Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1885)
- Date
- 1885-08-11
- Page
- Seite 529 (sequence 9)
- Language
- German
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529 fet6e, deren antisemitischer Beschluß noch immer so viel von > uns aus seinen mächtigen Fittigen einer schöneren und glücksich reden macht. Dr. Weitlos, der Obmann des Deutschen kicheren Zukunft entgegenführen." Schulvereins, drückt in einem Communique zwar die Hoff-! Der § 3 der Statuten lautet: nung aus, daß die Wiener Studenten ihren Beschluß revo- § 3. Mittel zur Erreichung des Zweckes. Der Zweck ciren werden, sobald sie im Herbst vollzählig hier eintreffen, wird angestrebt: a) durch Veranstaltung geselliger Abendallein diese Erwartung scheint trügerisch, denn die Burschen- Unterhaltungen und größerer Festivitäten; d) Durch Errichschaften stehen unter dem Einflüsse Schönerer's, folgen ihm j tung einer entsprechenden Bibliothek und Anschaffung einschlänach Kaaden und gaben dem Abgesandten des Herrn Weit-! giger Zeitschriften; o) durch Vorträge und Dicussionsabende; los auf dessen Vorstellungen den folgenden Bescheid: „Sagen ä) durch Ausschreibung von Preisarbeiteu. -sie dem vr. Weitlos, dem Erfinder des parlamentarischen , Man kann nicht verkennen, daß, wenn die Leitung dieses Standrechtes, und seinen Gesinnungsgenossen, von welchem Vereines in den rechten Händen liegt, derselbe recht günstige Geiste die Heranwachsende Jugend erfüllt ist, die Jugend, Erfolge erreichen kann, die wir ihm von Herzen wünschen, der die Zukunft gehört, damit jene Herren es wissen, was Pest, 22. Juli. (Privatmitth.) Der frühere Neu-Pester für ein Schicksal ihnen bevorsteht, wenn diese Jugend einst Rabbiner Albert Sterenyi alias Stern geht, seitdem er seine ins öffentliche Leben eingetreten sein wird." Diese Worte Stelle in Neu-Pest verloren hat, mit dem Plane um, in der wurden mit stürmischem Beifall begleitet und Herrn Weitlof Hauptstadt eine Reformgemeinde nach amerikanischem Muster ein kersat zugeschleudert. Die akademische Ortsgruppe wird zu gründen. Der Minister für Kultus und Unterricht, an wohl kaum Ein- und Umkehr halten, und die ganzen Machi-, den sich Herr Sterenyi wegen Constituirung seiner Gemeinde Nationen werden endlich womöglich der Regierung die heiß- > wandte, ließ nun an die Stadtbehörde die Verständigung geersehnte Gelegenheit bieten, den Deutschen Schulverein auflangen, daß er einer Vereinigung, welche sich als reformirtc zulösen. Juden bezeichnet und ihm auch ihre Glaubensartikel zur Wien, 28. Juli. Das Obergericht wies die Beschwerde Einsichtnahme vorgelegt hat, die Abhaltung von Gottesdiensten des vr. August Briemanus gegen das Uriheil zurück, mit gestatte. In dem ministeriellen Erlasse wird jedoch zugleich welchem über ihn gegen Urkundenfälschung unter Zugrundebemerkt, daß, nachdem für diese Bereinigung ein Statut nicht legung des deutschen Strafgesetzes eine zweimonatliche Kerkervorliege, die Akten an den Minister des Innern zum Zwecke strafe verhängt wurde. Wien, den 28. Juli. (Privatmitth.) Es ist nicht zu verkennen, daß die antisemitischen Bestrebungen und Kund' gebungen in der jüdischen Jugend eine energische Tendenz zum Widerstande hervorruft. Diese äußert sich in den Ber weiterer Veranlassung geleitet werden. Die Glaubensartikel wurden dem ung. Landes-Rabbiner-Seminar zur Begutachtung übergeben. Der Obercantor der isr. Gemeinde in Odessa, Hr. Jakob Bachmann, wurde zum Cantor der hiesigen Gemeinde-Synasuchen, jüdische Vereine zu gründen, durch welche die Oppoj sition gegen die Tagesströmung gekräftigt werden soll. So fraglich das Gedeihen dieser Vereine ist, da es dabei besonders auf die Kräfte ankommt, die sich darin zusammensinden und thatkrästig wirksam werden, so muß man doch schon von ihrem Entstehen einige Notiz nehmen, als Symptome der Zeit und ihrer Richtungen. So versendet jetzt ein neuer „Verein jüdischer junger Männer „Zukunft" ~rr\y in Wien" ein Programm. Es heißt darin: Durch geselliges Zusammenleben und geistiges Zusammenwirken soll diesem hohen Zwecke zugesteuert werden. In Zeiten der äußeren Drangsale soll hier der jüdische junge goge gewählt. Aus Ungarn, den 28. Juli. Im heutigen Abendblatte des „N—t" lesen wir folgendes amüsante Histörchen: Die berühmte Stadt Szoboßlö ist bekanntlich reichlich mit Abgeordnetenkandidaten gesegnet: zwei von der äußersten Linken und ein Rezierungsanhänger sind im Begriffe, um das Mandat zu kämpfen. Aber es steht geschrieben, daß kein Bezirk ohne antisemitischen Kandidaten sei, — und so ist denn von Budapest ein Mann dieser Gesinnung nach Szoboßlö gefahren, indem er bei sich erwog, daß unter drei Streitenden der Sieg ohnedies dem Vierten gebühre. In Szoboßlö begann er denn anzuklopfen, um sich Mann im Kreise seiner Stammesgenossen Stärkung und Er- Stimmen und seinen Lehren Getreue zu rekrutiren. Er begab bauung sich holen, nach den Mühen der alltäglichen Arbeit ^'ich — so wird wenigstens erzählt — zu einem hervorragenin geselligen Zusammenkünften und würdigen Unterhaltungen | deren Beamten dieser Stadt und fragte ihn, ob er Neigung ihm freundlich und brüderlich entgegenschlagende Herzen j in sich verspüre, das Banner der „Sache" in die Hand zu finden; hier soll durch Pflege und Verbreitung der rühmnehmen. Der Beamte erwiderte, er könne eigentlich nicht würdigen jüdischen Geschichte und jüdischer Wissenschaft die! viel ohne seine eigenen Wähler thun, doch wenn der Herr Liebe zu seinem Volke geweckt und hochgehaltcn werden, —! Kandidat (übrigens der jüngere Bruder eines antisemitischen hier soll der Geist unserer Väter wieder Einkehr finden und! Abgeordneten) einige unter den hervorragenderen derselben zu