Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 32 (4.8.1885)
- Date
- 1885-08-04
- Page
- Seite 513 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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513 der „Kreuzzeitung" und dem „Reichsboten" zu den „Juden-, verband mit einer umfassenden theoretischen Bildung einen einknechten" gezählt zu werden." i sichtsvollen praktischen Sinn. Als Schriftsteller versuchte er Berlin, 24. Juli. (Privatmitth.) Bon dem Umfange,! sich in mehreren novellistischen Arbeiten, von welchen besonden die Geschäfte des Deutsch-Israelitischen Gemeindcbundes ders „Das Grab bei Saroneta", herausgegcbcn vom „Inseit seiner Verlegung nach Berlin bereits erreicht haben,! stitute zur Förderung der israelitischen Literatur", großen mögen die folgenden, authentischen Zahlen ein Bild geben.! Beifall fand. Auch hat er seine Knaben- und Jünglingszeit Das Eingangsjournal des Bureaus hatte im Jahre 1882 im j in sehr anziehender Weise beschrieben. Dem Antisemitismus Ganzen 1586 Nummern aufzuweiscn, 1883 bereits 1918 und; gegenüber hat er in Breslauer Zeitungen ebenso energische, 1884 gar 2805. Im lausenden Jahre war man bereits am I wie maßvolle Artikel veröffentlicht. Sein Tod bringt hier 20. Juli bei Nr. 270 l angelangt, was also auf über 4000! eine recht empfindliche Lücke hervor, und sein Andenken wird Eingänge rechnen läßt. Gleichen Schritt halten die Aus-; lange ein gesegnetes bleiben. — gange, welche im Jahre 1882 (Drucksachen nicht eingerechnet) — In Kreuzburg wurde dieser Tage der Grundstein 1772, 1883 schon 2050 und im vorigen Jahre 2988 Numzu einer neuen Synagoge gelegt, und ein evangelischer Superinmern zählten. In diesem Jahre waren am 20. Juli 2100 tendent wohnte der Feierlichkeit bei und that auch 3 Hammer- Nummern erledigt. Die Ausgaben für Porti und Büreauschlüge auf den Grundstein. Hierüber ist die „Ztreuzzeitung" bedürfnifse betrugen 1882: 625,03 Mark, im Jahre 1883: sehr unglücklich und sicht darin „eine Verleugnung des 727,35 Mark und 1884: 1091,27 Mark. Im Büreau arbeiten Kreuzes Christi". Nun, worin sieht dies edle Blatt keine neben dem geschäftsführenden Vorsitzenden zwei Beamte ständig, (solche Verleugnung, sobald es einen Akt der Duldsamkeit und außerdem jedoch, je nach Bedürfnis freiwillige und renumcdes Friedens zwischen den verschiedenen Consessionen gicbt? rirte Hilfsarbeiter, deren manchmal schon sechs gleichzeitig Nicht blos jeder Andersgläubige, sondern schon jeder Audersbeschäftigt waren. Während die tägliche Arbeitszeit des gesinnte ist in diesem frommen Blatte ein Stein des Anstoßes Bundessecretairs 1882 noch eine dreistündige war, beträgt und Aergerniffes. Aber in der Verbreitung von Haß und dieselbe heute bereits acht Stunden, und selbst diese Zeit Zwietracht durch jedes mögliche Mittel, in eer Verfolgung reicht oft nicht aus, um alle Arbeiten mit wünschenswcrther ganzer Menschenclaßen sieht es keine „Verleugnung des Kreuze» Promptheit zu erledigen. Christi". Aus dem Taunuk, 19. Juli. In der Nacht von Sams- Frankfurt a. M., 23. Juli. Die bekannten Vorgänge, tag aus Sonntag wurde auf dem bei Oberluderbach belegenen in welchen Stöcker verwickelt ist, haben den Vortheit gehabt, israelitischen Friedhofe ein Act großer Rohheit vollführt. Ein; daß sich in der evangelischen Kirche Stimmen hervorwagcn, Theil der Umfassungsmauer ist cingerissen, viele Grabdenk- 1 die bis jetzt durch den Alpdruck, welchen Stöcker und seine mäler sind umgeworfen, Grabeinfaffungen theilweisc zerstört, grimme orthodoxe Partei übten, niedergedrückt waren. In junge Bäumchen ihrer Krone beraubt. Vor der Thür des der hiesigen protestantischen Geistlichkeit fanden sich nur zwei, Leichenhauses gewahrten wir Steine, welche, — wie es scheint welche sich der bekannten Erklärung zu Gunsten Stöckers an- — gegen die Thür geworfen wurden. Von den bübischen schlossen. Dahingegen spricht sich das vom Pfarrer Teich- Thätern verlautet noch nichts. (Dergleichen Rohheiten sind mann herausgegebene „Frankfurter Evangelische Gemeindeauch anderswo vorgekommen, aber auch auf christlichen Friedblatt" in einem längeren Artikel, aus welchen! wir einiges Höfen, z. B. in unserer Nähe. Red.) hervorhebcn, gegen Stöcker aus. Es sagt: „Man wird nicht Breslau, 23. Juli. (Privatmitth.) Vielleicht ist Ihnen leugnen können, daß nach allem, was verhandelt wurde, diese bereits die Trauerkunde zugekommen, daß am gestrigen Tage Urtheile ihre Berechtigung haben. Damit hat aber das Ander langjährige Syndikus der Synagogengemeinde, Stadtversehen dieses Mannes und sein Treiben einen gewaltigen Stoß ordnete und frühere Hilfsarbeiter im Magistrate, vr. zur. bekommen. Man bedenke, in welcher Weise derselbe von der Honigmann verschieden ist. An ihm verliert die Stadt! gesammten orthodoxen Partei aus den Schild gehoben war, einen ihrer gefinnungsreichsten Bürger, die Gemeinde einen wie er als ein „zweiter Luther" (!) gepriesen wurde. Die treuen Berather, das Judenthum überhaupt einen charakter- „Stöckerci" besteht in jenem social-politischen Treiben, wie festen Bekenner. In politischer Beziehung war er Mitglied es dieser Mann in ausgedehntem Maße gehaudhabt hat. Er des Vorstandes der national-liberalen Partei, aus welchem setzte sich damit in Gegensatz;u allen Mahnungen, welche er jedoch mit den Seccssionisten ausschied. Er war ein eis-von berufenster Seite je und je ergingen, sticht einmal, riger Mitarbeiter des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, s sondern immer wieder wurde es von Behörden hervorgchobcn, welchen er öfters in den Lehrerversammlungen vertrat. Eben-; daß es dem Geistlichen nicht gezieme, sich in das politische so nahm er Theil an den israelitischen Synoden, und überall | Parteigetriebe hineinzumischen, daß es vielmehr dessen Beruf wirkte er im besten Sinn und mit gutem Erfolge. Denn er! sei, versöhnend in der socialen Frage zu wirken und allen zu 32