Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1885)
- Date
- 1885-08-11
- Page
- Seite 528 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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528 handelt alles Christliche mit Gehässigkeit, Verleumdung uiid! Sonntagsruhe überreicht, worin darauf hingewiesen wird. Falschheit. j daß sie aus religiösen Gründen am Samstag nicht arbeiten Ergebenst! können und nunmehr durch die neue Verordnung gezwungen Hosprediger Stöcker, j feien, auch am Sonntag nicht zu arbeiten, wodurch sie in Die unterstrichenen Stellen sind besonders „wahrhaft", j ihrem Erwerb schwer geschädigt seien. Ich möchte Herrn Stöcker nun fragen, wann und wo die jü-j Wien, 27. Juli. (Privatmitth.) Wie wir in voriger dische Presse Institutionen der christlichen Kirche zu zerstören! Nr. berichteten, strebt ein Theil der hiesigen Studentenschaft unternommen hätte; auch der Borwurf mit der liberalen j — wie bis vor Kurzem in Berlin, Breslau und Leipzig — Presse ist längst entkräftet, die Chefredacteure der liberalen unter dem Borwande der „Deutschen Nationalität" ihrer Blätter sind zumeist nicht Juden. Doch all dies bei Seite;! antisemitischen Gesinnung einen Ausdruck und einen Standalso die Juden behandeln alles Christliche mit Haß, und Herr Stöcker redet von den Juden nur mit Liebe. Die Rcdaction bemerkt dazu: „Der Herr Einsender stand ort in einem studentischen Ortsverein des deutschen Schulvereins zu schaffen, aus welchem Juden prinzipiell ausgej schlossen sein sollen. Die „Boss. Ztg." enthält darüber eine uns mit vollem Namen für die Aechtheit der Stöcker'schen j weitere Korrespondenz, welcher wir die Bemerkungen voran- Briefe ein." schicken wollen, daß Reisen der antisemitischen Agitatoren, Cottbus, den 27. Juli. Man schreibt uns: Am 4. wenn sie an ihrem Wohnsitz keinen genügenden Anklang mehr und 5. August findet Hierselbst die 41. Niederlausitzer Pastoral-! finden, um in den Provinzen Propaganda zu machen, nichts Konferenz statt. Dieselbe ist öffentlich und der Zutritt Jeder- Neues sind und für uns nichts Erschreckendes haben; sind mann gestattet. Wie wir hören, wird auch Herr Hosprediger doch die Erfolge meist nur gering oder doch bald wieder Stöcker einen Vortrag halten über das Thema: „Die Lösung verschwindend. Was den deutschen Schulverein betrifft, wenn aller politischen und sozialen Fragen liegt im Christener den Antisemiten den Zugang eröffnet, so wird er sich dathum." | mit nur selbst schaden, da er auf diese Weise einen so eng Hannoder, den 26. Juli. Der (im altpreußischen Sinne j herzigen Geist bewiese, daß seine Gegner nur neue Gründe conservativen) „Hannov. Post" gegenüber, welche für den gegen ihn daraus schöpfen könnten, abgesehen davon, daß Hosprediger Stöcker Partei ergreift, bemerkt die deutsch-hanno-! er eine doch nicht unbeträchtliche Volksklasse seinem Gegner versche „Deutsche Bolkszeitnng" u. A.: „die Behauptung, inj in die Arme triebe. Wir würden es sehr bedauern, wenn unserer Provinz sei für die Thätigkeit Stöcker's so viel Berj abermals deutsche Nationalität und Antisemitismus sich idenständniß und Sympathie vorhanden, ist unwahr, und deßhalb soll sie nicht allein nicht unwidersprochen bleiben, sondern wir wollen ausdrücklich Protest gegen den Versuch erheben, die Hannoveraner in ihrer Gesammtheit oder auch nur in einem wesentlichen Theile als mit dem Hosprediger Stöcker tifizirten. Die Corresp. lautet: „Ritter von Schönerer unternimmt einen Kreuzzug in das nordwestliche Böhmen, um dem Antisemitismus auch dort eine feste Burg zu bauen, wie ihm dies in Schlesien und in Niederösterreich so hübsch gelungen sympathisirend hinzustellen. Hätte der Herr Stöcker sich darauf. ist. Der hiesige deutsch - nationale Verein veranstaltet am beschränkt, die jüdischen Auswüchse zu bekämpfen, und hätte j 9. August in Kaaden eine Wanderversammlung mit ansge er diesen Kampf mit Ruhe, Besonnenheit und Takt geführt, sprachen antisemitischer Tendenz, und es scheint darauf abgeso hätten wir an seiner Seite gestanden. So wie die Sache sehen zu sein, daß die deutsch-böhmischen Nationalvercine, liegt, bleibt uns nichts übrig, als jede Gemeinschaft mit ihm j deren Mitglieder ja auch in den Ortsgruppen des Schul abzulehnen." j Vereins sitzen, den Grundsatz Schönerer's acceptiren und „alle Pose», 30. Juli. (Privatmitth.) Die Rohr'schen Erben i Juden und Judenmischlinge", also auch getaufte Juden, aus haben die Summe von 300,000 (Dreimalhunderttausend! ihrer Mitte ausschließen. Außerdem wird aber auf dieser Mark), sowie ein Grundstück für das in unserer Provinz zu! Versammlung die Taktik berathen werden, welche die Antierrichtcnde jüdische Lehrerseminar zugesagt unter der Bej semiten anläßlich der im September in Teplitz stattfindenden dingung, daß letzteres in ihrer Vaterstadt Bojanowo Hauptversammlung desDeutfchen Schulvereins befolgen sollen, errichtet werde, und ist diese Bedingung auch bereits von j Herr von Schönerer sitzt nämlich im Ausschuß desDeutfchen dem 6omite dankbar acceptirt worden. Schulvereins und scheint bei den Neuwahlen an eine „Puri- I ficirung" der Centralleitung gehen zu wollen. Noch bei jeder Oesterreick-Unaarn Hauptversammlung des Deutschen Schulvereins haben die '' o Schönerianer derartige Versuche unternommen. Sehr bc- Wien, 25». Juli. Mehrere jüdische Gemeinden in Galtmerkenswerth ist, daß sich auch die neugegründete Wiener zien haben der „Bohemia" eine Beschwerde in Betreff der akademische Ortsgruppe in Teplitz vertreten lassen wird, die-