Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 31 (28.7.1885)
- Date
- 1885-07-28
- Page
- Seite 500 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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500 zeigt sich bei dem Berf. durch die Hinzufügung eines guten i Registers, durch welches das Nachschlagen erleichtert wird.! Die Ausstattung des Buches ist lobenswerth. — Wir hatten \ vor einiger Zeit berichtet, das in Pompeji ein Bild aufge-; fanden worden, welches offenbar das Urtheil Salomos vori stellt, und daß man hieraus wohl den Schluß Ziehen kann, j es haben vor der Zerstörung Pompejis Juden schon daselbst gewohnt. Jetzt ist daselbst eine Inschrift gefunden worden, j im welcher die Worte „Sodom et Gomorrha" Vorkommen, und hierdurch muß jeder Zweifel gehoben werden. Man hatte als fraglich ansehen wollen, ob es Juden oder Christen gewesen. Allein es ist kaum anzunehmen, daß schon in den siebziger Jahren nach Christi Geburt es Christen in dieser kleinen Provinzialstadt gegeben haben könne, während schon ein Jahrhundert früher 10,000 Juden in Rom wohnten, von denen also leicht sich eine kleine Colonie nach Pompeji ziehen konnte. Turek, ’2. Juli. (Literarische Notizen). In Warschau bei Zuckermann erscheint in monatlichen Heften zu 5 Bogen (für 40 Kopeken) ein hebräisches Lexikon für Bibel, Mischna und Midrasch unter dem Titel -vn" mit wortgetreuer Angabe der Bedeutung in russischer Sprache, im jüdischen Jargon von dem verdienten neuhebräischen Schriftsteller S. I. Finn in Wilna. 4 Lieferungen sind uns bereits zugekommen, sodaß die schnelle Fortsetzung des von vielen mit Befriedigung aufgenommenen Werkes nicht zweifelhaft ist. Der Inhalt dieser 4 Lieferungen ist so ge' diegen, daß wir das Werk aufs Dringendste empfehlen können. — vr. A. A. Harkavy machte jüngst in der Petersburger öffentlichen Bibliothek den interessanten Fund einer Handschrift des Pentateuchs mit der arabischen Uebersetzung von Saadia Gaon. Auf grobes Papier, aber ausgezeichnet schön geschrieben, datirt sie vom Anfang des 11.Jahrhunderts. Derselbe hat auch ein Fragment eines in arabischer Sprache verfaßten nho aufgesundcn, dessen Verfasser Samuel ben Chofni oder Saadia sein soll. — Von der hebräischen Correspondenz S. D. Luzattos und Rappoports (1833—1860), welche Eisig Gräber in Przemysl herauszugcben unternommen hat und zwar mit Anmerkungen von S. I. Halber-- stamm und einer Einleitung von A. A. Harkavy, ist das erste Heft vor einiger Zeit erschienen und werden noch 4Heste Nachfolgen. Zum Lobe der an Inhalt und Form aus- 1 gezeichneten Briefe etwas zu sagen, erscheint überflüsssg, da die beiden glänzenden Namen der Briefsteller für die Wichtigkeit des Werkes genügend sprechen. Nur den Wunsch wollen j wir ausdrücken, daß der Herausgeber durch eine ausgedehnte Verbreitung des Werkes belohnt und ihm so zur Vollendung desselben hinreichende Mittel geboten werden. Moses Fein- 1 kind. Iseuittelon. Tscherrn und die kaukasischen Inden. (Schluß.) Um die Abendstunde begannen die Gemeindeglieder sich zu versammeln, jeder Ankömmling siel mir zu Füßen, küßte nisse gebracht hatten. Ich schickte zwei meiner Leute ab und ließ die Nuker zu mir holen. Ich fragte sie durch den Dolmetsch, was sie wünschen und wer sie hierhergeschickt hat? Sie antworteten, daß sie im Aufträge ihres Herrn hierhergekommen seien, um den Juden für den nächsten Tag das meine Schuhe und weinte. Ich fragte sie durch den Dol- Arbeitspensum mitzutheilen. „Und warum schlaget Ihr die metscher, was dieses bedeute? warum sie weinen und meine Frauen?" fragte ich sie. „Weil es uns befohlen worden, Schuhe küssen? Stumm standen sie da, nur Seufzer waren ihre Holzbündel nach unserer Herren Häusern zu bringen." ihre Antwort. Ich errieth, daß der ruck an diesem Orte war ihre Antwort. Ich ließ durch den Dolmetsch ihnen ein gewaltiger sein muß. Nachdem sie sich alle in der Höhle! sagen, sie möchten eiligst fortgehen und mich nicht in meiner versammelt hatten, verrichteten wir das Minchah-Gebet. Wir! Arbeit stören, sonst würde ich nach dem Dorfschulzen schicken, waren kaum fertig, als Geschrei und Lärm an unsere Ohren! welcher sie zu dem Gouverneur bringen lassen würde! Die drangen, ich erschrak heftig, denn ich kannte des Lärmes Nuker gingen gebeugten Hauptes und mißmuthig fort und Ursache nicht. Ich wollte aus der Höhle ins Freie hinaus-j die frühere Stille trat ein. Wir kehrten nach unserem Orte treten, allein sie umgaben mich von allen Seiten, um zurück, verrichteten das Abendgebet, zündeten Lichter an und mich vor etwaiger Gefahr und Unbill zu schützen. Ein! setzten uns auf die Erde. Ich wollte mich eben an die fürchterliches Schauspiel stellte sich meinen Augen dar: zwei; Arbeit machen, als eine Frau, Haupt und Antlitz mit einem Nuker (Diener der Beks), welche vom obcrn Dorfe nach dem J Schleier verhüllt, jammernd und schluchzend hereinstürzte, zu Judendorfe herabgekvmmen waren, hieben aus jüdische Frauen I meinen Füßen siel und meine Schuhe küßte. Ich fragte den heftig loS und entrissen ihnen mit Gewalt Holzbündel, welche j Dolmetsch, warum sie weine, und was ihr Begehr sei. Die ihre Männer auf ihren Schultern für ihre häuslichen Bedürf-1 Frau erzählte: Gestern, ehe ich hieherkam, trat ein Nuker in