Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1885)
- Date
- 1885-10-27
- Page
- Seite 700 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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700 dieser Subventionen erweist. Wie wenig diese der Noch der j Artikeln über „die Jesaianische Moral" und zwar des älteren armem Studenten abhelfen konnten, ersieht man aus diesen j wie des jüngeren Jesaias, und ebenso im Jahrgang 1878 Zahlen leicht. Dies vermindert den Dank und die Aner->Nr. 20 ff. über „die Moral der „Pirke-Aboth", auf welche kennung für die Leistungen des Vereins nicht im mindesten, - wir deshalb verweisen. Wir knüpfen hieran heute eine Be- und die Bemühungen des Vorstandes sind lebhaft zu würdigen, sprechung der Moral des Propheten Jirmejah. Aber niederschlagend wirkt dieses Resultat doch, und wie wir; Die Propheten geben keine theoretische Auseinandersetzung es schon so oft gethan, machen wir unsere Glaubensgenoffen über die sittliche Anschauung, die in ihnen lebte. Sie stehen auch diesmal auf diesen Zweig der Wohlthätigkeit dringend' mitten in der Actualität und greisen kräftig in dieselbe ein. aufmerksam. Möge dies nicht ohne Erfolg bleiben! Deshalb sind alle ihre Aussprüche an die wirklichen Zustände und Ereigniffe ihrer Zeit geknüpft, und es ist nothwendig, diese Zustände und Ereigniffe ins Auge zu fassen. L tj. um das, was sie sagen und was sie mit Stillschweigen überme ZlrmexayNlsche Moral. ric^tig ,u verstehen. Dies ist aber am notwendigsten Wir haben wiederholt in diesem Blatte auseinandergej bei Jeremias, der in seiner vielbewegten Zeit unaufhörlich gesetzt, daß eines der dringendsten Bedürfnisse der jüdischen! und mit größtem Nachdruck in die Vorfälle und Richtungen, Wissenschaft eine Geschichte der Ethik des Judenthums man könnte sagen des Tages eingriff und von denselben sei. Die systematische Darstellung der sittlichen Lehren und Vorschriften des Judenthums ist in alter und neuerer Zeit in ausgiebigster Weise und auf den verschiedensten Lehrstufen gegeben worden. Aber diese genügt nicht. Unsere Gegner wenden gegen dieselbe ein, mag sie auch noch so sehr mit Stellen aus dem biblischen und nachbiblischen Schriftthum belegt sein, daß sie nur ein Extract sei. der mehr oder weniger willkürlich herausgezogen und von dem jeweiligen Geiste und Culturstande der Zeit infizirt worden und von demselben entlehnt habe. Und in der That kann dem wissenschaftlichen Bewußtsein eine solche aus den verschiedensten Jahrhunderten entnommene Zusammenstellung nicht genügen. Ihm ist vielmehr darum zu thun, diese Ethik, ihre Auffassung und ihr Verständniß, sowie ihr wirkliches Leben in den Bekennern des Judenthums in der Entwickelung und aus den geschichtlichen Zuständen heraus zu erkennen und zum Bewußtsein zu bringen. Bei einer Jahrtausende umspannenden ideell und thatsächlich beherrscht wurde. — Jeremias trat zum ersten Male in der kurzen letzten Blüthezeit des alten Juda unter dem Könige Josias auf. Dieser hatte den Versuch gemacht, den Cultus des einzigen Gottes wieder zu läutern und nach dem Gesetze Mosis herzustellen. Aber dieser Versuch hatte nur eine kurze Zeit Dauer: das Volk stand ihm gleichgültig gegenüber. Dreißig Jahre hatte Josias unabhängig regiert, während in Inner asien der Kampf zwischen Assyrien und Chaldäa wüthete. Diesen wollte Egypten benutzen, um seine Herrschaft über Borderasien zu erneuern. Dem egyptischen Heere stellte sich Josias entgegen und wurde bei Megiddo geschlagen und getödtet (610). Pharao Necho setzte den vom Volke eingesetzten Sohn des Josias, Joachas, ab und dessen Bruder Jojakim ein. Bald aber zog Nebuchadnezar gegen die Egypter, schlug sie bei Carchemisch (606) und bezwang Jojakim. Nach seinem Tode (599) setzte sich sein Sohn Jojachin auf den Thron, wurde aber vom Heere geschichtlichen Erscheinung darf man sich nicht beschränken, > Nebuchadnezars zur Uebergabe gezwungen und mit 10 000 gewissermaßen nur Resultate hinzustellen, die doch auch derj Edlen, Schmieden und Zimmerleuten und vielen Tempelweiteren Fortbildung unterworfen sind. Wir müssen das schätzen nach Babel geführt. Der Babylonier setzte einen Werden, die Entwickelung, die Ausgestaltung in jeder größeren anderen Sohn Josias' Zidkijah zum Könige ein. Dieser aber, Periode erforschen und erst in dieser Continuität der Eninach Unabhängigkeit dürstend, ließ sich von der egyptischen faltung erlangen wir die Sicherheit und Vollständigkeit im Partei im Volke leiten und verband sich mit Egypten, so Wesen und Charakter unseres Objektes. Wir gestehen zu, daß er im achten Jahre seiner Regierung offen von Babydaß ein solches Unternehmen mit großen Schwierigkeiten ver-! lonien abfiel, was er nach dreijährigem wechselvollem Kampfe Kunden ist, die besonders in dem großen Umfange, in der! mit dem Verlust seines Thrones, mit der Zerstörung Jerumächtigen Fülle des Stoffes gelegen sind, die dabei zu salems und des Tempels und mit der Wegführung des Volkes überwinden wären. Wir sahen daher diesen Gedanken bis nach Babel bezahlte. Noch war ein Ueberrest in Judäa heute unausgeführt, und bedeutende Gelehrte, die wir darum zurückgeblieben; aber auch dieser wandte sich nach Egypten, angegangen, lehnten den Vorschlag ab. Wir haben deshalb um dort dem Götzendienst und der Vergessenheit anheimzuim Laufe der Zeit mehrmals Veranlassung genommen, einfallen. Dies waren aber nicht blos äußerliche Kämpfe. Das zclne Phasen dieser Geschichte der jüdischen Ethik herauszugreifen und in unserem Sinne zur Betrachtung zu ziehen. Im Jahrgang 1877 Nr. 50 begannen wir eine Reihe von Volk selbst war in zwei Parteien gespalten, in die egyptische und in die babylonische. Die erstere wollte mit Hilfe der Egypter die Unabhängigkeit wieder erringen; die Gegenpartei