Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1885)
- Date
- 1885-11-24
- Page
- Seite 773 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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773 Lord Byrvn und das Judenthum. Man hat sich oft gefragt, wieso der große britische Dichter dieses Jahrhunderts, Lord Byron, dazu gekommen, seine „hebräischen Melodien" zu schreiben? Seine Ausbildung, die er im aristokratischen College von Harrow erhielt, das den Juden hermetisch verschlossen war, konnte ihn wohl nicht zur Begeisterung für jüdische Gegenstände führen. Auch sind keine Beziehungen mit Juden seinerseits bekannt, die ihm wohl das Thema zu seinen Melodien hätten liefern können. Wie sich nun den Ursprung dieses Werkes erklären? Dieses kleine bibliographische Problem hat lange den Scharfsinn der Schriftsteller in Bewegung gesetzt, welche über Byron gearbeitet haben, und keinem war es gelungen, es zu lösen. Einem englischen literarischen Blatte »Notes and Queries“ ist es geglückt, Aufschluß über dieses Räthsel zu geben. Es veröffentlicht eine Notiz über die Beziehungen, welche zwischen dem berühmten Dichter und dem israelitischen Componisten Jsaac Nathan bestanden. Dieser Letztere, im Jahre 1792 geboren und 1810 in Sidney gestorben, war von seinen Eltern zur rabbinischen Carriere bestimmt worden. Aber sein ausgesprochener Geschmack und seine ausgezeichnete Befähigung zur Musik gewannen die Genehmigung seiner Familie und er überließ sich völlig seiner edlen Neigung. Sein Talent als Componist zog die Aufmerksamkeit Byron's auf ihn, der bald sich in enger und lebhafter Freundschaft mit ihm verband. Der große Dichter schrieb für ihn die hebräischen Melodien und I. Nathan sollte sie in Musik setzen. Er that es, da Walter Scott erzählt, er habe sie singen hören. — Also somit ist ein kleiner Punkt in der Literatur so ziemlich aufgeklärt. Könige Ptolomäus Philadelphus gesandten Mosaischen Gesetze waren nach dem Zeugniffe des Josephus Flavins mit goldenen Buchstaben geschrieben. Die Stahlfeder ist eine Erfindung der neueren Zeit und wird gewöhnlich den Engländern zugcschrieben. Dixi, ein Holländer, welcher in den Jahren 1815 bis 1828 Afrika bereiste, fand sie jedoch schon in Marokko und berichtet, daß sich die dortigen Juden schon früher der Stahlfeder bedient hätten und für die Erfinder derselben gehalten würden. X. Eine sonderbare Gevatterschaft. Folgende drollige Anzeige, deren Richtigkeit wir verbürgen können, ist vor wenigen Tagen beim Budapester königlichen Gerichtshöfe in Strafsachen eingelaufen: „löblicher königlicher Gerichtshof! Ich Endcsgerertigtcr wurde vor etwa vier Wochen voin hiesigen Agenten I. K. ersucht, bei seinem neugeborenen Söhnchen die Gevatterstelle aufzunehmen. Ich kam diesem Wunsche K.'s bereitwilligst nach und bestellte — wie dies nach altem Brauch Pflicht der Pathen ist — das übliche Mahl für 30 Personen ä 2 Gulden. Als ich an dem mir bezeichneten Tage bei K. erschien, erblickte ich ein Wickelkind neben dem Bette der Wöchnerin am Arme einer Magd. Ich erkundigte mich, wann der rituelle Akt, bei welchem ich eben in Gemeinschaft mit meiner Frau Gevatter sein sollte, vor sich gehen würde, und da wurde mir zu meiner Ueberraschung die Auskunft zutheil, daß der Akt bereits vollzogen wurde, da der Herr „Operateur" Eile hatte und nicht länger warten wollte. Unter solchen Umständen blieb uns nichts Anderes übrig, als das aufgetragene Mahl, für welches ich £0 Gulden bezahlt hatte, mit den bereits versammelten Gästen zu verzehren. Einige Tage später erfuhr ich, daß das neugeborene Kind K.'s nicht einmal ein Söhnchen, sondern ein — Mädchen fei. Leider fand ich dieses Gerücht durch eigene Jnaugen- Di- Fnden, das .Sott dcr Schrift", werden nrcht M<*,?(flchra#4me ic, r,corpus deUeU. bestätigt. Ta „ach dm unter den Bewerbern um den Preis der Bnchstab.nerstndnng! jüdisch,,, Reijgw,, bloz bei Lindern männlich-,, angeführt, sie gelten auch als di-Erfinder des Baumwolle,,. -Geschlechts. keinesfalls aber bei Mädchen ein ritueller A-t Papiers. Thomas Wright, der bekannt- Archäologe, schrieb! werden muß. fahin das mit diesem A-tvcr- »°r einiger Z-it im Ath-nänm, daß -r in -wer CoLretw» ,^^ Mahl mir durch hi„i-rlis!ig- Borspiegelnng entlockt Papier, Dinte und Feder, Erfindungen der Juden. in Paris ein Papier gesehen habe, das mit dem im 15. wurde, bitte ich gegen I. K. das Strafverfahren cinzuleitcn. Jahrhundert in Gebrauch gestandenem die meiste A-hnlichk-it s Kaufmann in Bnd°p-st.- In Folge dieser hatle. Er märe» da- Schnldfch-.nüber Darlehn, welche beantragte der königliche Bize-StaatSa,,. Ritter, die Phillipp August und Richard Lowenherz auf dem! ' , ~ s s ~, L ' Walt Kalos» gegen I. K. die Einleitung des Llra Verfahrens Kreuzzuge rm Jahre 1190 begleiteten, von den Juden 0 3 empfanaen hatten. Wright berichtet, daß das Gehermniß, , . 0 ... , . ’. x- Va m ■ . r c - Hofes wurde mit der Untersuchung dieser famosen Affaire dreses Pap.er ,n e.n-r s° frühen Z-.t zu bere.ien, °uS,chl,eß. ua.-rfnchnng--icht-r Kisi.Paneera betraut, lrch den Juden bekannt war. Die Golddinte scheint, historisch betrachtet, eine Erfindung - der Juden zu sein. Die von dem Hohenpriester Eleasar dem