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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-12-08 · Heft 147 (8.12.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 147 (8.12.1838)
Date
1838-12-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n. z-hrg-°g. Allgemeine No. 14V. Zkitvng des Zudeilthumö. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer avergnädigfter Eoncession.) Leipzig, den 8. December 1838. ZeitungsnachrLchten. Amsterdam, 16. Nov. (Pkivatmitth). Der Letzte Aussatz in der geschätzten Allgemeinen Zeitung , des Judenthums No.- 119., über die Verhältnisse der Juden zu der Freimaurerei, und besonders über die Verweigerung ihrer Zulassung als Besucher in verschiedenen Logen Deutschlands, giebt dem Res. die Veranlassung, einer löblichen Redaktion besagter Zeitung hiermit einige mit diesem Gegenstände in Bezug stehende Notizen mitzutheilen, unter Ermächtigung, davon den beliebigen Gebrauch zu machen. Zu Amsterdam, wo seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts vier Freimaurerlogen: Concordia vincit animos, La paiv, La bien-aimee und La Charite, bestanden, war, bis noch vor kaum 28 Jahren, letztbenannte die Einzige, welche keine Juden als wirkliche Mitglieder aufnahm, ihnen aber deshalb nicht nur den Zugang als Besucher gestattete, sondern sie auch als Brüder oder Mitglieder des Ordens im Namen einer ihrer Schwester-Logen recipirte, welches der Fall mit Ref. selbst, als er sich 1869 wahrend des Sommers, wo außer La Charite keine der 3 andern Amsterdammer Logen gehalten zu werden pflegte, als Bruder und' Mitglied der Eoncordia vortragen ließ, und in deren Namen von der Charite in den 3 ersten Graden recipirt wurde. Späterhin zählte jedoch La Charite Juden nicht nur unter ihren eigenen Mitgliedern, sondern auch manche als Offiziere der Loge. — Nun ereignete es sich, daß kurz vor oder nach dem Abzug der Franzosen aus Holland 1814, — nachdem während deren 4jährigen Herrschaft sich in Amsterdam eine fünfte Loge gebildet hatte, welche auch noch jetzt, unter dem veränderten Namen Willem- Frederik bestehet, — ein junger sehr gebildeter Israelit, aus dem Norden Deutschlands, sich in Amsterdam bei der Concocdia vortragen ließ, und da der damalige Meister vom Stuhle dieser Loge der deutschen Sprache nicht mächtig war, übertrug er oem Ref. und einem geschickten jungen israelitischen Advokaten, seine Stelle zu vertreten und dem Neo^ phyten die 8 ersten Grade zu verleihen, welches auch ingehöriger Form geschah, und dem neuen Bruder das übliche Meister-Diplom zugestellt wurde. Allein kaum 4 Jahr nachher schrieb er an die Loge Concordia, aus Berlin, daß man ihm allda, gua Israelit, den Zugang als Besucher verweigere. Die Loge zog Erkundigungen ein, und nachdem sie die Klage gegründet befunden, und ihre Vorstellungen dawider von dem Orient in Berlin unbeachtet blieben, beschloß nicht nur sie selbst, sondern auch mehrere der übrigen Amsterdammer Logen, insoweit das jus talionis zu üben, daß kein von nun an in einer Berliner Loge aufgenommener Bruder als Besucher zugelassen werden solle; wie auch wirklich nicht lange nachher ein solcher Fall eintrat, und dem fremden Bruder nur unter dem Beding der Zutritt in eine der Amsterdammer Logen verstattet wurde, daß er sich anheischig machte, sich in Berlin für die Zulassung jüdischer Freimaurer wenigstens als Besucher zu verwenden. Dies geschah seinerseits auch, laut authentischer Beläge, aber vergebens. — Als mehrere Jahre später ein angesehener israelitischer Bürger einer großen holländischen Stadt Meister vom Stuhle der dortigen Loge war, und in dieser Eigenschaft bei der jährlichen Zusammenkunft der Deputirten aller holländischen Logen am Pfingstfeste in Haag zur Bildung des Groß-Orientes, unter Vorsitz Sr. König!. Hoheit des Prinzen Friedrichs der Niederlande, als Deputirter erschien, trug er auf die Verwendung des Groß-Orients überhaupt und des erlauchten Großmeisters insbesondere bei dem Orient in Berlin wegen Zulassung der Israeliten zuvörderst als Besucher und zunächst als Mitglieder des Ordens an. Nachdem dieser Vortrag öfters erneuert und von verschiedenen holländischen Logen unterstützt wurde, beschloß der Gcoß- Orient demgemäß zu handeln, und zwar vorläufig nur officieusement, um sich nicht unnöthigerweise einer Weigerung auszusetzen. Bei diesem Schritte scheint es nun, ohne Erfolg geblieben zu sein, da bald hierauf der Urheber der Motion mit Tode abging, und die Sacke nicht mehr mit dem nämlichen Eifer beim Groß-Orient betrieben worden. Wenigstens ist Ref., der sich damals indirekt für diese Sache sehr interessirte, von seinen Freunden in Holland nichts in dieser Hinsicht berichtet worden. Es mag hier wol an der Stelle sein zu bemerken, daß wol schwerlich ein Land zu finden sein dürfte, wo eine vollkommenere oder auch nur ähnliche Gleichstellung der Juden mit den andern Einwohnern, besonders in Hinsicht auf Zulassung als Besucher und Mitglieder, wie nicht weniger auf Ernennung zu allen Ehrenstellen und Funktionen in allen Logen, wie in Holland stattsande, wozu ganz gewiß das hohe Beispiel der außerordentlichen Humanität und vorurtheilfteien Philanthropie des erlauchten nationalen Großmeisters am kräftigsten eingewirkt haben mag, wo es denn auch nicht zu verwundern ist, daß die jüdischen Freimaurer in Holland zu den Ersten gezählt werden können, welche den beiden neuen rein philosophisch-moralischen Graden, welche an der Stelle der sogenannten schottischen, von 4 bis zu 33 fortschreitenden, traten, adhaerirten und zwar schon

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