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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-29 · Heft 143 (29.11.1838) · p. Seite 576

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 143 (29.11.1838)
Date
1838-11-29
Page
Seite 576 (sequence 2)
Language
German
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576 selben geheim gehaltenen Zwiegespräche, verbat er sich alle jene Zeremonien, die mit einer Leiche vorgenommen werden, verbat sich alles Beerdigungsgepränge und alle, „Parade." — Trotz der schmerzhaftesten Strenge eines herben Körperteidens, spiegelte sein Geist sich auf der ruhigen Oberfläche 'eines hel^ tern Antlitzes, das philosophische Ruhe, religiöse Ergebung und ein ungetrübtes Selbstbewußtftin ausdrückte. In diesen Stunden, so bald die schmerzhaften Todesboten ihn nur auf Augenblicke verließen, forderte er oft die allgemeine Zeitung des Judenthums, sein hohes Interesse an den Geschehnissen seiner Glaubensgenossen selbst im Tode noch bekundend. — Um 114- Uhr frug er noch, ob die, welche ihn warteten, auch nach fernem Willen mit Erfrischungen versehen worden.— Um die zwölfte Stunde der Nacht vom 8. zum 9. war sein Geist hinübergeschlummert zum Gotte Israels. - M. K. Frankfurt a. Main, II. Nov. (Privatmitth.). Erklärung. Herr Rabb. Hirsch hat in seiner neuesten Schrift meine theologischen Arbeiten mit leicht begreiflicher Heftigkeit angegriffen und zu meinem großen Bedauern in einem sehr beleidigend ironischen Ton, der mich nöthigt, seine Rügen, wie zwei früher gegen meinen Thariag erschienene Schriften unbeantwortet zu lassen, weil ich mich nie in einen literarischen Streit mit Jemanden einlaffen werde, der mir nicht mit der Achtung begegnet, die ein Freund der Wahrheit dem andern schuldig ist. Sollte indessen Herr Rabb. Hirsch sich dazu verstehn, die herabsetzenden Aeußerungen, deren er sich gegen mich bedientbesonders aber die tief verletzenden Worte, mit welchen er von mir scheidet, in diesem Blatte zurückzunehmen, so erkläre ich mich gerne bereitwillig, ebenfalls in diesem Blatte mich nicht nur gegen seine Angriffe zu vertheidigen, sondern überhaupt mit meinen Ansichten und Grundsätzen den seinigen entgegen zu treten, was am bequemsten in abwechselnden Aussätzen, Woche um Woche, geschehen könnte. Der Streit zwischen den zwei Haupttendenzen, welche sich im Judenthume geltend zu machen suchen, muß geführt werden, wie es würdigen Israeliten ziemt, die nicht darauf ausgehen, sich gegenseitig zu verunglimpfen, sondern das Wahre und Gute zu fördern. . ^1. C reizen ach. Leipzig, 8. Nov. Die Leipz. Allg. Zeit, enthalt eine vom 27.-Okt. datirte Erklärung zweier katholischer Geistlichen aus Rati bor, die sich den jetzigen Wirren ganz entfremdet zeigen, und als ruhige Stimmen nur um so beachtenswerther scheinen. Der Schluß ihres Schreibens tautet: „Die hiesige katholische Geistlichkeit, weit entfernt, Unfrieden zu verbreiten, hat vielmehr stets den Frieden auch unter den ungünstigsten Umstanden zu erhalten gesucht. Wir erinnern hier nur daran, wie vor einigen Jahren protestantische Missionare unter dem Namen der Judenbekehrer Oberschlesien durchzogen, ihre Bibeln und Tractätlein vertheilten und eine Proselytenmacherei trieben, wie sie nicht bald vorgekommen sein mag. Die katholische Geistlichkeit hat damals manche traurige Erfahrung machen müssen, aber sie hat nicht geschmäht, sie ist ihren Weg ruhig fortgegangen, am allerwenigsten hat sie ein Wort von jener Proselytenmacherei in öffentlichen Blättern hören lässen, obgleich sie Mittel besaß, auf Thatsachen gestützte Berichte zu erstatten. Sie wird auch ferner ihren ruhigen Weg fortwandeln und jene ihrem Thun überlassen." — Wir können dieses nur aus Erfahrung bestätigen. Es ist höchst betrübend, wie in manchen Gegenden, natürlich ohne Befugniß von Seiten des Staates, die^Judenbekehrungen betrieben werden. Ein förmliches ZuEntreiben findet statt: Daß solche niedrige Mittel die Religiosität nur unter Christen und Juden untergraben müssen, daß daraus ein völlig demoralisirtes Geschlecht hervorgehen muß, springt in die Augen, und betrübt jeden Freund der Religion und Humanität. Politik. Zweite Verhandlungen der Provinzialstände für Nord-Jütland, über die Wählbarkeit der mosaischen Glaubensbekenner zu Ständemitgliedern. (AuS dem Dänischen der Ständezeitung, im Aus zu ge.) (Fortsetzung). Die übrigen Gründe der Majorität sind, wie es Proponent dünkt, folgende drei: daß die Juden keine Liebe für das dänische Geburtsland hegen können, daß es anstößig ist, wenn ein Israelit über kirchliche Angelegenheiten debattiren oder stimmen sollte, und daß sie als Handeltreibende in den kleinen Städten einen höchst bedeutenden Einfluß auf die Einwohner ausüben und sich bestreben werden, zu Deputirten gewählt zu werden. Dieser letzte Grund ist ganz sonderbar. Nach seiner Consequenz müßten die Handeltreibenden in den kleineren Städten nicht Deputirte sein, da sie ausgedehnte Verbindungen (so hat der Re ferent den Ausdruck Influenz erklärt) haben, oder sich fü dieses wichtige Bürgerrecht interessiren; nach einem solcher Princip aber dürfte der Handelstand mäßig repräsentirt sein Inzwischen will er annehmen, daß die Meinung der Majo ritat die sein soll, daß man befürchten müßte, daß eine un -verhaltnißmaßig große Anzahl von Juden in den Ständesaal kommen würde, welches er um so mehr annimmt, als ein Mitglied befürchtet hat, daß ganze 10 zu Deputirten gewählt werden könnten, und Referent diese muthmaßliche Anzahl aus nur 6 eingeschränkt hat. Es ist ihr inzwischen unbegreiflich, daß Jemand einer solchen Meinung Raum geben könne. Die ganze Anzahl der Mosaiten in Dane-

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