Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-11-24 · Heft 48 (24.11.1885) · p. Seite 768

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 48 (24.11.1885)
Date
1885-11-24
Page
Seite 768 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227555-3227604--43096-3311715
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

768 fesfionen Schwindel treiben? Mustert er die eigentlichen! handelt, welche die traurigsten Wirkungen hatten und noch Träger des Antisemitismus, so wird er zugestehen müssen, mehr haben konnten, und die selbst die gesellschaftliche Ordnung daß der Börsenschwindel für diese da gar keine Erklärung und Gesetzlichkeit gefährdeten. Wir unsererseits verabscheuen giebt. Nein, wäre Herr Schaarschmidt wirklich ein Philoden Börsen- und Gründerschwindel und jede Art von Wucher soph, so hätte er, um den modernen Antisemittsmus zu recbtnicht minder als Prof. Schaarschmidt, und mit uns die Mehrfertigen oder auch nur zu erklären, doch etwas tiefer in die zahl der Juden. Aber ihn zur Erklärung und Rechtfertigung Motive desselben, in die demselben zu Grunde liegenden des Antisemittsmus zu verwenden, zeugt von einer Einseitigleidenschaftlichen Triebfedern einzugehen versucht — jetzt aber feit und tendenziösen Willkür, deren sich ein Philosoph nicht kann man ihm den Borwurf der Oberflächlichkeit nicht erschuldig machen sollte und die deshalb in „Philosophischen sparen, den er dem Dr. Asher gemacht, und diese Oberfläch-- Monatsheften" nicht an ihrem Platze scheinen, wenn diese lichkeit ist um so verwerflicher, als es sich um Akte der Unwirklich sein sollen, was ihr Titel beansprucht. 0 si taenisses, duldsamkeit, der Inhumanität und einseitiger Parteilichkeit philosophus mansisses! S&eikpwityyviCLcfyzi'cfyfc+x. Deutschland. Berlin, 10. Nov. (Privatmitth.) Tue Behauptungen Slöcker's über den Eid in Schutz genommen und jene als auf völliger Unkenntniß beruhend erwiesen. Verhältnisse j Stöcker antwortete in seinen Organen, wurde jedoch durch bringen es mit sich, daß man sich bisweilen mehr mit Dingen eine ausführliche Erklärung Strack's zurückgewiesen. Hierbei beschäftigen muß, als diese es eigenttich werth sind. Die hatte sich Stöcker auf einen vr. Morgenstern und dessen Stellung, die sich der Hofprediger Stöcker im öffentlichen Leben und besonders den Juden gegenüber verschafft hat und die höchst bedenkliche Situatton, in welche er gerathen ist, legen es uns auf, uns mit ihm zu beschäftigen, ohne daß wir ihn des Aufhebens und des Raumes, den er uns kostet, für werth erachten. Denn Stöcker zeichnet sich weder durch reiches Wissen noch durch Geist und neue Gedanken aus. Was er besitzt, ist lebhafte Suade, um das Volk mit Schlagwörtern zu füttern, Muth und Unermüdlichkeit. Dies sind Eigenschaften, welche, wenn man es zugleich mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, auf die Masse wirken, ohne ihren Besitzer zu irgend einer bedeutenden geistigen Stufe zu er- Broschüre berufen und rühmte diesen Herrn als einen Ausbund talmudischer Gelehrsamkeit, gegen welchen Strack nicht aufkommen könne. Hiergegen erhebt sich vr. Morgenstern in der „Voss. Ztg." und sagt unter Anderem: „Wenn Herr Stöcker, weil ihm das in seiner Argumentation gegen Herrn Strack in den Kram paßt, sagt, daß ich ein an talmudischen Kenntnissen dem Prof. Strack überlegener Gelehrter bin, so erkläre ich dies für eine Unwahrheit. Meine Arbeit „Die Heiligkeit des Eides", worin ich auf den religiösen Eid aller Confesfionen dringe, sputt noch immer in dem Kopfe des Herrn Stöcker und läßt ihn nicht zur Ruhe gelangen. Ich fteue mich, daß er sie fleißig liest, sich daran erbaut, wenn ich darin Nachweise, heben. Die Stöckerprozesse wollen nicht aufhören und soeben daß selbst im Gerüche der Heiligkeit stehende Männer Meinhat er in einem solchen den Rückzug angetreten. In dem>eide geleistet haben; nur wünschte ich, daß sie auch den im Schmidt-Stöcker'schen Beleidignugsprozeffe war er bekanntlich , Glashause fitzenden Stöcker belehre, nicht so leichthin mit zu 150 Mark Sttafe und Schmidt zu 30 Mark verurtheilt. Steinen nach Anderen zu schleudern. Herr Stöcker reißt Beide batten Berufung erhoben. Jetzt ist nun ein Vergleich aus meiner Arbeit einen Satz über die Eide der Juden zu Stande gekommen und die Berufung beiderseits zurück-; heraus, weil er ihm für seine Hetzereien Paßt. Ich habe in genommen, so jedoch, daß Stöcker die sämu.tlichen über derselben Arbeit nachgewiesen, daß ein Papst einen Meineid 1000 Mark betragenden Kosten allein übernimmt. Er hatte, geleistet hat, der historisch gesichert ist. Warum greift er nicht seinem Gegner den Vergleich angeboten, wenn er ein Viertel diese Worte heraus, um auch dem Katholizismus falsche Eide der Kosten übernähme; Schmidt verweigerte dies und so ent-! nachzuweisen? Meine Arbeit habe ich lange vor dem Prozeß schloß sich Stöcker zur Zahlung aller Kosten. In einem - „Bäcker-Stöcker" geschrieben. Bei einer Revision derselben solchen Rückzuge liegt auch ein Augeständniß. Eine andere! wird mir Herr Stöcker als Bild fitzen, nnd ich bin begierig, bittere Pille ist Herrn Stöcker in der Oeffentlichkeit bereitet. | ob er sich auch dann noch auf die Arbeit des „großen Ge- Bekanntlich hat der strenggläubige, im Hebräischen und Tal-! lehrten" berufen wird." Prof. Strack selbst fordert Stöcker mudischen sehr gelehtte Prof. Strack die Juden gegen die i auf, sein Verhalten, wenn er wirklich glaube, es rechtfertigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.