Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 30 (21.7.1885)
- Date
- 1885-07-21
- Page
- Seite 482 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227555-3227586--42792-3311381- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
482 Diese Verfügung hat gegenwärtig unzähligen Familien von für das jüdische Lehrinstitut zu Wilna 30,322 Rubel ihre Existenz ruinirt. — Die „Nowoje Wremja" berichtet, und für die übrigen jüdischen Schulen dieses Lehrbezirkes der daß die Regierung soeben denjenigen finnischen Juden, welche Rest bestimmt sind.— Die „Jsraelita" theilt aus Warschau in dem in Finnland garnisonirenden Militär gedient haben, mit, daß sich unter 5 Hörern des Staatsrechtes an der Uni- sowie ihren Frauen und Kindern, ihren Rabbinern und versität, welche sich bei dem diesjährigen Examen als juristische Schächtern die Erlaubniß crtheilt hat, bis zum 1. Juni 1866 , Candidaten mit gutem Erfolg auszeichncten, 4 Juden befinden, im Lande zu bleiben. — Nach diesem Blatte fand in den i Josef Beckermann, Sigmund Wawelberg, Senan Cohen und letzten Tagen in der kleinen Stadt Kobloin (Kreis Radomischl) Wazlaw Witmann. — Bei der gegenwärtig in Warschau gegen die Juden ein Exceß statt. — Der „Hamelitz" weiß! unter den Kindern umgehenden Pockenkcankheit erhielten die- Folgendes zu berichten. Nach einer Publication der „Hoch-- selben ohne Unterschied der Religion in dem von Bersohn und schule für Ingenieure" zu Petersburg sollen Diejenigen, Baumann begründeten jüdischen Krankenhause unentgeltliche welche dieses Studium absolvirt haben, bei dem jüngst in Angriff genommenen Eisenbahnbau in der Nähe Afghanistans eine Anstellung finden. So meldeten sich bereits auch einige Juden, worauf entschieden wurde, daß sie „ausnahmsweise" von dieser Anstellung ausgefchloffen seien. — Bei der jetzt in Rußland stattfindenden Aufnahmeprüfung in die niederen und mittlere» Lehranstalten wird die Aufnahme einer beträchtlichen Anzahl von Petenten „jüdischer Confession" aus dem Grunde verweigert, weil dieselben kein Domicilrecht in diesen Städten, wo das bezügliche Gesetz gilt, ausweisen konnten. — Nach einem uralten Ukas fei den Juden der Aufenthalt bis 50 Werst von der Grenze entfernt nicht gestattet. Im Sinne dieses wurden neulich Ausweisungen in Luzk (Gouv. Wolhynien) vorgenommen. Alsbald wurde von unseren Glaubensgenoffen bei dem Gouverneur darüber Beschwerde geführt, wonach diese Maßregel von ihm aufgehoben wurde. — Zufolge einer statistischen Zusammenstellung in dem von dem statistischen Centralcomitö jüngst herausgegebenen als Specialband eines „Statistischen Jahrbuches" über Behandlung und Arznei. Die Zahl, die bis jetzt im Ambulatorium Aufnahme fanden, betrug 1105 jüdische und 378 andersgläubige Kinder. — Die in der Residenz unter der Judenheit vorgenommenen Sammlungen zur Erbauung einer neuen großen Synagoge beträgt bisher nach dem „Woschod" 200,000 Rubel. Um weitere gefällige freiwillige Beiträge von den Glaubensgenoffen, wird von dem Comitv dringend gebeten. - Dem „Jwry Anochi" meldet von Kadimo (Kreis Balta) ein Correspondeut Folgendes. Es wäre in Kadimo fast zu einem bedauerlichen Judenkrawall gekommen, wenn nicht durch rechtzeitiges Eingreifen der Polizei diese Absicht unterdrückt worden wäre. Bei dem jüngsten Jahrmarkt gerieth ein Jude mit einem Bauern in Streit. Bei dieser Gelegenheit wiegelte ein Agitator die rohe Bolksmaffe gegen die Juden auf. Glücklicherweise erschien gleichzeitig die Polizei, und die Bande wurde zerstreut, so daß es zu keinem Excesse kam. —Aus Wolatschisk— einer Stadt, welche sich in der Nähe der Grenze von Galizien befindet — wird geschrieben: Es wandern hier tagtäglich in großer Menge jüdische Familien die jüdische Bevölkerung und deren Grundbesitz im Südwesten! durch, um sich nach Amerika zu begeben. Die Auswanderer des europäischen Rußlands, beziffert sich von den 51 Millionen befinden sich in äußerstem Elend und können nur durch Bet- Desjatinen umfaffenden Gouvernements der jüdische Bodenteln den Weg fortsetzen. Moses Feinkind, besitz auf 723,000 Desjatinen, noch nicht 1,5 pCt. des ge- Riga, 5. Juli. (Privatmitth.) Uebersende ihnen folsammten Grundbesitzes, wovon erst nach der Reform vom gende, der Riga'schen Zeitung entnommene Nachricht aus Jahre 1861 683,000 Desj. in den Besitz der Juden gelangte. Dünaburg. Der durch Pachtverträge in jenen Gouvernements befindliche Auf Verwendung des Präsidenten des Bereins zur Verbreizeitweilige Besitz der Juden beträgt 2 Millionen Desj. oder tung von Ackerbau und gemeinnütziger Handwcrksarbeit unter 4 pCt. des gesammtcn Bodenbesitzes. Demnach beträgt der die Juden Rußlands, Geheilnraths Poljakow, hat der Minister jüdische Gesammtgrundbesitz im Südwesten 2l 2 Millionen j der Volksaufklärung gegenwärtig genehmigt, in Dunaburg Desjatinen oder 5 pCt. der gesammten Bodenfläche. — Der eine jüdische Handwerksschule zu eröffnen. Als Lokal „Hazefirah" in Warschau gemäß wurde unser Glaubensgenoffe für diese in's Leben zu rufende Lehranstalt schenkte Herr Fried- Eh-, zur. B. Kaufmann, Chefredacteur des Statistischen Coland sein daselbst belegenes großes Haus. Aus dem Fonds des mitös des Ministeriums des Innern, auf Kosten der Krone genanntcnVereins wird alljährlich zum Unterhalt dieser Schule nach dem Auslande, um sich mit der Gesetzgebung über Fa- 1000 Rubel angewiesen, während der Rest der Etatsumme briken bekannt zu machen, abcommandirt. — Auch berichtet die Dünaburg'sche Gemeinde aus ihren eigenen Mitteln bedieses sehr geschätzte Blatt, daß für die jüdischen Lehranstalten streiten wird. — des Wilnaer Lehrbezirkes von dem Ministerium des Innern! Soviel ans der Riga'schen Zeitung. Es wäre demnächst und der Volksaufklärung (Cultus) für das laufende Jahr noch zu berichten, daß zur Linderung der Noth in Grodno 1685 eine Summe von 105,633 Rubel decretirt wurde, woj sich überall hilfreiche Hand regt. Sr. Majestät der Kaiser