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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-08-25 · Heft 35 (25.8.1885) · p. Seite 561

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 35 (25.8.1885)
Date
1885-08-25
Page
Seite 561 (sequence 9)
Language
German
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561 beiderseitigen Genossen, der jedoch die Polizei durch Verhaftung der Uebelthäter ein schnelles Ende bereitete. Turek, 7. August. (Privatmitth.) Zu unserer großen Freude können wir Ihnen heute die Nachricht geben, daß für nächste Zeit die tieferschütternden Besorgnisse von „Hundert" unserer Glaubensgenoffen in Libau gebannt sind. In unserem dem entsetzlichen Brande sich befinden, wurde noch unter Anführung des „Polizei-Pristaws" Kosello gegen die Juden ein brutaler Krawall inscenirt, wobei eine ungeheure Zahl leicht verwundet, einer getödtet nnd zwei gefährlich verwundet wurden. Erst nach dem Einschreiten des Herrn Gouverneurs wurde dem Exceffe Einhalt gethan. — Der berüchtigte Apoletzten Schreiben theilten wir bereits von einem an die Posiel und Organisator der „Biblischen Brüderschaft" ut Zelizei zu Libau neulich ergangenen harten Erlaß: „zur Ex-; liffawetgrad Gorodin soll gegenwärtig mit Genehmigung der Mission der dort in sehr großer Zahl ohne Berechtigung sich Regierung für seine „Quasi-Gemeinde" ein besonderes Betaufhaltenden Juden", mit. Jetzt aber bringen unsere Zei- Haus eröffnet haben, wo der Gottesdienst nach dem Ritus tungen die erfreuliche Nachricht, daß die humangefinnte Lan> der Congregationskirche stattfinden wird. — Der Kischine war desregierung der Provinz Kurland dieses entsetzliche Austrei- Exreformator, weiland „Josef", jetzt aber „Iwan" Rabbinobungsdecret unter Berufung einer schon längst getroffenen 1 Witz, ist mit antisemitischen Predigten in dem russischen Verfügung des vormaligen Ministers des Innern Makow,! „Kirchlichen und Gesellschafts-Boten" gegen uns Juden auf- und einer jüngsten Bestimmung des gegenwärtigen — Grafen j getreten. — Zufolge dem „Sarja" haben vom 20. bis Tolstoi, vorläufig sistirt hat, und die Juden dürfen hier ruhig 30. Juni er. die Stadt Berditschew 75 jüdische Familien, weiter verbleiben, wie auch, dieser Berufung gemäß, „Alle", j ca. 200 Seelen verlassen, die theils nach Amerika, theils die vor den sog. „Maigesetzen" sich in anderen kurländischen nach dem heiligen Lande ausgewandert seien. — Aus Ha- Städten niedergelaffen haben, ferner „wohnungsberechtigt"! nover werden die aus Polen dort nicht berechtigt wohnenden find. Hoffentlich wird auch der Senat, an den diese An-! jüdischen Familien ausgewiesen. Zu ihrer Weiterbeförderung gelegenheit zunächst gelangen wird, dem Votum der Landes- > werden sie von den Juden daselbst unterstützt. — Die jüngste regierung zu Gunsten der Juden beistimmen, wodurch die Entscheidung aufrecht erhalten wird. — Der dirigirende Senat hat eine Angelegenheit, welche für Tausende unserer Brüder, die Nummer des amerikanischen jüd. Organs „Jew. Meffenger" schreibt, daß die ohne Unterbrechung fortgesetzte Maffenauswanderung der absolut unbemittelten jüdischen russischen auf dem flachen Lande wohnen, eine „Lebensfrage" ist, zu Flüchtlinge nach Amerika den jüdischen Unterstützungsvereinen deren Gunsten entschieden. Bekanntlich wurde die, von dem! zur Last fallen, so daß die Vereine schon außer Stande seien, kurländischen Domänenhof erlaffene schmähliche Verfügung, alle diese Ankömmlinge dem schweren Elende zu entreißen, sämmtliche Dorfbewohner jüdischer Confession der Provinz denn es seien mehr Ansprüche um Hilfe als die Mitglieder- Kurland, die dort vor dem Inkrafttreten der harten „Jgnabeitrüge ermöglichen. Unter diesem Auswanderungsstrome tiew'schen temporären Maßregeln" domicilirten und deren leidet die gesammte amerikanische Judenheit sehr schwer. — Contracte jetzt eben abgelaufen find, auszuweisen, dem diri- Die Stadt Kischenew hat, wie man dem „Hazestra" schreibt, girenden Senat zum Votum und zur Entscheidung untereinen schweren Verlust erlitten. — Der berühmte jüdische ruff. breitet. So hat der Senat die Entscheidung dieser Ange- Gelehrte und Patriot vr. D. I. Flisfeder ist in seinem legeuheit der höhereu Instanz der Landesregierung endgiltig 63. Lebensjahre gestorben. Durch seine auf dem Gebiete constalirt, daß die nämlichen jüdischen Landbewohner „under jüdischen Geschichte in russischer Sprache verfaßten Werke gehindert" in ihren Wohnsitzen bleiben dürfen. — Noch hat hat sich der Dahingeschiedene den Ruf eines der größten der regierende Senat, dem „Woschod" zufolge, in Anlaß russischen Schriftsteller erworben. — Es fand jüngst in eines Specialfalles einer örtlichen Behörde entschieden, daß Warschau eine „Ausstellung für Landwirthschaft und Industrie" die „jüdischen Bethäuser" in jeder Beziehung gleich den statt. Auch eine große Anzahl unsrer Glaubensgenoffen hat christlichen Kirchen als „Gotteshäuser" (und nicht nur als an dieser Ausstellung hervorragenden Antheil genommen, und Gemeindehäuser) zu betrachten sind. — Infolge der seltsamen zwar in allen Zweigen der Industrie und Ackerbau wo ihre „Maibestimmuogen" ist jetzt beim Senat die Frage entstankunstvollen Leistungen großes Aufsehen erregten. Fast allen den, ob eine Stadtvertretung Beschlüffe faffen darf, wenn jüdischen Ausstellern wurden von dem „sachverständigen Comitv" das Dritttheil der jüdischen Mitglieder vollzählig, die zwei ehrenvolle Auszeichnungen zuerkannt. — Unser Glaubens- Drittel christlicher aber nicht alle erschienen sind? — Im genösse, der geniale Bildhauer Bernstein aus Riga, ist zur Gouvernement Tschernigoff traf man die Anordnung, dag Vervollständigung seiner künstlerischen Ausbildung neulich auf bei einer Sitzung der „Duma" nach der fehlenden Zahl der Kosten der Petersburger „Akademie der Künste" nach Italien christlichen Abgeordneten auch die jüdische Mitgliederzahl begeschickt worden. — Der gefeierte Virtuos Anton Rubinschränkt werden solle. — Außer der grausamsten Noth, in stein zu Petersburg ist gegenwärtig mit der Composition welcher „Tausende" von jüdischen Familien in Grodno nach, eines Oratoriums in 8 Abtheilungen: „Das Leben Moses" ss

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