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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-27 · Heft 142 (27.11.1838) · p. Seite 573

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 142 (27.11.1838)
Date
1838-11-27
Page
Seite 573 (sequence 3)
Language
German
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573 P o I f t i *♦ Zweite Verhandlungen der Provinzialstände für Nor d - Jütland, über die Wählbarkeit der mosaischen Glaubensbekenner zu Ständemitgliedern. (AuS dem Dänischen der Ständezeitung, im Auszüge.) (Fortsetzung.) Er muß gleichfalls den geehrten Referenten auffordern, Aufklärung darüber zu geben, wie die stattsindenden politischen Verhältnisse und namentlich die Zerstreuung der Juden in alle Welttheile bei einem Juden, der nicht wahnsinnig ist, die Hoffnung erwecken können, daß die Wiederersiehung eines israelitischen Reiches sich nähere. Er muß gestehen, daß dieses ihm ein unauflösliches Räthset ist. Ferner muß er vom Referenten Aufklärung fordern, mit welchem Grunde die Majorität von den Juden sagen zu dürfen glaubte: „sie fahren fort wandernde Kinder Israels zu sein, wo sie auch geboren werden, oder sich aufhalten denn auch diesen Satz könne er nicht verstehen. Wenn ferner die Majorität des Committee behauptet, daß die Mosaiken in Dänemark dieses ihr Geburtsland nicht für ihr Vaterland ansehen, so muß der Beweis dafür zur höchst nöthigen Aufklärung mitgetheilt werden. Endlich muß um Aufklärung darüber gebeten werden, womit Referent die von ihm kürzlich geäußerte Meinung begründen wolle, daß die Juden nie aufhören werden, Juden zu sein. Referent mußte hiergegen erklären, daß er nicht glaubte, daß Jemand wissen kynne, was die Mehrheit der Jütlander wünschte, er glaubte aber auch nicht, daß es nothwendig wäre; denn er halte es für die Pflicht eines Deputirten, wie es auch im Gesetz ausgesprochen ist, nach eigener inniger Ueberzeugung zu handeln. Daß die Meinung der Majorität des Committee auf Vorurtheile gegründet wäre, hätte er schon einmal geläugnet. Die Distinction des Proponenten zwischen allgemeiner und öffentlicher Meinung könne er nicht fassen; denn soll der Unterschied der sein, daß die öffentliche Meinung nicht die Meinung der Pluraj lität, aber die richtige ist, so fallt sie immer mit eines Jeden persönlicher Meinung zusammen, denn sähe er die Meinung nicht länger für richtig an, so müsse er sie natürlich verändern. Beweis für die Meinung des Referenten, daß die Juden immer ihre Nationalität behalten, daß sie glau- \ ben und hoffen auf die Wiedererrichtung eines israelitischen! Reiches, und sich für das erste Volk der Erde ansehen, und j daß sie ihr Geburtsland nicht für ihr Vaterland ansehen, I so wie die Andeutung, wie die Conjuncturen sein müßten, die bei ihnen die Hoffnung auf die Wiedererrichtung eines israelitischen Reiches erwecken könnten, den Beweis zu führen, darauf wolle er sich nicht einlassen. Was man durch die Lebenslängliche Beobachtung einer Nation und durch das Lesen ihrer Geschichte für richtig anzunehmen glauben muß, dafür kann kein mathematischer Beweis gefordert werden. Daß die Juden unter allen Conjuncturen die Verbindung mit ihrem Volke erhielten, nicht immer zum Nutzen für das Land, in welchem sie wohnen, glaubt-er, habe die Geschichte der letzten 30 Jahre, so wie auch die altem, bewiesen. Wo das Interesse des jüdischen Volkes in Streit kommt mit dem des Landes, in welchem sie wohnen, wird natürlich bei ihnen das letztere zurückstehen müssen. Dies berücksichtigend hat die Majorität gerade das Wort Vaterland gewählt, welches für den Israeliten über die ganze Erde hin ist, im Gegensatz mit seinem Geburtsland, welches das Land ist, wo er wirklich geboren ist. Daß ein israelitisches Reich nicht wieder sollte entstehen können, sowie dieses Volk mehr als einmal sich gesammelt hat, nachdem es landflüchtig gewesen, kann ein wahrer Israelit nicht für unmöglich annehmen, oder unpassend zu glauben finden, und daß ein israelitisches Haus unter den Umwälzungen, die wir erlebt haben, die Finanzen mehrerer europäischen Reiche großen Theils in seiner Gewalt hat, glauben gewiß die Meisten. Proponent bemerkte, daß er sich jetzt nicht auf diese Einzelnheiten in dem Vortrage des Referenten einlassen wolle, um sich an die Hauptsache in dem Bedenken der Majorität zu halten, nämlich an die vier aufgestellten Behauptungen, für welche er Beweise vom Referenten forderte. Diese sind, so viel ihn dünkt, nicht beigebracht worden. Daß nun die Juden immer hoffen und glauben sollen, daß sie einmal ein selbstständiges Reich bilden werden, läugnet er durchaus. Ein solcher Glaube oder eine solche Hoffnung ist es nicht, was das autorisirte Lehrbuch Seite 35 als Antwort auf die Frage ausspricht: Was haben wir nach den Lehren, welche diese Bücher (die Bücher des alten Testaments) enthalten, noch zu hoffetr, und was sollen wir > erwarten? Die Antwort zeigt ausdrücklich, daß diese Hoffnung ein Heit jenseits des Erdenlebens umfaßt. Wenn Referent es nicht wahrscheinlich machen kann, daß solche bewegte Zeiten kommen können, daß die über alle Welttheile zerstreuten Juden vernünftigerweise zu der Ueberzeugung geführt werden können, daß die Zeit, wo ein eigene-

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