das Zottelfell hindurch erkennen, und was Dämonisches ahnen, wo die leichtfertige Prosa nichts gewahr wird, und wäre es was Diabolisches. Ja, das möchte noch hingehen, wenn man nicht anderwärts das Wittern so gut verstände, und, wie ein Naturmensch aus den Wäldern Canadas, die Fußtapfen des Weißen heraus zu schnopern verstünde! — Ein Gar-nichts, gar keine Mission! — nein, dagegen streite ich pyx kai lox, und wenn man dies auch nur von mir allein behauptete: so aber, von meinem ganzen Volke; von einem ganzen großen, alten Stamme — das ist zu wenig! das ist zu viel! Nun gut! ich will das Aergste verschmerzen, nachdem ich mich feierlich dagegen verwahrt habe. Allein das kann

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