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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-12-15 · Heft 51 (15.12.1885) · p. Seite 816

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 51 (15.12.1885)
Date
1885-12-15
Page
Seite 816 (sequence 8)
Language
German
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816 Schrift beabsichtige ich in zweiter Auflage herauszugeben, werde dies aber nur dann zu vollbringen vermögen, wenn Außer mancher, in den historisch-kritischen Anmerkungen vorich sicher bin, daß mir die nöthigen Druckkosten gedeckt zunehmender Umänderung und Verbesserung, werde ich in werden. — M. Mannheimer, einem Anhänge eine Reihe von Aufsätzen beifügen, die ich Der Herr Verf. versendet eine Subscriptionseinladung, bereits in jüdischen Zeitschriften veröffentlicht habe, und die! Das Buch wird 80 Seiten befaffen und das Expl. 2 Mk. besonders geeignet sein dürften, über manche Anschuldigung! kosten. Auch wir sind bereit, Subskriptionen an den Verf. zu und Bersolgung des Mittelalters wie der Neuzeit, z. B. in I übersenden. Redaktion, der Tißla-Eßlarer-Affaire, klares Licht zu verbreiten. Ich Deutschland. Berlin, 28. Nov. Die Strömungen in der studentischen Jugend feffeln selbstverständlich unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir auch aus der Erfahrung wiffen, daß in vielen Fällen die Gesinnung dieser jungen Herren keine dauernde ist und sich im praktischen Leben oft ins Gegentheil wandelt, so gehört doch, was sich in der akademischen Jugend bekundet, zum Charakter unserer Zeit. Folgendes schreibt man „von der Berliner Universität" der „Frankfurter Ztg.": „In den Kreisen der hiesigen Studentenschaft hat bekanntlich das Parteigetriebe seit mehreren Jahren lebhaft Wurzel gefaßt. Der Anstoß kam von antisemitischer Seite und ging gegen die freisinnigen Elemente, die ihre Organisation in der „Freien wiffenschaftlichen Vereinigung" fanden. Nachdem schon vor einigen Jahren vergeblich versucht war, das Directorium der „Akademischen Lesehalle" zu stürzen, hat der „Verein deutscher Studenten" und der „Akademische Turnverein" sich nunmehr mit dem Verband akademischer Gymnasial-Vereine und den theologischen Verbindungen „Suevia" „Askania" und „Wingolf„ liirt, um bei der diesmaligen Semestralwahl des Directoriums einen neuen „Sturm auf die Lesehalle" zu insceniren. Die Wahl sollte heute Abend stattfinden und die Vorbereitungen dazu waren äußerst lebhaft. Wenigstens verkündeten schon im Laufe des Vormittags Anschläge am schwarzen Brett, daß „auf Anordnung Sr. Magnifizenz, des Herrn Rectors" die Wahl auf einige Tage verschoben sei. Der Zweck dieser Maßregel scheint klar zu sein; die Frist soll eine Abkühlung der etwas erregten Gemüther erzielen, denn es ist sicher, daß es in Folge eines Flugblattes gegen das bisherige Direktorium der Lesehalle heute zu lebhaften Debatten gekommen wäre. Ob dieser Zweck aber bei den nun einmal herschenden Parteiverhältniffen erreicht werde, ist zu bezweifeln; es erscheint vielmehr klar, daß der „B. D. St." und seine Gesinnungsgenoffen die hierdurch gewonnene Zeit zur Agitation ausnützen werden und es ist sehr wohl möglich, daß sie zum Siege gelangen. Ueberraschen wird das Niemand der die hiesigen akademischen Berhältniffe kennt. — Die „Akademischr Lesehalle" ist ein Institut, das den Studenten die periodische (politische, belletristische und wiffenschastliche) Preffe zugänglich machen soll. Sie hat unter dem bisherigen Directorium stetig zugenommen und ist seit Beginn des Wintersemesters in ein Gebäude der Universität übergesiedelt, während aber gleichzeitig der Beitrag erheblich ermäßigt wurde. Die Frequenz derselben ist eine große. Trotz dieser Erfolge hält der „B. d. St." die Zeit zum Angriff gegen dieses „Bollwerk des Liberalismus", diese „Hochburg des Judenthums" für gekommen, indem er der Direktion Parteilichkeit in der Auswahl der Blätter vorwirft — besonders beschweren sich die Angehörigen der theologischen Fakultät der Vernachlässigung. Ob diese Anstände sich nicht durch eine freundschaftliche Besprechung hätten ausgleichen laffen und ob es nothwendig war, in der Studentenwelt den leidigen Parteikampf erneut zu Hellen Flammen anzufachen, bleibe dahingestellt. Eine Förderung erhält das akademische Leben dadurch schwerlich. Berlin, 2. Dez. (Privatmitth.) In der gestrigen Sitzung des deutschen Reichstages wurde die erste parlamentarische Schlacht über die Ausweisungen geschlagen. Durch die eigenthümliche Wendung, welche der Reichskanzler der Behandlung der Interpellation gab, hat diese Diskussion den eigentlichen Gegenstand nur obenhin gestreift. Er verlas nämlich eine kaiserliche Botschaft, welche gegen diese Jnter-! pellation als nicht in die Competenz des Reichstages ge-! hörend, weil sie gegen die Hoheitsrechte des Königs von I Preußen verstoße, protestirte, so daß er, der Reichskanzler,! die Beantwortung verweigerte. Da aber der Reichstag jetzt! in die Berathung des Etats eintrat und die Position des j Gehaltes des Reichskanzlers zur Verhandlung kam, benutzte > Abg. Windhorst die Gelegenheit, um die Ausweisungen doch zur Sprache zu bringen. Er betonte nach seiner Art die Bedeutung der Ausweisungen und berief sich dabei auf den Ausspruch des österreichisch-ungarischen Ministers des Auswärtigen Kalnoky, der in den Delegationen behauptete, die

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