Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1885)
- Date
- 1885-12-22
- Page
- Seite 826 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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826 Gewalt des Sturmes oder der Macht der herandringcndcn tung des Judenthums zu fördern, die jüdische Literatur neu Fluth einmal mehr oder weniger zurückgeworfen wird, oder'zu beleben und ihr ein ausgedehnteres Terrain zu erobern! eine Windstille und der verlangsamte Lauf des StromesWelche mühselige, langsame und dennoch stets fortschreitende sie zurückhält, alles dies darf sie nicht entmuthizen, darf ihre Thatkraft und Energie nicht schwächen; sie muß jedes Hinderniß überwinden und vor jeder Schwierigkeit vorüberkommen. Wir fühlen uns berechtigt, dieses Gleichniß hier voranzustellen, wenn wir mit der nächsten Nummer den fünfzigsten Jahrgang der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" beginnen. Sie tritt also in das Fahr ein, welches ein halbes Jahrhundert ihres Bestehens abschließt. Während dieses ganzen Zeitraumes erschien sie unter demselben Redakteur und in demselben Berlage. Sie war die erste jüdische Zeitschrift, welche regelmäßig erschien, und hatte sie bald eine zahlreiche Nachfolge in allen civilisirten Ländern, so gab cs Arbeit! Wer aus geistigem Gebiete zu säen hat, dem wird es selten so gut, die Saat keimen, wachsen, reifen und Früchte tragen zusehen. Aber ein halbes Jahrhundert ist doch eine lange Zeit, in welcher cs sich säen und ernten läßt. Und dies ist uns besonders auf dem Wege zu unserem dritten Ziele geglückt: Herstellung von, für alle diese Zwecke wirksamen Instituten, Rabbinerlehranstalten, Lehrerseminare, Religionsschulen, Reform des Gottesdienstes, Hebung des Religionsunterrichtes, Reconstruirung des Gemeinde- und Bereinswcscns, wohlthätige Anstalten aller Art und für die Bedürfnisie unserer Zeit! . . . Nun, auf allen diesen Wegen haben die Juden während dieses halben Jahrhunderts wacker gearbeitet, sind rüstig fortgeschritten, schraken vor großen Opfern doch wieder Zeiten, z. B. 1848 ff., wo sie abermals ganz und unermüdlichen Anstrengungen nicht zurück, und trotz allen allein stand. Wir wollen hier nicht auf die verdienstvolle Anfeindungen und den eindringenden Zersetzungselementen Wirksamkeit unseres Blattes eingchen, an welcher so viele sind sie auf der weiten, oft beschwerlichen, ja stürmischen geist- und gemüthvolle Mitarbeiter und Correspondenten ihren Fahrt tüchtig vorwärts gelangt. Blicken wir zurück auf den vollen Antheil hatten. Biele derselben sind Heimgegangene Weg, den wir durchfahren, wir können unserer Glaubensaber frische Kräfte ersetzten sie wieder. Doch aus dem oben > genoffenschaft doch aus vollem Herzen Glück wünschen und erwähnten Umstande erklärt es sich, wenn, wie wir zu sagen eine wahre Befriedigung empfinden, vor Allem aber der berechtigt zu sein glauben, diese Zeitung mitten in der Entgnädigen Vorsehung den tiefgefühlten Dank in Ehrfurcht Wickelung der Verhältniffe und Erscheinungen während ihres aussprechen. Ja, „bis hierher hat Deine Barmherzigkeit uns ganzen Bestandes eine consequcnte Haltung eingenommen und geholfen, und Deine Gnade uns nicht verlassen!" . . . durchgeführt hat. Wir hatten von Beginn an ein dreifaches! Als vor einem halben Jahrhundert wir uns, eben 25 Ziel vor Augen und verfolgten es angestrengt und unver-I Jahre alt, aus dem Fahrzeuge dieser Zeitung einschifften, ändert. Zuerst die Gleichberechtigung der Juden und des muthig die Flagge Juda's entfalteten, mit jugendlicher Zuver- Judenthums. Welch' ein Ringen und Kämpfen, welche Unsicht an das Steuer traten — da meinten Biele, das sei ermüdlichkeit in der Abwehr, welche Wachsamkeit, um im ein gebrechliches Ding, das an der ersten besten Klippe scheitern rechten Augenblick einzugreisen! Man erinnere sich, daß bei oder im Sande stecken bleiben werde. Aber Tausende unserer dem Beginn dieses Blattes erst in Frankreich und Belgien Glaubensgenossen — wir sagen „Tausende", gestützt auf die allein die Gleichstellung der Juden und des Judenthums als' Abonnentenzahl schon im ersten Vierteljahre — riefen uns gleichberechtigten Cultus bestand, daß in anderen Ländern, „glückliche Fahrt!" zu und begleiteten uns mit ihren Wünschen wie Bayern und Mähren, nur eine bestimmte Zahl Juden und Hoffnungen. Seitdem haben wir nicht aufgehört, hier existircn, in Sachsen nur in Dresden wohnen und keine einen Mittelpunkt für „alles jüdische Interesse" abzugeben, offenen Gewölbe haben durften, in Preußen 21 Juden- Alles was in der Fluth der Ereignisse und Erscheinungen gesetze in Geltung waren u. s. w. Wie oft glaubte man Bedeutendes sich für uns abzeichnet, zu sammeln, so ein Gebald in diesem, bald, in jenem Lande an ein gutes Ziel ge-! sammtbild der Gegenwart des Judenthums nach innen und langt zu sein, und sah sich plötzlich wieder weithin zurückgeaußen zu schaffen und für die Einheit und Einigkeit unserer worsen — und wie mußte man sich dennoch der Mäßigung Religionsgenoffenschast zu streben. Nun, die Jahre vergingen befleißigen und jede Leidenschaftlichkeit vermeiden, um nicht > in dieser Arbeit, und wir sind ihr und unsere Glaubensmchr zu schaden als zu nützen! — Zweitens: die Klärung! genossen uns treu geblieben. Und so bleibe es, so lange die des Judenthums, die Aufklärung der jüdischen Masse, die Vorsehung, sei cs nur noch eine kurze, sei es eine noch etwas geistige Belebung des Judenthums, das in den letzten Jahrlängere Zeit es uns bestimmt. Glück auf, und der Segen Hunderten erstarrt war, der Kamps gegen die Geiftesträgheit von oben zur Wcitcrfahrt! und den religiösen Jndiffercntismus, gegen den Wahn- und - ___ Unglauben, die Helle Beleuchtung des wahren Judenthums! nach innen und nach außen, die wissenschaftliche Durcharbeij