Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 147 (8.12.1838)
- Date
- 1838-12-08
- Page
- Seite 592 (sequence 2)
- Language
- German
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392 zu einer Zeit, wo im größten Theite des damaligen Königreiches der Niederlande, diese Steuerung die heftigste Opposition erweckt hatte, und es auch nie zur allgemeinen Aufnahme zu bringen im Stande war. Ref. bedauert zum Schluffe von ganzem Herzen, daß örtliche Umstande ihm zu seiner Zeit an den Beitritt zu besagter Steuerung hinderten, und macht als Besitzer aller 33 schottischen Grade keine Schwierigkeit zu betheuern, daß er die zwei neueren Grade nicht nur als die Quintessenz der achten Freimaurerei, sondern auch als die einzige mit dem Zeitgeiste übereinstimmende Institution des Ordens betrachtet. Zm Oc.'. zu 33-*. ±1 5538 S Indem der Red. dieser Zeitung diese ihm übersandten Bemerkungen mit großem Vergnügen aufnimmt, muß er gestehen, daß, da er selbst nicht Freimaurer ist, ihm auch die Beurtheitung der Sachlage nicht zusteht. Nur was er schon in No. 119 bemerkte, muß er wiederholen, daß es nämlich auf ein großes Zerwürsniß in den Prinzipien der Freimaurerei hindeutet, wenn diese nicht einmal einig ist, ob Anhänger eines andern, und zwar seit mehr als zwei Jahrtausenden in Europa anwesenden, also eben so europäischen Glaubens, wie jeder andere, in ihren Schooß aufzunehmen seien oder nicht. Wir muffen daher die Freimaurerei dahin drangen, sich selbst über diese Wesenheit ihres Charakters klar zu machen, wodurch denn die Streitfrage mit einem Male klar würde. Wir wollen nicht, daß die Juden als Eindringliche betrachtet, daß sie auch da als begehrlich verschrieen werden. Sondern daß, so die Freimaurerei keine confessionelle Färbung hätte, Juden ausgenommen, ffr sie in den Eränzen des streng christlichen Glaubens sich bewege, Juden ein für allemal abgewiesen würden. Was soll aber die Aneignung des Titels einer allgemein menschlichen Institution neben faktischer Ausschließungssucht? — Wir hatten den Wunsch, daß mehrere Journale in den verschieden rien europäischen Staaten diese unsere Erklärung Wiedergaben, um die Sache zur Entscheidung zu bringen. Wir persönlich könnten uns nie entschließen, in eine Gesellschaft zu treten, wo man hier als willkommner Gast ausgenommen, dort als unwillkommner zurückgcwiesen, wo man hier als zum Bruderbünde gehörig, dort als außerhalb desselben erklärt wird. Der Redacteur. Theologie. Ritus der Synagoge von Avignon,, beschrieben von Dr. Zunz, in Berlin. (Fortsetzung.) Neumond. Im Elohenu der Musaf-Tesilla heißt es: '-ai nbTinb nfirnnVi nma nbabaV:. In dem zweiten Elohenu, oder dem Jaale wejabo, am Schlüsse': •ji;pi N8L Iran nsaam lipy ntvn ■«»•uomi u. s. w. — Sabbat. An dem Vorabend folgt auf das Mincha» Gebet das Bame madlikin (Mischna Sabbat c»p. 2), wie bei den spanischen Gemeinden» wahrend selbiges nach dem Ritus von Sevilla und der deutschen Juden erst auf Maarib folgt. Alsdann: arm Sn -iwVk Hn (stakt dessen in Salonichi p Nn:n 'n üblich ist) und der fast überall aufgenommene Sabbatgesang Lccha-Dodi, welchem die Psalmen 92—93. 29 und ganz Kadisch folgen. Dem Maarib gehen die Verse Ps. 100, 4 und 20, 10 voran, aber nicht Wehu rachum, wiewol es ehemals selbst am Sabbat in Spanien üblich gewesen: Nach dem Schluß ViPi (mit dem Zusatz p*n* ö->;tt}rr Vsn), Weschamru (Exod. 31,16.17.), das halbe Kadisch, Tesilla (nebst dem innia*n aus Musaf, wie die Sefardim). Bei der Wiederholung mar* ps, Jigdal, Alenu und Kiddusch in der Synagoge. — Morgens wird mit Jigdal angehoben, und das Frühgebet bis zudem Kadisch nach ppn irrT'N fortgesetztdann 5 Bibelverse (mit “naa ■’rr ansangend, und p«i ps schließend) und die Psalmen 100 (Mismor letoda), 19 (Haschamajim), 33 (Ranenu), 34 (Ledawid beschannoto), 90 (Tcfilla lemoschv), 91 (Joscheb), 98 (Mismor schicu), 121 bis 124 (vier Stuftnliedcr), 135 (Hallelujah hallelu), 136 (Hodu, das große Hallel). Daß letzteres oder auch die Stusenlieder in den Kreis der Sabbat-Psalmen gezogen werden, bemerkt bereits Maimonides als Gebrauch einzelner Orte; beides vereinigt hat eben so der spanische Ritus. Alsdann folgen tm sn*’ dbirt, Kadisch, A. ben Esra's nnnos "O (vom Vorbeter abgesungen), das*i7Sr« "i'ii, Kadisch, Baruch Scheamar, die Psalmen 92 und 93, und wird wie alltäglich fortgefahren bis ins man (hinter As jaschir, Exod. 15): hierauf Gabicols xp"n 'iO'ia Va, oder ma\ir, das ‘ton? sind ‘p-nnai, Nischmat, welches in manchen Lesearten germanisch, in manchen sesardisch lautet. Alles Folgende, Jozer rc. und Tesilla, hat den spanischen Charakter. Im nni. heißt es: piai pita rt'rnn ‘pmim ps tfrüiTa; der Aushebung der Gesetzrolle aus der Lade gehen 3 bis 8 Bibelverse voran, die nach dem Wochenabschnitt oder der Parascha variiren, an welche sich 2 Chron. 0, 41. 42 (nnp und Ps. 5,8 (a*na nm) anschließcn. Bei der Aushebung folgt auf md:a ■'irn das soharische Berich schemch. Der Vorbeter vollziehet bei Vesot hatora, nach spanischem Gebrauch, die Hagbaha, und die Gemeinde spricht die Verse Ps. 19, 8—15 (Torat Adonai Temima). Hierauf den Vorbeter: iVp Iran rr* (bis aroia*1 ma), n'rrn (bis *ia ü^ainn), mit Ausnahme der Worte pria “p^a bis Oiriaa iur*, wofür vor?an srsn ein kurzes i:ma*a nrr