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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-10-13 · Heft 42 (13.10.1885) · p. Seite 675

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 42 (13.10.1885)
Date
1885-10-13
Page
Seite 675 (sequence 11)
Language
German
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675 nach, in Verdun Geschäfte treiben zu dürfen. Die Verhandlungen hierüber sind recht interessant, da die Einwände der Zünfte wörtlich mitgetheilt werden. Das Dekret des Staatsrathes, an welchen die Juden appellirt hatten, war nicht aufzufinden. Doch muß dasselbe abschlägig gewesen sein, denn erst 1796 durften Juden in Verdun sich niederlassen. Wich-- tig sind vom historischen Standpunkt aus: „Ungedruckte Briefe des Rabbiners Salomon Azubi an Peiresi" über astronomische Gegenstände, welche Tamizey de Larroque und Jules Dukas mittheilt. — Pest, 17. Sept. (Literarische Notizen.) Wie bereits vor mehreren Jahren vom ungarischen und vom mährisch-schlesischen israelitischen Landeslehrervereine, so wurde Montag und Donnerstag recitirt wird, ist nicht von R. Lew ben Bezalel verfaßt, sondern findet sich schon im Sidur des R. Amram Gaon. Das Gebet tu: vtn wird S. 50 dem Sohne des R. Abina's, S. 96 und 152 dem Mar bar R. Abina, S. 214 und 333 dem Mar, dem Sohne von Rabina I beigelegt; S. 303, 349 u. a. heißt es wieder Mar, der Sohn R. Abina's I. Derartige Ungenauigkeiten sollten in einem zunächst für Schüler bearbeiteten Gebetbuche nicht Vorkommen. Herr Königsberg schreibt noch S. 256, 356 Targum „Jonathan ben Usiel, Schüler Hillels", trotzdem Zunz schon vor 53 Jahren in den „Gottesdienstliche Borträge" nachgewiesen hat, daß die aramäische Uebersetzung der Propheten, welche den Namen Jonathan ben Usiel nunmehr auch von dem israelitischen Landeslehrerverein in | trägt, mit Unrecht diesem Manne zugeschrieben wird; Böhmen ein israelitisches Gebetbuch herausgegeben. Dasselbe! übrigens ist die Trzzz “trip nicht dem Targum zu Hesekiel, erschien unter dem Titel „Alluph Thephillah rbzn -ps'X! sondern zu Jesaias (Cap. 6) entnommen. Die den Gebet- Vollständiges israelitisches Gebetbuch .... zum Gebrauche stücken beigegebene „Beleuchtung des Ritus" ist meistens bei häuslicher und öffentlicher Gottesverehrung, hauptsächlich l richtig; S. 61 ist bei 2'zx -px der Zusatz tzc ir 2~y zum Zwecke der Verwendbarkeit in Schulen als correctes zu streichen, denn tez zv z~v fällt nie an einem Montag Lehr- und Uebungs Gebetbuch, eingerichtet und systematisch oder Donnerstag. Diese Ungenauigkeiten, sowie einzelne geordnet .... von S. Königsberg, öffentl. Religions- Drucksehler, die mir aufgestoßen sind, wie S. 28 Psalm 137 lehrer (Prag, Jakob B. Brandeis 1886). Es ist das in der statt 147, S. 431 4. B. Mos. statt 1. B. Mos. u. a., wer- That ein vollständiges Gebetbuch, in dem nichts ausgelassen den in einer zweiten Auflage berichtigt und verbessert werden, wurde, und das sich vor anderen Gebetbüchern ähnlicher Art Trotz dieser Ausstellungen ist dieses typographisch schön ausdadurch vortheilhast auszeichnet, daß es den Betern bezw. > gestattete Gebetbuch sehr zu empfehlen, und hoffen wir, daß den Schülern außer einer kurzen Inhaltsangabe der Gebet-! es bei dem billigen Preise nicht bloß in Böhmen, sondern stücke und der Bezeichnung der Verfasser und ihrer Zeit auch > auch in weiteren Kreisen die weiteste Verbreitung finde. die Quellen der größeren Stücke, sowie eines jeden Segensspruches, eines jeden Bibelverses und somit wichtige Stützen zur Bibelkunde und zur Kenntniß des jüdischen Schriftthums bietet." Die in diesem Gebetbuche getroffene Eintheilung ist neu und originell und dürste sich auch als bequem und zweckmäßig erweisen. Auf die Herausgabe des Buches hat Herr Königsberg großen Fleiß verwendet und für einen cor- Aus dem Nachlasse des gelehrten Brodycr Rabbiners Ephraim Sal. Margolioth, der über zwölf Werke, darunter das bekannte -ptr: :'Z, über das Schreiben der Namen in Scheidebriefen, viele Rechtsgutachten, einen Commentar zur Pesikta Rabbati u. a. geschrieben, ist von Elieser Margosches ein bisher unedirtes Schriftchen Z'-sx 'z über die Segenssprüche der Früchte, Erdgewächse u. s. w. (Lemrecten Text möglichst Sorge getragen. — Das vorzügliche i berg) herausgegeben, welches sich im Besitze des Herrn Horwitz, Gebetbuch rr.-zp ~tz von Dr. S. Baer (Rödelheim | eines Enkels des Verfassers, befand. Dieses Schriftchen reiht 1868) scheint ihm unbekanntzu sein—; hingegen sind seine! sich, was Belesenheit und Scharfsinn betrifft, den übrigen „Bezeichnungen der Verfasser der Gebetstücke" nicht frei von! Werken des im August 1828 verstorbenen Verfassers eben- Jrrthümern und Ungenauigkeiten. Jigdal ist nach Luzzatto von R. Daniel bar Jehuda verfaßt; das Gebet w, das bürtig an. Dr. Kayserling. Keuitleton. Die polnischen Juden.! spricht sich in drei Artikeln in der Wochenschrift „Nation" Von Prof. Möller in Königsberg. Mitglied des Reichstages. mit so vieler Einsicht und gewissenhafter Erwägung über die (Aus der Wochenschrift „Die Nation" vom 12., 19. und 26. Sept ) ^jetzt von der Ausweisung betroffenen polnischen Inden und Herr Prof. Möller, der in Königsberg und Berlin so! ihr Berhältniß zu den deutschen" aus, daß wir es für eine viele Gelegenheit hatte, die polnischen wie die deutschen Juden' Pflicht erachten, auch unsrerseits zur Verbreitung dieser treffzu beobachten, ein Mann ohne Borurtheil und Parteilichkeit, I lichen Arbeit in ihren Haupttheilen beizutragen. Der Vor- 42*

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