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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-07-21 · Heft 30 (21.7.1885) · p. Seite 484

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 30 (21.7.1885)
Date
1885-07-21
Page
Seite 484 (sequence 12)
Language
German
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484 Thätigkeit konnte aus den Schriften desselben, theils wie sie! uns erhalten blieben, theils wie über sie Notizen vorhanden sind, ausführlich besprochen werden. Dies vollbringt Dr. Bacher mit großer Sachkenntniß, unermüdlichem Fleiße j und vieler Gewandtheit, so daß wir seiner Darstellung mit großem Interesse folgen. Soweit es die räumliche Ausdehnung gestattete, beschränkt sich der zweite Theil auf die chronologische Vorführung aller von Abulwalid angeführten Autoritäten und die Beleuchtung seines Verhältnisses zu denselben. Hierdurch gestaltete sich derselbe hauptsächlich zu einer Darlegung des Verhältnisses Abulwalid's zur bibelexegetischen Tradition, diese im weitesten Sinne genominen, in welchem Massora und Targum einerseits, die Goanim andererseits ebenso zu ihr zu rechnen sind, wie die Literaturdenkmäler der eigentlichen Tradition in Halacha und Agada. Man weiß, wie sehr mit der Zeit die einfache Schristerklä-! rung nach dem Wortsinn mit der Auslegung der Tradition in Gegensatz trat, und umsomehr wird das Verhalten eines so ausgezeichneten Grammatikers in diesem Streite von Wichj tigkeit. Denn die Tradition nimmt doch nicht blos ihre bedeutende Stellung durch ihre Autorität an sich ein, sondern auch als Vermittlerin und Trägerin des sprachlichen Verständnisses der heiligen Schrift. Gerade aus diesem Gesichtspunkte hat die Arbeit Bacher's einen anzucrkennenden Werth. — Die Gesellschaft der Ltuäes Juives in Paris hat Nr. 19 und 20 ihrer Revue, also Januar bis Juni 1r>85, womit der 10. Band abgeschlossen wird, auf einmal ausgegeben (Paris, Durlacher Rue de Lafayette 88 bis), da sie von jetzt ab die Lieferungen nicht am Ende, sondern am Anfang des Vierteljahres ediren will, so daß die nächste bereits im Juli erscheinen wird. Die vorliegende Doppellieferung hat einen sehr reichen Inhalt. Halevy giebt eine Abhandlung über den Ursprung des 2 in den zusammengesetzten Eigennamen; Hirschfeld den Schluß seiner Geschichte der Juden in Medina, der wir einen Leitartikel gewidmet haben. Isidore Loeb behandelt eine Episode aus der Geschichte der Juden in Savoyen, S. Reinach die Juden in Hypaepa. Neubauer fährt in der Mittheilung ungedruckter Dokumente fort, und > zwar diesmal über Avignon, Narbonne und einen anonymen Reisenden in Palästina. Culturhistorisch interessante Kaufverträge in Spanien in hebräischer Sprache bietet uns Isidore Loeb; über hebräische Grammatiker berichtet Bacher; Maulde j giebt den Schluß seiner Geschichte der Juden in den französischen Staaten des Pabstes im Mittelalter. Eine große Sammlung von rabbinischen Gutachten aus dem 16. Jahrhundert veröffentlicht M. G. Montefiore, und Scheid den Schluß seiner Geschichte von Hagmann. Fügen wir noch hinzu, daß der Band Noten und Vermischtes, sowie einen bibliographischen Bericht und einige Recensionen enthält, so j wird der Leser von der Wichtigkeit dieser Bierteljahrsschrift sich überzeugt halten. — In den Memoiren des berühmten ita- ] lienti^cn Staatsmannes Massimo d'Azeglio finden wir, daß derselbe schon 1847, als er Mehreres „zur Aufklärung der öffentlichen Meinung" schrieb, auch ein Buch über die Emanzipation der Juden veröffentlichte, das von ausgezeichneter Wirkung war. Wir gebe» diese Notiz, um sie nicht verloren gehen zu lassen. Ieuilletou Seelird vou Iehuda Halevi. (Aus Luzatto's rmrr' nz nhnz x. 66 s".) Uebersetzt von Dr. Samuel Kristeller. Wie ist dein Hauch, o Weib, So reich an Wohlgeruch. Narde weht von deinen Schwingen Und Apfelblüthe. Aus würzigen Kammern Bist du entsprungen. Nicht aus den Höhlen Des Sturmeswind's. Auf Singvögelfittigen Schwebst du daher Und kündest mir Freiheit. Wie sehnte sich narb dir das Schiffsvolk, Das, hoffend auf dich, Hinausfuhr in die hohe See Auf gewölbtem Kiele. O entzieh' nicht dem Schiffe deine Hülfe, Nicht wenn sich der Mittag lagert. Und nicht wenn der Tag entschwindet. Glätte die Welle und furche das Meer, Und führe das Schiff zu den heiligen Bergen. Dort magst du ruhen. Und wehre dem Ostwind, der nicht abläßt Das Meer auszustürmen. Bis daß er gewandelt die Tiefe Zu einem brodelnden Becken.

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