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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-08-25 · Heft 35 (25.8.1885) · p. Seite 565

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 35 (25.8.1885)
Date
1885-08-25
Page
Seite 565 (sequence 13)
Language
German
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585 thümer auf. Der Abenteurer Molchs hieß nicht Samuel (S. 227, 269), sondern Salomon; Uriel da Costa hatte vor seiner Ueberfiedelung nach Amsterdam nicht in Spanien (S. 241), sondern in Portugal gelebt; Mendelssohn's Pentateuch-Uebersetzung erschien nicht, wie Reinach S. 297 angiebt, 1779, sondern 1780—1783. Die Prager jüdische Gemeinde gehörte in der Mitte des 16. Jahrhunderts nicht zu den unwissendsten, und G. Rieffer war ein Prediger der jüdischen Reformgemeinde in Berlin. Auch fällt die Errichtung des Rabbinerseminars in Budapest nicht in dieselbe Epoche mit den Cultusreformen Mannheimers in Wien. Solche und ähnliche Jrrthümer werden in einer zweiten Aufdem Sohne des Predigers vr. Jastrow in Philadelphia, als Inauguraldissertation eine Schrift über den Begründer der hebräischen Grammatik „Abu Zakarijja Jahja ben Dawud Hajjug und seine zwei grammatischen Schriften über die Verben und schwachen Buchstaben und die Verben mit Doppelbuch, staben" (Gießen 1865). Herr Jastrow beabsichtigt, den in St. Petersburg und Oxford handschriftlich vorhandenen arabischen Text des bisher unbekannten grammatischen Buches Hajjugs „Buch der Würze" zum Druck zu befördern und giebt in diesem Schriftchen eine Probe davon mit Uebersetzung und Noten. Diese Arbeit liefert den erfreulichen Beweis, daß der junge strebsame Verfasser sich mit seinem Thema verläge Berichtigung finden. Eine recht dankenswerthe Beigabei traut gemacht hat und sehen wir dem Erscheinen der größeren ist im Anfang die „Vertheilung des jüdischen Stammes in Arbeit entgegen. Bon Herrn vr. Jastrow in Philadelphia den verschiedenen Ländern und Erdtheilen" und eine chronoj erscheint ein chaldäisch-englisches Wörterbuch und dürfte die logische Tabelle. Wir hoffen, dem für die jüdische Wissenj erste Lieferung desselben in den nächsten Wochen die Presse schaft begeisterten Verfasser recht bald wieder zu begegnen I verlassen. und wünschen, daß sein Buch dazu beitrage, das Interesse für j Bon dem „Jllustrirten jüdischen Familien-Kalender," das Studium der jüdischen Geschichte und Literatur zu wecken herausgegeben von Julius Meyer in Halberstadt, ist der und zu fördern. — Wie wir aus einer Notiz in dem eben j achte Jahrgang für das Jahr 5646 —1886 erschienen. Derangezeigten Buche ersehen, wird von Herrn Isidor Loeb! selbe bietet im literarischen Theile eine Dorfgeschichte aus in Paris ein neues geschichtliches Werk: ves Juifs en Europe | Ungarn, die Judenelfe von S. Rosner, die Biographie des demnächst die Presse verlassen. I Dichters Ludwig August Frankl — ein Abdruck aus dem Angeregt durch die vortrefflichen Arbeiten der Herren! biographischen Lexicon des Kaiserthums Oesterreich von Const. Derenboug in Paris und W. Bacher in Budapest, wenden j von Wurzbach — mit Titelbild, mehrere poetische Beiträge sich jetzt auch jüngere Gelehrte den alten jüdischen Gramms- ' von Frankl, Michel Levy, Clara Levy und F. Bachmann, tikern zu. So erschien jüngst von Herrn Morris Jastrow,' Humoristisches und Gemeinnütziges. vr. Kayserling. Keuilleton Erinnerungen. HI. Die schlicht erzählten Erinnerungen, die ich in den beiden vorhergegangenen Nummern mitgetheilt, erweckten in Theilnehmenden den Wunsch, noch mehrere derselben aus unserem Leben zu erhalten, besonders aus dem Kreise der Collegen, mit welchen wir in vielfache Berührung gekommen. Wenn wir diesem Wunsche genügen, können sie jedoch auf eine große Ausbeute nicht rechnen. Ich glaube, daß die Leser meiner Schriften es mir abgemerkt haben, daß ich wenig befähigt bin, von anderen Personen Nachtheiliges vorzubringen, daß vielmehr die Neigung in mir vorherrscht, überall das Rühmenswerthe anzuerkennen. Will man aber Persönlichkeiten zutreffend schildern, so muß man die Schattenebenso wie die Lichtseiten hervorheben, weder die einen noch die anderen mit allzu starken Farben auftragen, weil sonst das Bild kein wahres, kein der Wirklichkeit entsprechendes oder sogar ein verzerrtes wird. Wozu sollte es auch dienen, wenn man nicht I ein Stück unparteiischer Geschichte schreiben will, an längst! dahingegangenen Menschen die Mängel und Fehler, die sie j im Leben verunzierten, aus der Vergessenheit herauszuheben, noch dazu, da sie sich zu vertheidigen oder zu rechtfertigen nicht mehr vermögen? In den dreißiger oder vierziger Jahren hatten es die jüngeren Rabbiner, welche die Tendenz zur Reformirung, namentlich des ganz verfallenden Gottesdienstes in sich trugen, recht schlimm. Das große Publikum in unseren Glaubensgenossen sah jede, auch die unschuldigste, dem Ritualgesetze garnicht widersprechende Neuerung, als eine „Sünde" an. Dies geschah nicht etwa blos von Seiten der orthodox Gesinnten und Lebenden. Männer, welche außer am Jom Kippur niemals in der Synagoge erschienen, und keine Art von Satzungen beobachteten, waren doch entrüstet, und hielten in ihren Aeußerungen damit nicht zurück, wenn sie irgend einen Nigun (Melodie) nicht hörten, wie sie ihn von Kindesbeinen an gewohnt waren. Der kleinste Schritt vorwärts kostete einen harten Kampf. Einem namhaften Rabbiner geschah Folgendes: Er hatte endlich mit vieler

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