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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-12-22 · Heft 52 (22.12.1885) · p. Seite 832

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 52 (22.12.1885)
Date
1885-12-22
Page
Seite 832 (sequence 8)
Language
German
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832 läßt, außer der Wittwe, einen Sohn und eine Tochter. Die Be-die jeder anständige Mann, welcher politischen Richtung er crdigung finde: Mittwoch den ö. um 12 Uhr statt und zwar auch angeboren mag, bekämvfen müsse. (Lebhafter Beifall.) die offizielle Traucrfeicr im Rathlwuic, die rituelle aus dem Die foeialdemotratiichc Barrei, deren Stimmen bei der gcgenalten jüdischen Friedhofe am Schönhauser Thore. — (Siche wärtigcn Stichwahl ausschlaggebend seien, habe daher die das Feuilleton). Verpflichtung. alle Meinungsverschiedenheiten außer Acht Zu Berlin, 7. Dez. (Privatmitth.) Cs findet bei den lasten und für den liberalen Candidaten zu stimmen. Kauf- Lesern der A. Z. d. I., soweit es unsrer Beobachtung untermann Bortmann entwickelte zunächst sein Programm und liegt, allgemeine Billigung, daß Sie den weiteren Verlauf hob darin hervor, daß selbst die „Nordd. Allg. Ztg." sich des Antisemitismus, wenn er auch gegenwärtig aus dem ' gegen Pickenbach wende. Nicht um die Wahl eines deutschen Vordergründe zuruckgcwichen, aufmerksam und bis ins Ein- Christen und eines Juden handle es sich, wie die Gegner zclne verfolgen. Wisten wir doch genügend, daß hiermit 1 verbreiten. Er (Candidat, sei eben so gut Deutscher und die judenseindliche Gefinnung, obschon ste stch nicht mehr Christ wie Pickenbach. Hier handle es stch vielmehr darum, so brutal äußert, nicht geschwunden ist, und die Erfahrung unbekümmert um das Glaubensbekenntniß, einen Mann zu lehrt, daß ein banauerottcr Kaufmann sein Geschäft unter wählen, der die kommunalen Jnteresten der Stadt gewissen, günstigen Umstanden immer noch einmal wieder anfangen hast vertritt. — Abgeordneter Haseuclever stimmt vollständig kann. In diesen Tagen zog ein heftiger Streit zwischen' mir Herrn Traegcr überein, daß hier alle Gegensätze außer der offiziösen „Nordd. A. Z." und der „Kreuz-Zeitung" die Acht gelassen werden müssen, wo es gilt, den gemeinsamen allgemeine Aufmerksamkeit am sich. Nach den heftigen Aus-, Gegner zu bekämpfen. (Bciiall.) So sehr er auch ein Gegner lassungen beider Bläner gegen einander könnte man glauben^ des liberalen Manchestcrthums sei, so sei er noch ein viel daß von Regierung-feile der Kreuzzeitungsvartei ebenso eine! größerer Gegner der Rea-tion (Beifall.) Bei einer Wahl, Absage zugeschleudcrt werde, wie der Reichskanzler in den § wo es stch um einen Fortschrittler und einen Antisemiten letzten Debatten des Reichstages eine solche an das Centrum; handle, da können die Arbeiter nickt im Zweifel sein. (Bcigcrichret hat. Jndeß hat man im Lame des letzten Jahrj fall.) Als es stch im vorigen Jahre um die Wahl zwischen zehntes auf diesem Gebiete so viele Wandelungen und Kreuz- Stöcker und Birchow handelte, da sei er einer der Ersten und Querzüge erlebt, daß man selbst von einem so heftigen! gewesen, der seine Parteigenossen eufsorderte, für Birchow Confiikt für die Zukunft keinen sicheren Schluß ziehen darf. ' einzutreten. (Lebhafter Beifall.) Seitdem haben stch die Ber- Lorläung zählt die N. A. Z. der Kreuzreitung alle ihre hältnisse nicht geändert, die Reaktion habe im Gegentheil Sünden aus, und darunter auch jene famosen Artikel, die mit; immer mehr um stch gegristen. Er spreche es deshalb hier den Anschuldigungen gegen jüdische Financiers begonnen! aus im Namen seiner Freunde Liebknecht und Bebel und und gegen den Reichskanzler gcrichret waren. Eine Folgern seinem eigenen: diejenigen Leute, die der Fahne der Ardieses Streites war dann auch der jüngste Artikel der N. A. > beiterpartei folgen, werden bei der bevorstehenden Stichwahl Z. gegen den Antisemitismus und Stöcker, der in der vor. im 8. Berliner Kommunal-Wahlbezirk das außer Acht lassen. Nr. d. Ztg. wiedergegeben worden. — Bekanntlich steht der fanatische antisemitische Kaufmann Pickenbach für die Berliner Stadtverordneten-Bersammwas sie von der liberalen Partei trenne. Die Arbeiterpartei werde ebenso wie im vergangenen Jahre gegen die Reaktion stimmen und für den Fortschritt eintreten. (Stürmischer lung, der er in der letzten Periode angehörlc, im 8. Berliner Beifall.) Handlungs-Gehilfe Hennig: Obwohl er der social- Wahlbezirke in der Snchwahl mit dem Kaufmann Dortmann,; demokratischen Partei angchöre, so werde er ebenfalls für und hierüber fand am 4. d. Abends eine zahlreich besuchte Bortmann stimmen. Kein Arbeiter könne einem Manne seine Wählcrversammlnng statt, die in mehrfacher Beziehung für uns interessant ist. Abg. Traeger hatte das einleitende Referat. So groß auch die Kluft zwischen den Liberalen und der Arbeiterpartei, oder, sagen wir es ftei heraus, der socialdemokratischen Partei sein möge — so führte Redner aus, im gegenwärtigen Falle verpflichte die Socialdemokraten ihr Programm, für den Candidaten der liberalen Partei zu stimmen. Redner sei entfernt davon, den Gegencandidaten, Herrn Pickenbach, irgendwie persönlich anzugreisen.' doch sei mit der Thalsache zu rechnen, daß Herr Pickenbach an der Spitze einer Bewegung stehe, die unserem Jahrhundert zur Schande gereiche und Stimme geben, der einer Partei angehöre, die sür eine Religionsgemeinschaft oder eine politische Parteirichtung Ausnahme-Gesetze verlange. Herr Bortmann gehöre im Uebrigen der allen demokratischen Fortschrittspartei an, er werde diese Gesinnung auch in der Stadtverordnetenversammlung bethätigen und sich durch Niemanden beeinflussen lassen. — Das Resultat war also, daß die Arbeiterpartei gegen Pickenbach stimmen und dieser von der Bildflache verschwinden wird. — Da nachgerade sämmtliche Mitarbeiter des Herrn Stöcker abgetreten sind, wie die Förster, Henrici, Liebermann, Ruppell u. A. und er deshalb ziemlich vereinsamt ist, wollen seine Parteigänger zu seiner Unterstützung jetzt den Pastor Dietz

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