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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-11-17 · Heft 47 (17.11.1885) · p. Seite 747

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 47 (17.11.1885)
Date
1885-11-17
Page
Seite 747 (sequence 3)
Language
German
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747 Boden der unbestreitbare Bortheil geschaffen wird, daß sowohl ’ Gelegenheit bietet. Dieser anonyme Prophet mit zeiner mächdurch die Vermehrung der Arbeitskraft wie auch der kleinen ' Ligen Beredtsamkeit hat in seinen tiefdurchdachten und tief- Wirthschaften der beste landwirtschaftliche Erfolg erzielt empfundenen Reden zwei Momente, von denen er ausgeht werden soll. und zu denen er immer wieder zurückkehrt. Die Exulanten Die Realisirung dieser Idee ist durchaus keine schwierige j in der Erkenntniß und Anbetung des einzigen Gottes zu und es werden sich gewiß auch hier zu Lande Männer finden, i befestigen und sie vor dem sie umgebenden Heidenthum zu welche gern bereit sein werden, die Sache in die Hand zu j nehmen und mit Eifer und Erfolg durchzuführen."-j Wir müssen es den Sachverständigen überlaffen, den! p raktischen Werth dieses Vorschlages zu beurtheilen. Immer-! hin scheint uns die unmittelbare Annahme jüdischer Acker- > baulehrlinge durch jüdische Landwirthe, wie die Wiener Allianz! beabsichtigt, hiermit nicht im Widerspruche und für den Anj saug ausführbarer. Bei Gelegenheit des 25 jährigen Jubiläums der Alliance; isr. univ. hielt das Localcomite in Leipzig eine Sitzung, in welcher die Rothwendigkeit, der Wiener Allianz in dieser großen und schweren Aufgabe zu Hülfe zu kommen, anerkannt ward, und daß deshalb die Mithülfe der Alliance univ. isr. beansprucht werden müsse. Das Leipziger Comite zeichnete sofort 500 Mk. und sandte sie mit einem sehr beredten Schreiben an das Central-Comite in Paris. Dieses gab hierüber einen Bericht in seinem letzten Monatshefte, und wird sicher diese, die Aufmerksamkeit in so hohem Grade beanspruchende Angelegenheit energisch zu fördern suchen. Wir halten uns auch überzeugt, daß die Anglo-Jewish Association nicht minder die Hand bieten werde. Mit Recht heißt es in dem Monatsheft der Alliance isr. aniv., daß die österreichischen Glaubensgenossen hierin, ohne Berücksichtigung der geographischen Grenzen, von denen der anderen Länder unterstützt werden müssen. Dies wird auch geschehen, aber wir meinen doch, daß die österreichischen Juden vorangehen müssen, namentlich die ungarischen, die auch einmal ihren Sinn und Eifer bethätigen müßten, wovon wir — locale Bedürfnisse natürlich ausgenommen — noch kein Beispiel gehabt haben. Jedenfalls muß die Sache ernstlich betrieben und soll auch von uns nicht aus den Augen gelassen werden. Nur muß man endlich von Worten zur That kommen'. Die Propheten und das mosaische Gesetz. ii. Wenn uns so Ezekiel vom Beginn des Exils über die treue Anhänglichkeit an das mosaische Gesetz ein beredtes Zeugniß giebt, und auf das Deutlichste bekundet, wie der Prophet von diesem durchdrungen war: so fehlt uns auch nicht die Kunde hierüber vom Ende des Exils. Hier ist cs Jesajas II. (Kapp. 40—66), der uns zur gleichen Beobachtung verwarnen, ist er unablässig bemüht, indem er ihren Verstand von der Wahrheit zu überzeugen und ihr Herz von den Nichtigkeiten der Götzen zu überführen trachtet. Tann aber sie zu der Rückkehr nach Palästina vorzubereiten, indem er sie auf den nahen Sturz Babels hinweist, sie dazu aufzufordern, als Babel fiel, und anzufeuern, als der Perserkönig die Erlaubniß zur Rückkehr gegeben hatte. Dies waren seine Zielpunkte. Bon hier aus lag es ihm nahe, an die Lehre und das Gesetz zu erinnern, durch welche Israel an die Verehrung des einzigen Gottes geknüpft war. Schon in seiner dritten Rede (Kapp. 42—45) wirft er den Israeliten vor: „Sie! wollten nicht auf seinen Gottes Wegen gehen und hörten nicht; auf seine Lehre" (42, 25), und daß sie ihre Opfer nicht dem Einzigen, sondern den Götzen dargebracht, wobei gerade die l Opfer aufgezählt werden, die der mosaische Cultus beschrän-! kend vorgeschrieben hat (43, 23). Auf das Gesetz der Reijnigfeit spielt er 52, 11 an, indem er den aus Babel Abj ziehenden befiehlt, „Unreines nicht zu berühren". Aufs Entschiedenste aber tritt der Prophet und zwar wiederholt für das Sabbathgesetz ein. Sittlichkeit und Heiligung des Sabbaths müssen nach ihm vereinigt sein, um den echten Israeliten auszumachen. So ruft er 56, 2 aus: „Heil dem Menschen, der Solches thut, dem Menschenfohn, der dies erfaßt, der den Sabbath wahret, ihn nicht zu entheiligen, und seine Hand wahret, nichts Böses zu thun." Mit Absicht sagt er „Mensch, Menscheusohn", denn sofort spricht er die „Söhne der Fremde" an, daß sie, „wenn sie sich dem Ewigen anschließen, ihm zu dienen, zu lieben des Ewigen Namen, Jeglicher, der den Sabbath wahrt, ihn nicht zu entheiligen und die festhalten an meinem Bunde: die werde ich bringen zu meinem heiligen Berge und sie erfreuen in meinem Bcthause, ihre Ganzopfer und Schlachtopfer zum Wohlgefallen auf meinem Altäre." Es ist immerhin bezeichnend, daß der Prophet die Institution des Sabbaths rr-iz nennt, wie 2 Mos. 31, 16. In der berühmten; Rede (Kap. 58) erwähnt er zuerst des großen Fasttages,! an welchem zwar die Israeliten sich kasteien, ihn aber statt mit Reue und Buße, „bei Streit und Hader, mit frevlen Fäusten schlagend" begehen, ihre Geschäfte und den Erwerb betreibend. Solch Fasten tadelt er bitter und führt dann mit begeisterten Worten aus, wie ein rechtes Fasten vor dem Herrn nur in der wcrkthätigsten Liebe und in der Hebung edelster Barmherzigkeit bestehe, und sofort als zweites Moment OB. 13): „wenn du des Sabbath wegen hennncst deinen Fuß, an meinem heiligen Tage dein Geschäft zu thun, so du 47*

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