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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-11-24 · Heft 48 (24.11.1885) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 48 (24.11.1885)
Date
1885-11-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Zeitung -es Zudenthums Ein un-arteiischcs Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. . Preis vierteljährig a Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste i Rr. >il) und Oesterreich bei allen Postämter», außerdenr durch den Buch- Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. GXpeöilrorr: Leipzig, Woßpkcrh 18. 2» redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Dr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 1-> M.> sind gleichfalls an letztere einzusenden. 49. Jahrgang. Leipzig, den 24. November 1885. „\o. 48. Inhalt. Leitende Artikel: Die Ausweisungen. — Wohlthätige Werke. IV. — Die Propheten und das mosaische Gesetz. III. - Literarischer Wochenbericht. — Zeitnngsnachrichteu: Deutschland: Berlin, Frankfurt a. M., Bielefeld, Aus Sachsen, Aus Schlesien. Gnesen. — Oesterreich-Ungarn: Wien. — Rumänien: Wien. — Rußland: Warschau. — Bonn: Rvlizcn. — Feuilleton: Vermischtes. Gtllkcf verstimmt. Zur nächsten Ablagerung des offiziösen Artikels dient die „Köln. Ztg.". Und aus dieser enlnimmt die „Nordd. Allg. Ztg." den Artikel. Durch diesen Umweg soll die Bedeutung desselben und dessen direkte Beziehung etwas abgemindert werden. Die „Köln. Ztg." ist bekanntlich stets geneigt, antisemitischen Correspondenzen Raum zu gewähren. Die „Nordd. Allg. Ztg." hat vor den Wahlen, wenn auch sehr vorsichtig, sich gegen den Antisemitismus und Stöcker ausgesprochen. Es galt damals noch, die sogen. Mittelpartei, d. h. die Nationalliberalen zu gewinnen. Jetzt, nach den Wahlen, ist diese Reserve überflüssig. Der Artikel lautet: „Merkwürdiger Weise ist es der osstciöse päpstliche ^Osservatore Romano", welcher einiges Licht in eine Angelegenheit gebracht hat, welche bisher in ausfallendes Dunkel gehüllt mar. Die Ausweisungen russischer und österreichischer Staatsangehöriger entbehren von Anfang an einer authentischen Bonn, 18. November. Die Ausweisungen. Nachdem wir wiederholt die Versuche russischer Blätter, die sich auf angebliche Aussagen russischer Gesandtschastsbeamten in Berlin stützten, und dann des päpstlichen „Osservatore romano", dem Publikum weiß zu machen, daß die Ausweisungen aus Preußen gegen die Juden gerichtet seien, nachdrücklich zurückgewiesen haben, indem wir auf die Rede des Ministers des Innern, Herrn von Puttkamer im Reichstage und auf die hinlänglich bekannt gewordenen Thatsachen uns beriefen — wird jetzt von preußischer ofstciöser Seite dasselbe Manöver unternommen, indem man sich merkwürdiger Weise aus dem „Osservatore Romano" Informationen holt! In Berlin muß man sich über Zweck und Ausdehnung jener\ Begründung und Begrenzung. Aber während die Regierung Maßregel Belehrung aus Rom holen, und zwar nicht aus! ohne Rücksicht auf die Oeffentlichkeit ruhig ihren Weg ging, dem politischen Rom, sondern aus dem kirchlichen! Glück-> war es überraschend, zu sehen, wie wenig Lärm die Sache licher Weise verräth sich der Zweck aller dieser drei Correin der von Lärm hauptsächlich lebenden Presse hervorbracbte. spondenzquellcn, und zwar als ganz derselbe. Von russischer Am meisten sprach mau noch von der Sache drüben jenseits Seite wollte man durch diese Ablenkung auf die Juden jeder der Grenze, wo man von polnischer und auch jüdischer Seite Entrüstung innerhalb des russischen Volkes und der etwa her nicht versäumte, theils eine weitere russisch-deutsche Verdaraus erfolgenden Verlegenheit Vorbeugen. Bon päpstlicher hetzung zu versuchen, theils über deutsche Rohheit zu schreien. Seite wollte man sich dadurch entschuldigen, daß man sich Warum man aus dieser Seite verhältnißmäßig so füll blieb, um das Loos der dadurch betroffenen Katholiken nicht kümmere; scheint nun allmälig klar zu werden. Dic Polen werden und von ofstciöser preußischer Seite will man im Voraus! zwar wahrscheinlich nicht versäumen, in den Kammern daraus den Interpellationen im Abgeordnetenhause und im Reichs-! für Parteizwecke einige Münze zu schlagen, indessen dürsten tage die Spitze abbrechen. Man merkt die Absicht und wird' auch sie sich scheuen, die Regierung gar zu sehr znr Ans-

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