Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 40 (29.9.1885)
- Date
- 1885-09-29
- Page
- Seite 640 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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640 in dem gedruckten Protokoll S. 323, der bei den Verhandist jetzt auf 281 gestiegen. Der stetige Anwachs giebt uns lungen einstimmig angenommen wurde. Auch die erste — nach dem bekannten Naturgesetz — die Bürgschaft, daß Synode zu Leipzig 1869 erklärte sich einstimmmig nicht bloß sich immer mehrere Gemeinden über die wohlthätigen Zwecke für die Zulässigkeit der Orgel, sondern auch, daß ihre Eindes Bundes klar werden und sich ihm anschließcn werden, führung wünschenswerth sei. Was uns besonders erfreut, ist, daß die Zahl der außer- Bonn, 16. September. (Privatmitth.) Für die Cvnordentlichen Mitglieder in den letzten Jahren sich sehr verferenz der Lehrer-Delegirten am 29. und 30. December 1884 mehrt hat, wodurch die Mittel des Bundes im verflosienen hatte der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes Jahre um 3093 M. sicherhöht haben, während die Beiträge auch eine «Ausstellung von Lehrmitteln für den jüdischen der Gemeinden 5366 M. betrugen. Wir erinnern uns mit Religionsunterricht" bewerkstelligt und in der eben erschie- Vergnügen, daß bei Gründung des Bundes der Antrag, nenen Nr. 15 der „Mittheilungen vom deutsch-israelitischen auch außerordentliche Mitglieder zuzulassen, d. h. neben den Gemeindebunde" giebt der Ausschuß einen Bericht über diese z Gemeinden auch Personen, von uns ausgmg. Bei einem Ausstellung. Der Gedanke war gewiß ein glücklicher, der j Kassenbestande von M. 2604 betrugen die Einnahmen auch für die Zukunft und für die weitere Hebung des jüdi- ^M. 31588, von welchen M. 1470 als Kasienbestand übrig schen Religionsunterrichtes gute Früchte tragen wird. Imblieben. Wir rufen dem Bunde das Schriftwort zu: „So merhin überraschend ist auch die günstige Ausführung des mehre er sich und so wachse er!" Planes. Eine stattliche Anzahl von Buchhandlungen lieferten! Berlin, 15. September. Die osficiöse „Nordd. Allg. ihre Berlagsartikel zu dieser Sammlung, welche — bei dem! Zeitung", die man immer als Organ des Reichskanzlers be- Mangel bibliographischer Nachweisungen auf diese,» Gezeichnet, enthält folgenden, für uns bedeutsamen Artikel. Sie biete — eine erfreuliche Uebersicht über die seit ungefähr erkennt die Thätigkeit der Christlich-Sozialen, soweit sie diesem 70 Jahren entstandene jüdische Schulbücherliteratur bietet. Namen entsprechen, an, „aber", fährt sie fort, „die Christlich - Die Zahl der in dem Kataloge aufgeführten Bücher ist 394, Socialen haben ihrer Agitation noch eine specisische Richtung gewiß ein Zeugniß von der Lebhaftigkeit und den Anstrengungen, die während jenes Zeitraums der gedachten Disciplin gewidmet wurden. Wahrlich, wo ein so günstiges Resultat gewonnen worden, muß dem Ausschuffe der vollste Dank gebracht werden. Jndeß war es wohl kaum zu vermeiden, daß diese Sammlung und damit auch der Katalog noch viele Lücken aufweisen. Wir gestehen offen, daß wenn uns die Aufforderung zu Gesichte gekommen wäre, wir mancherlei Beiträge hätten liefern können. Während z. B. unter gegeben, welche sich mit conservativen Tendenzen im reinsten und besten Sinne des Wortes nicht in Uebereinstimmung bringen läßt. Die Christlich-Socialen haben zwar den Antisemitismus nicht in Scene gesetzt" (Allerdings hat dies ihr Gründer und Leiter, Stöcker, gethan. der erst Antisemit, dann erst Christlich - Socialer war. Mit letzterm wollte er das erstere decken!), „aber sie haben ihm eine nutzbare Verwendung zu geben gesucht" (— namentlich zu Wahlzwecken'. — „Der Antisemitismus zielt auf ein bestimmtes Ziel ab, melden Bibeln die Arbeiten von S. R. Hirsch in 7 Bänden! ches im Bereiche des politisch - praktischen Lebens auf dem aufgeführt sind, fehlen die Bibelwerke von Salomon, Herxheimer und Philippson. Man wird es uns nicht verübeln, wenn wir unter den Gebetbüchern unser bereits in zwei großen Auflagen erschienenes Gebetbuch vermißen. Unbegreiflich erscheint es uns, daß unter den Religionslehren die grundlegenden Schriften von Peter Beer und Joelson — der letztere kann in der That als Vater der modernen jüdischen Religionslehren angesehen werden — fehlen. Am dürftigsten find die Jugendschriften bedacht. Hier fehlen z. B. die Dichtungen von Kompert, S. Krämer, der Saron, Jakob Tirado und Sepphoris und Rom, sowie mehrere Novellen von Bernstein. Da aber der Ausschuß Nachträge verspricht, so hoffen wir, daß Sammlung und Katalog sich completiren werde. Denn schließlich liegt der Werth solcher ganz besonders in der möglichsten Vollständigkeit. — In derselben Nummer wird auch der Rechnungsbericht des Gemeindebundes über die Zeit vom 1. April 1884 bis zum 1. April 1885 gegeben. Die Zahl der dem Bunde angehörigen Gemeinden Wege friedlicher Reform nicht wohl erreichbar erscheint. Es ist eines der sichersten Ergebniffe der politischen Entwickelung, daß die bürgerlichen Rechte der Staatsangehörigen durch den Unterschied des Religionsbekenntniffes nicht alterirt werden und selbst eine Politik des Fanatismus, welche dem Antisemitismus zu Hilfe kommen wollte, würde die Möglichkeit kaum finden, weil der Antisemitismus nicht klar erkennen läßt, ob er sich gegen die Religion, gegen die Nationalität, oder nur gegen die Geschäftsgewohnheiten richtet. Insofern also die Christlich - Socialen sich solidarisch mit dem Antisemitismus erklären wollten, würden sie nur als eine Agitationspartei in Betracht kommen können, welcher ebenso wie der Socialdemokratie die Agitation Selbstzweck ist. Aber diese Richtung entspringt nicht aus dem Begriff der Partei, welche ihrem Namen nach darauf angewiesen ist, den socialen Schäden mit den Hilfsmitteln des praktischen Christenthums bei» zukommen. Je ernster die Christlich-Socialen aber gerade diese Aufgabe nehmen, desto weniger werden sie den Berus