Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 47 (17.11.1885)
- Date
- 1885-11-17
- Page
- Seite 751 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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751 Herr Alexander Weill in Paris beehrt uns mit der Prag theilte nun dem Berf. die Abschrift eines Dankschreibens Zusendung des zweiten Theiles seiner Schrift: Le Pentamit, das sich im erzbischöflichen Archiv zu Prag befindet, teugue selon Lloise et te Pentateuyue seion Dsra. Dieser und welches die Juden in Prag am 16. Februar 1563 an zweite Theil befaßt „das Ende der Genesis". Wir haben den Erzbischof Anton richteten und zwar für die Bemühung schon früher wiederholt die Phantasterei des Herrn Weill dieses Kirchenfürsten um die Freigebung des Talmud. Der besprochen, nach welcher er Alles, was ihm nach seiner Hy- Berf. theilt dieses Dankschreiben im Original, nämlich in pothese von der Lehre Moses in diese nicht zu passen scheint,; lateinischer Sprache, sowie in deutscher Uebersetzung mit. Es von Esra einschieben und fälschen läßt. Er operirt hierbei! wird darin hervorgehoben, daß der Erzbischof „mit allen mit einem Rafirmesier, das nur sehr wenig übrig läßt. Wir! Kräften für die Wiederherstellung des Talmud gestritten und fühlen uns deshalb nicht bewogen, noch einmal auf diese völlig unkritische und unhistorische Kritik einzugehen. Solche j Herren dünken sich außerordentlich geistesfrei zu sein, während sie gerade im höchsten Maße durch ihre vorgefaßte Meinung geistesbefangen sind. — Bon der Geschichte der jüdischen Literatur von Gustav Karpeles (Berlin, Oppenheim 1886) ist die 2. Lieferung erschienen, welche mit der Darstellung der biblischen Literatur fortfährt. Das ganze Werk wird 18 Lieferungen befassen. Da der Berf. selbst den Wunsch gegen uns ausgesprochen hat, sein Werk erst nach Vollendung desselben besprochen zu sehen, begnügen wir uns vorläufig mit dieser Anzeige. — Das Tridentinische Concil und der Talmud. Von G. Wolf. Wien 1885. A. Holder. Eine kleine, aber interessante Gabe. Auf dem, von 1545 bis 1563 stattgefundenen Tridentinischen Concil kam auch die Frage in Betreff der Zulässigkeit des jüdischen Schriftthums und insbesondere des Talmud, auf welchem der Bann ruhte, zur Verhandlung. Wie man weiß, wurde beschlossen: Verboten gekämpft habe". Der Verf. erinnert daran, daß wie hier ein österreichischer Erzbischof, so in dem Pfefferkorn-Reuchlin'schen Streite die theologische Facultät der Wiener Universität zu Gunsten des Talmud entschied. Pest, 25. October. Die Midrasch-Literatur hat gegenwärtig keinen emsigern und eifriger» Pfleger als Herrn Solomon B über in Lemberg, mit dessen vorzüglicher Tanchuma- Edition wir uns erst jüngst in diesen Blättern beschäftigt haben. Bon diesem unermüdlichen Forscher erhalten wir wieder rr-iyn ay * xtr* cr~2~ k*-~ds zrcrp '"i: z*:*.p*n (Wien 1885). Schon Zunz hat in den „Gottesdienstlichen Vorträgen" S. 253 darauf aufmerksam gemacht, daß „man aus einer anderweitig nicht bekannten" und wie wir wohl hinzufügen dürfen, verloren gegangenen „Hagada des Deuteronomiums, Debarim Sutta genannt, einige zwanzig Fragmente im Jalkut findet." Diese von Zunz auch in der Note g verzeichnten Stellen hat Herr Buber gesammelt, ebenso alle die Stellen, welche Bachin oder Bechai in seinem sind: Der Talmud der Hebräer sammt allen Glossen, Com- Pentateuch - Commentar aus dieser Deuteronomium - Hagada mentaren, Erklärungen und Auslegungen. Hingegen können diese Bücher erscheinen, wenn sie nicht den Titel „Talmud" führen und nicht Verleumdungen und Kränkungen des Christen-; thums enthalten. Tatsächlich erschien dann eine Ausgabe des Talmud, gedruckt in Basel, unter dem Titel: Schischai gelegentlich anführt. Es war ein glücklicher Gedanke des geschätzten Herausgebers, in dem Fragment des Midrasch zu Debarim. das sich handschriftlich in München befindet, das Debarim Sutta zu vermuthen. In der That stimmt das Fragment, das Herr Buber jetzt zum ersten Male heraus¬ Sich-e ^sechs Ordnungen), in welchem die Censur massenhafte! gegeben hat, mit den betreffenden Stellen bei Bachin, Nach- Stellen, die ihr verdächtig schienen, strich. Frägt es sich nun,! maim u. a. m. überein. Die dem Texte beigegebenen Anwie es kam, daß die Curie milder gegen den Talmud gestimmt wurde, so wird in dem Leier hasikuk (canon purimerkungen, sowie das Verzeichniß aller Stellen, welche der Jalkut als dem Midrasch Debarim Rabba entnommen, an- Loatioms), welchen Mortara in Steinschneiders hebräischer! führt, erhöhen den Werth des Schriftchens, das wenn auch Bibliographie 1862, S. 74, mittheilt, angegeben, nämlich die! nur theilweise in der Zeitschrift „Beth-Talmud" ftüher erjüdischen Gemeinden zu Mantua, Mailand, Ferrara, und die! schienen ist. Die Midrasch-Literatur hat, wie wir hoffen, vou Gemeinden Piemonts schickten eine Gesandtschaft nach Rom, welcher sie 2000 Scudi zur Verfügung stellten, und die Herrn Buber noch weitere Bereicherung zu erwarten. — Die Durchforschung des Papyrus Erzherzog Rainer hat — päpstliche Curie wurde tolerant gestimmt. Jndeß genügt dies j wie aus Wien berichtet wird — eine Fülle wichtiger Ernicht. Vielmehr erweist cs sich, daß der Erzbischof Anton Brus von Prag, einer der Oratoren des Kaisers Ferdinand I. beim Concile, sich lebhaft für den Talmud interessirte. Dies geht schon aus einem Berichte an den Kaiser vom 17. Febr' 1562 hervor, in welchem er meldet, daß eine Commission zur Prüfung des Talmuds von 17 hohen Geistlichen, unter denen er selbst war, gewählt worden sei. Prof. Gindely in gebniffe in literarischer Beziehung zu Tage gefördert. Unter den hebräischen Papyri nimmt ein großer in Quadratlettern geschriebener arabischer Brief aus dem Beginne des neunten Jahrhunderts unstreitig den ersten Rang ein. Er ist das älteste bis jetzt bekannte arabische Schriftstück eines Juden. Obwohl geschäftlichen Inhalts, ist er doch sprachlich werthvoll für die Bestimmungen der arabischen Laute jener Zeit