Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1885)
- Date
- 1885-12-08
- Page
- Seite 794 (sequence 2)
- Language
- German
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794 Phrasen, die jenen schon hundertmal widerlegt worden sind/päpstlichen Macht herbeiführten; wie die Mordthaten Alba's kehren hier mit einer Sicherheit wieder, als ob sie nicht eben und der Bartholomäusnacht nur die Befreiung der Niederihre Zurückweisung bereits unzählige Male gefunden hätten, lande und die Befestigung der Reformation zur Folge hatten; Dieser Artikel konnte in dem liberalen Rom unserer so wird auch aus den Schändlichkeiten der Mächtigen und Zeit nicht ohne Erwiderung bleiben. Aber muß uns nicht; Priester nur der Triumph der altbiblischen Lehren von der ein tiefes und schmerzliches Gefühl der Beschämung, der Ent- Einheit Gottes und der Brüderschaft aller Völker sich entrüstung und des Kummers beschleichen, wenn wir sehen, daß wickeln. nur Israeliten sich dieser Arbeit unterziehen? daß kein ein-: Wir sind nicht ganz der Meinung des Herrn Soria. ziger christlicher Gelehrter oder Schriftsteller es der Mühe Wir glauben, daß weniger die listige Berechnung Einzelner werth erachtet, für die Angegriffenen, Verketzerten, Verfolgten als die niedrigen Leidenschaften Vieler an einer trotz ihrer eine Lanze zu brechen? Nur um so mehr Ehre gebührt den Schändlichkeit und ihres Widerspruches gegen den modernen beiden wackeren Israeliten, die sofort für ihre Glaubensge- Geist so weit verbreiteten Bewegung Antheil hat. Aber ein noffen in die Schranken getreten find?') gutes Stück Wahrheit ist dennoch in dem, was er in feinem Der eine ist Benjamin Soria, als Künstler (Sänger) zweiten Artikel anseinandersetzt, und es ist überdies mit ebenso nicht weniger angesehen wie als Geschäftsmann, der in demviel Ueberzeugung und Enthusiasmus wie Besonnenheit und selben Blatte, wo der Angriff geschehen ist, ihn in zwei ausumfassendem Wissen gesagt. sührlrchen Artikeln zurückweist („Fansulla' , Sonntagsblatt i Der zweite Bertheidiger der Sache seiner Glaubensgev. 4. u. 41. Octoder). Zn dem ersten widerlegt .er Schritt I noffen und damit der Sache der Gerechtigkeit und Freiheit für Schritt dre Anschuldigungen Mantegazzas, nicht mit bloßen Redensarten, sondern an der Hand der Statistik, der Erfahrung und der Geschichte, aus Grund der besten und allgemein anerkannten Autoritäten. Es wäre überflüssig, seine Argumente in diesen Blättern zu wiederholen, in denen sie schon so oft durchgesprochen worden sind. Er weist nach, daß Juden, treu gebliebene und getaufte, zu jeder Zeit sich in dem Maße ihrer Kräfte und der Umstände mit Eifer, Hingebung und Erfolg an dem allgemeinen Leben und den höchsten Bestrebungen der verschiedenen Stationen betheiligt und die gebührende Anerkennung, Ehre, Dank, Ruhm und Größe erlangt haben. In einem zweiten Artikel sucht er den Ursprung der antisemitischen Bewegung nachzuweisen. Er zeigt uns Regierungen, die den unvermeidlichen politischen und sozialen Fortschritt zu hemmen suchen, indem sie Verwirrrung, Zlvist und Unruhen unter den Bevölkerungen Hervorrufen, damit sie selber als rettende Macht mit willkürlichen Maßregelii eingreisen können. Er macht aus die Kirchenüberhaupt ist Herr Elio Melli, in dem Sonntagsblatt des Fracassa" (11. Oktober). Er findet den richtigen Ausgangspunkt, wenli er sagt: es gebe überhaupt kein antisemitisches Problem, ebenso wie die Abschaffung des Negerhandels, das Recht der Völker aus nationale Unabhängigkeit u. s. w. längst aus der Zahl der Probleme gestrichen seien. Der Antisemitismus ist ganz einfach die, wenn auch abgeschwächte, Tradition einer viele Jahrhunderte alten Ungerechtigkeit, eines sozialen Gebrechens, die noch immer nicht ganz erloschen sind und deshalb fälschlich als eine moderne Frage erscheinen. Er ist ein Ueberbleibsel der barbarischen und dunkeln Zeiten. Ein besonderer Umstand, der seiner Wiederbelebung und Anregung günstig, sei, daß die deutsche Regierung für die Unzufriedenheit mit vorübergehendem wirthschastlichem Niedergang und sozialer Form politischer Mißstimmung eine ihr selbst ungefährliche Ableitung gesucht habe. Auch Herr Melli widerlegt nun die Anschuldlgungen, die man gegen die Juden erhoben hat. Nein, dieselben sind nicht besonders reich; man Häupter aufmerksam, die fürchten, daß die Völker mehr und verwechselt eben den Umfang der von ihnen betriebenen Gewehr zu jener vernunftgemäßen Einfachheit des Glaubens, schäfte mit dem verhältnismäßig geringen Nutzen, den sie zu jener Reinheit des Theismus sich entwickeln, die von den aus denselben ziehen. Wie oft ist ein einziger Grundbesitzer Israeliten seit vier Jahrtausenden unter allen Verfolgungen reicher, als alle Israeliten seines Ortes zusammen; und doch und Verunglimpfungen aufrecht erhalten worden sind; deswird man immer von den ungeheuren Reichthümern der letzhalb suchen jene Haß und Verachtung gerade gegen die Jsteren und nicht von den seinen sprechen. Ja, sie sind thätig raeliten, gegen dre Träger der reinen und klaren Gotteslehre und unternehmend; aber seit wann ist denn das ein Vorwurf, zu erregen. Aber sie werden scheitern mit diesen verbrecheein Grund des Tadels? Wie lächerlich ist dre Anklage, daß rischen Plänen: wie die Verbrennung Arnold » von Brescia, > sie sich von den andern Völkern abschließen, sie, die man bis Saoonarola's, Giordano Bruno's, Huß' nur das Sinken der auf den Tod verfolgt, unabläßig gepeinigt hat, die man noch jetzt mit Schmach und Schande von sich stößt? Kein Zweifel, *) Und doch! daß in demselben Blatte sofort drei Jsraelüen! daß die Juden nationale Fehler haben, wie alle Völker, aber das Wort vergönnt ward, wahrend in der erjien Zen des Äniijeuuj «^danken bicielben rum artmen Tbeile ihren tausend - ilsinus in ^.emMano telnem pudert irgend ein größeres Blair geveloanren ou.ji.iaen zum großen *'9euc ihren iuu|cuo cijiu-t Iv.ude, üfiüLiji einen ganz ander.. Geist in Platten. Acdatl.! jährigen Unglückssälleu und Leiden. — Soweit folgen wir