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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-24 · Heft 141 (24.11.1838) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 141 (24.11.1838)
Date
1838-11-24
Page
Seite 568 (sequence 2)
Language
German
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568 Christi klarer zu bezeichnen, als es die drei andern Evangelisten gethan hätten. Herr Salvador giebt auch eine Erklärung der Apokalypse. Seiner Meinung nach hat St. Johannes die Apokalypse geschrieben, um den Glauben der ersten Christen aufrecht zu erhalten, die da die neue Ankunft Jesu Christi und seine triumphirende Rückkehr sehr nahe geglaubt hatten, und über die lange Verzögerung zu murren begannen. Der Fall der Welt, der Streit des Himmels gegen die Erde und dessen Sieg; als Episoden die Zerstörung Jerusalems und Roms, die erste Rückkehr Jesu Christi auf die Erde und sein tausendjähriges Reich mit den Märtyrern und Bekennern seines Glaubens; endlich die allgemeine Auferstehung der Tobten und das jüngste Gericht, das sind nach Herrn Salvador die drei Akte des poetischen Drama's, welches man die Apokalypse nennt. Ich gestehe, daß diese Erklärungen, so klarste auch Herrn Salvador scheinen mögen, weit entfernt sind, mir vollkommen zu genügen; aber ich muß bekennen, daß von allen Theilen des Werkes des Herrn Salvador gerade dieser vielleicht der glänzendste ist. Wenigstens ist es Herrn Salvador außerordentlich gelungen, die menschliche Seite des Gcnie's des heil. Johannis und die wunderbare Schönheit dieser Dichtung zu zeigen, der ganz andere Schlachten als Homer und' Virgil besingt, den Streit des Guten wider das BD, der Oberwelt gegen die Unterwelt, Gottes gegen den Teufet. Hinsichtlich des Endes der Welt, bin ich sehr geneigt zu glauben, daß in der That die ersten Christen nahe daran zu sein dachten, seit achtzehn Jahrhunderten schon erwartet man es nächstens; ich halte mich an den Ausspruch Jesu Christi, welcher erklärt hat, daß Niemand weder den Tag noch die Stunde wisse, und ich verstehe darunter, wohl begriffen , das Jahr und den Monat. Eben so wenig will ich auf die Frage eingehen, zu wissen, ob mehrere Auferstehungen oder nur eine durch das Evangelium vorausgesagt sind, dieß würde mich zu weit führen, und ich verweise auf das Buch des Herrn Salvador. Man begreift wol, daß ich bei dieser Auseinandersetzung viele Dinge unberücksichtigt gelassen habe, welche um klar auseinandergcsetzt, oder widerlegt, oder nur einfach erklärt zu werden, ein noch dickeres Buch als das des Herrn Salvador erfordern würden. .Der Hauptpunkt, der Leitfaden ist, wenn ich nicht irre, die Unterscheidung der beiden Systeme, des hebräischen und des christlichen Systems. Im ersten, dem Systeme des Herrn Salvador, beziehen sich die Verheißungen der Propheten auf diese Welt, auf dieses Leben, auf die Verbesserung der Menschen auf dieser Erde, und um mich eines ganz modernen Ausdrucks zu bedienen, aus die fortschreitende Civilisation. Eine neue Civilisation wird aufgehen und das Volk Israels, welches uns seit achtzehn Jahrhunderten die Fackel derselben aufbewahrt, wird der glorreiche Held und König sein, ein gerechter Lohn für seine lange Ausdauer und seine Treue! Im zweiten Systeme verwirklichen sich die Verheißungen nur für eine neue Erde, glanzend in Frische und Klarheit, welche die Hand Gottes aus den Ruinen dieser alten, dem Verderben geweihten Welt hervorgehen lassen wird.. Das war wenigstens, nach Herrn Salvador, der Glaube der ersten Ekristen. Hernach ist dieser Glaube noch meh< vergeistigt worden; das im andern Leben versprochene Glück ist eine Art ganz mystischen Glückes, reiner Anschauung geworden, und man hat auf die glänzenden Triumphe der streitenden Kirche, auf ihre irdischen Reichthümer, auf ihre Macht über Könige und Völker das übertragen, was die Propheten von der glorreichen Herrschaft des Messias auf dieser Erde angekündigt hatten. (Schluß folgt.) Belletristik. A b e u d r o t h. Eine Reihe romantisch-historischer Skizzen von Friedrich Waldemar (Dr. Fricke in Göttingen). I. Arrtipatev. (Schluß.) Sein Vater wiegte sich in den schönsten Hoffnungen, und sah es nicht ungern, daß Herodes gerade der feindlichen Partei des Aristobut einen wesentlichen Dienst geleistet hatte. Für das Land hatte dieser Vorfall aber noch den Nutzen, daß sich Herodes bewogen fühlte, Jagd aus die Räuber anzustellen, und daß er sie wirklich auffand, und nach hartnäckiger Gegenwehr besiegte. Da er Straßenräubern keine Rücksichten schuldig zu sein glaubte, so gab er nirgends Schonung, sondern ließ die Elenden auf der Stelle niederhauen. Diese rasche Justiz billigte der Vater zwar nicht, allein im Allgemeinen fand sie doch Beifall, und namentlich die Bewohner der Gegenden, wo die Räuber gehaust hatten, jubelten hoch über diese rasche That. Sie sahen nur auf den Nutzen und kümmerten sich in diesem Falle wenig um den Rechtsgang. Nach einem Jahre blüh'te Frieden und Wohlstand rings umher im Lande, und Antipater waren jetzt noch wenig , von seinen Wünschen unerfüllt übrig geblieben. Was meinst Du jetzt, Eteazar, sagte er eines Tages zu dem Gefährten, als sie ausruheten von der Last des Tages und vom hohen Dach des Hauses ihren Blick über die gesegneten Fluren schweifen ließen, was meinst Du, handelte ich nicht recht, daß ich blieb, wozu ich berufenem? Du

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