Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1885)
- Date
- 1885-11-24
- Page
- Seite 762 (sequence 2)
- Language
- German
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762 deckung der Gründe herauszufordern, welche dieselbe bewogen „Man weiß allmälig nicht mehr, was an den Aus» haben, manchen gar zu offenen Bemühungen um Polonisirung! Weisungen der Polen aus den östlichen Provinzen ungeheuereben so offen entgegenzutreten. Noch mehr muß die Klugheit licher ist: die politische Maßregel mit ihrer aller Humanität die Juden dicsseit dcr Grenze antreiben, sich nicht voll, hohnsprechcnden Härte, oder der Mythenkranz und die Verständig mit den eingewanderten und einwandernden Stamme-? drehungen, die sich um dieselben grnppirt haben. Selten ist genoffcn von jenseits zu identificiren. Tenn was diese einder Grund und der Zweck einer politischen Maßregel von wandernde Menge für unser Volk und Land bedeutet, wäre dcr Regierung so offenherzig und glaubwürdig dargelegt der Regierung nachzuweisen nicht eben schwer. Daß es sich worden, wie in diesem Falle. Herr v. Puttkamer hat vor aber vorzugsweise darum handelt, gegen diese Einwanderung dem Landtag in ausführlichster Breite mit statistischen Antillen Riegel vorzuschieben, das darf man dem ^Osserentore gaben und in einer Form, die keinen Zweifel zuläßt, erklärt, Romano" im Ganzen wohl glauben. Schon längst war es daß der Zweck der Maßregel „nationalpolitischer Natur" sei; an dcr Zeit, daß die deutschen Regierungen dieser Bewegung es gelte die Polonisirung und, nebenbei ließ er durchblicken, eine größere Aufmerksamkeit schenkten. Längst war es bekannt, die Katholisirung der östlichen Provinzen zu verhindern, in welchem Umfange jährlich der Ueberschuß russischer und Trotz dieser Erklärung, auf die wir schon wiederholt verösterreichischer Juden herüber drängte. Was drüben vom! wiesen haben, an deren Echtheit zu zweifeln auch absolut Gesetz wegen irgend welchen Vergehens oder Verbrechens! kein Grund vorliegt, sind doch von Anfang an die Ausbedrängt wurde, was drüben gerade keine guten Geschäfte Weisungen als etwas Räthselhastes, Unaufgeklärtes, mit den machte, was hüben gut gestellte Verwandte hatte und sich unsinnigsten Vermuthungen und Conjuncturen umgeben worden, ihnen anzuschließen hoffte, das kam vielfach herüber, um hier Das Seltsamste ist, daß bald die officiöse Presie sich daran mit all' den unsauberen Mitteln zu arbeiten, au die man betheiligt hat. Sie war es, die zuerst den Umfang der Ausdrübcn gewöhnt ist. Besonders zahlreich war der Stamm Weisungen in den einzelnen Fällen bestritt, obwohl Herr v. von Leuten, die vor dcr russischen Militärpflicht ausriffen. Puttkamer selbst erklärte, daß es sich um rund 30,00j SÄen- Sobald der betreffende Jüngling sah, daß alle die alten schen handle, die nach und nach ausgewiesen werden sollen. Mittel, actenmäßig um einige Jahre älter oder jünger zu Officiöse Blätter waren es auch zuerst, welche zu lanciren werden, seinen Namen zu fälschen und dergleichen, nicht ausversuchten, daß es sich bei den Ausweisungen um anrüchige reichen dürften, kaufte er sich für drei Rubel einen falschen und zweifelhafte Subjekte handle, die keine Sympathie ver- Paß und ging über die Grenze. Es gab bekannte Paßfabriken dienten. Bald darauf suchte man zu verbreiten, die Maßin Russisch-Polen für diese Zwecke und einen lebhaften Handel ■ regel richte sich hauptsächlich gegen die Juden. Eines ist so mit dieser Waare. Die Folgen empfand man dann besonders unwahr wie das andere. Ausgewiesen werden die Polen, an dcr Grenze schwer, wo Wucher, Diebstahl und Hehlerei soweit sie russischer oder österreichischer Herkunft sind; ob sie zur Landesplage geworden sind. Gegen diese Einwanderung anrüchige oder zweifelhafte Subjekte, ob sie Katholiken oder sich zu schützen, war die Pflicht der Staatsregierung, und Inden sind, ist gleichgültig und hängt vom Zufall ab. Zum wenn wir unseren Nachbarn deutsche Staatsbürger von überwiegenden Theile sind es sogar Katholiken; die Juden gleicher Güte als jene hinübersendeten, so hätten sie gewiß > bilden allerdings auch einen sehr erheblichen Procentsatz der alles Recht, Gegenseitigkeit zu üben, indem sie sie uns zurück- Ausgewiesenen. Beide aber werden nickt als Katholiken oder schickten. Wenn bei dieser allgemeinen Maßregel aber einzelne Juden, sondern nur als Ausländer ausgewiesen. Wie wäre Fälle der Härte in der Ausführung vorgekommen sind, so es denn sonst auch erklärlich, ganz abgesehen von den Ermag mau das rügen und verbeffern; man mag aber auch klärungen, die Herr v. Puttkamer abgegeben hat, daß gerade nicht übersehen, daß solche Fälle wohl oft der Erbitterung Centrum und Polen sich so sehr der Ausgewiesenen annehmen, zuznschreiben sind, die in der östlichen Bevölkerung und auch! Was soll man aber dazu sagen, daß jetzt in einem hochin den Ortsbchörden durch das Treiben dieser Einwanderer officiösen Artikel der seit einiger Zeit stark mit dem Antiallmälig angefacht worden ist. Es wäre eine sonderbare semitismus kokettirenden „Köln. Ztg.", gestützt auf die Auto- Selbstentfagung, wenn wir ruhig zusehen sollten, wie im rität des „Ossorvators Romano“, direct behauptet wird, die Osten allmälig ein ebenso untaugliches Mischvolk sich heran- Ausweisungen richten sich gegen die Juden? Es heißt in bildet, als wir in manchen Theilen Rußlands und Oesterdiesem Artikel, den selbst die „Norddeutsche" übernimmt, soreichs sehen. Tie Inden bei uns, die ja geistig und sittlich gar, die Angelegenheit sei bisher in auffallendes Dunkel auf einer gan; anderen Stufe stehen, thun weise daran, die gehüllt gewesen und habe von Anfang an einer authentischen Sache dieser Einwanderer nicht zu der ihrigen zu machen." Begründung entbehrt. Was sagt Herr v. Puttkamer dazu? Wir können dieser Insinuation nicht besser begegnen, als Ist das nicht authentisch, was er auf direkte Interpellation durch einen Artikel der „Franks. Ztg." vom y. November, im Abgeordnetenhaus«: erklärt hat und was auf keiner Seite