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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-10-20 · Heft 43 (20.10.1885) · p. Seite 688

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 43 (20.10.1885)
Date
1885-10-20
Page
Seite 688 (sequence 8)
Language
German
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688 Einleitung, das Resultat jahrelanger Forschung, kann füglich als ein Werk für sich betrachtet werden. Dieselbe führt uns in die Geschichte und das Wesen des Tanchuma ein, macht uns mit den Schriften und Autoren bis auf den Berf. des Jalkut bekannt, die den alten Tanchuma gekannt und benutzt Habens, liefert eine genaue Beschreibung der verschiedenen benutzten Handschriften, ein alphabetisch geordnetes Berzeichniß der im Tanchuma genannten Tannaim und Amoraim und noch vieles Andere, was dem Forscher treffliche Dienste leistet. Wir scheiden von dem geschätzten Herausgeber, der, ein geachteter Kaufmann, aus reiner Liebe zur Wisienschaft, sich der mühevollen Arbeit unterzogen hat, mit herzlichem Danke für die vorzügliche Leistung und mit dem Wunsche, daß sein Werk die hervorragende Stelle in der Midraschliteratur einnehmen, die es in so hohem Maße verdient und daß er uns auch mit einer ähnlichen Edition des Midrasch „Schocher Tob" in nicht allzu ferner Zeit erfreuen möge. _ Dr. Kayserling. 11 Der in der 3. Lxforder Handschrift mehrere Male (136 —140) genannte Abraham Gajun ist der Barer des Lisiaboner Rabbiner Joseph Gajun und Vers, der Schrift nrcs. Man siehe meine Geschichte der Juden in Portugal S. 74. Der rühmlichst bekannte Hebraist S im on B a cher in Pest hat zu n"“i an seine Freunde ein schönes hebräisches Gedicht versandt. Bemerkenswerth ist daran noch besonders die^Menge von „Prat's", die er anzubringen verstanden. Jeder Vers endigt mit einem solchen, z. B. n"n"2"-i"D» nVo"*, — Wir erhalten von Oberrabb. vr. E. Neumann zu Gr. Kanischa: Hitszonoklatok es Beszedek. (Nagy-Kanizsan, Kiadvanya, 1886.) Es fiel uns dabei auf, wie vielsprachig die jüdische Literatur in unsrer Zeit geworden. Da sind in einer Woche hebräische, französische, englische, deutsche, russische und ungarische Schriften, alle jüdische Stoffe behandelnd, angelangt. Auch in der rusfichen und ungarischen Sprache werden allmählich alle Disciplinen der jüdischen Literatur angebaut. Hierher gehört auch die vorliegende Predigtsammlung, die wir aus diesem Gesichtspunkt begrüßen, deren Werth wir aber aus Mangel an Kenntniß der magyarischen Sprache > nicht ermesien können. Früher veröffentlichte derselbe Verf. eine gelehrte Schrift: Alubammedan Jozsef- Munda (Budapesten, 1881). — Deutschland.! Berlin, 6. October. (Privatmitth.) Die vorjährige Ver-' sammlung deutscher Rabbinen, die von einer so stattlichen Zahl aus allen Theilen des deutschen Vaterlandes besucht war, hatte beschloffen, daß die nächste Versammlung in diesem Jahre stattsinden solle; die Bestimmung des Ortes und der Zeit war der desfallsigen Commission überlaffen. Dieselbe wählte Breslau zum Versammlungsorte und den 7. und 8. October als den Zeitpunkt. Bedauerlicher Weise meldeten aber nicht mehr als 16 ihr Erscheinen an, und so sah sich die Commission bewogen, die Versammlung auf das nächste Jahr zu verschieben. Man darf als Grund nicht gerade Theilnahmlosigkeit ansehen. Bei vielen spricht der Geldpunkt mit; die große Mehrzahl der Rabbinenstellen ist sehr spärlich dotirt und kann ihr Budget eine jährliche große Ausgabe für Reisen nicht tragen. So lange es also an einer Kaffe fehlt, welche mindestens einen Zuschuß zu den Reisekosten zu gewähren vermag, läßt sich die Dauerhaftigkeit solcher Versammlungen nicht voraussetzen. Bei den früheren Rabbinerversammlungen in Breslau und Frankfurt a. M. gab cs eine solche aus freiwilligen Beiträgen gefloffene Kaffe. Hierzu kommt, daß die Wahl von Breslau schwerlich eine günstige war. Im fernen Osten gelegen, ist dieses Reiseziel für die Mehrzahl der Rabbinen ein zu weites und kostspieliges. Würde man einen Platz in der Mitte Deutschlands wählen, so könnte man auf größere Theilnahme rechnen. Daß die orthodoxen Rabbiner sich schon von der Berliner Versammlung fern gehalten haben, ist bekannt. Der projectirte Rabbinerverein ist ins Leben getreten und fand willigen Anschluß. Bon seiner Thätigkeit jedoch hat bis jetzt nicht das Geringste verlautet. — Die Nationalliberalen wollen im ersten Berliner Wahlkreise als Candidaten den Professor des Handelsrechts Goldschmidt (Israelit) aufstellen. Derselbe war früher Mitglied des deutschen Handelsgerichts in Leipzig und des Reichstages, schied aber aus Gesundheitsrücksichten aus beiden Stellungen aus und liegt seiner Lehrstelle an der hiesigen Universität ob. Berlin, 7. October. (Eingesandt.) Die Schriften des wiederbegründeten hebräischen Literaturvereins Mekize Nirdamim für das Jahr 5645 werden noch vor Ablauf des Berwaltungsjahres 1885 zur Versendung gelangen und einem jeden Mitgliede portofrei zugestellt werden. Mit dem 31. Octo-

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