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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-07-14 · Heft 29 (14.7.1885) · p. Seite 463

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 29 (14.7.1885)
Date
1885-07-14
Page
Seite 463 (sequence 7)
Language
German
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463 lübden entsteht ioder fliegt) in der Lust und hat nicht die! wie solches bereits seitens des 'r.'z geschieht und wie es geringste Unterlage." —! schließlich die Interpellanten zu thun gezwungen Leider ließen auch die Folgen dieser Neuerung nicht; sind, und die Mischna erklärt sich von selbst wie folgt: Rabbi lange aus sich warten, und einmal aus der schiefen Ebene i Elieser ben Jakob fühlte sich nicht ganz sicher, ob das beder Willkür angelangt, fanden sich bald Helfer, die, einen , zeichnete Gelübde in Wirklichkeit zu jener Kategorie oer im „bescheidenen und reinen" Namen (?:i 7) mißbrauchend, Uebereiser gethanen gehöre oder nicht, und empfahl daher diese Neuerung ins Maßlose mit Erfolg erweiterten. — Der , vorsichtshalber jenen Vorbehalt. — Träger dieses Namens ist Rabbi Elieser ben Jakob, über Rekapituliren wir das hier Gesagte. Die bange Aengst. welchen Jßi ben Jehuda in-seiner Charakteristik mehrerer lichkeit des als gediegen berühmten R. Elieser ben Jakob jüdischen Gelehrten (Gittin ü7, i > aussagr: „Seine Lehren fürchtete, daß das Einladungsgelübde, obgleich als so bedeusind wohl geringen Umfanges, aber gediegen; sie haben tnngslos erklärt, daß es von rechtswegen auch hinterher der allerwärts Gültigkeit." Lossprechung nicht bedarf, könnte dennoch ein Stäubchen Im Anschlüsse nämlich an die Mischna, welche (Neda von Verpflichtung enthalten. Seine Gewissenhaftigkeit konnte rim 20, 2) aufstellt, daß im geschäftlichen Uebereiser gethaue sich daher nicht anders beruhigen, als vermittelst der Formel Gelübde als nicht erfolgt anzusehen seien, fügt (das. 23, 1 der vorherigen Aufhebung, die er erfand und hinzufügte. Rabbi Elieser ben Jakob hinzu: „Wer mittelst Gelobeus Eben diese harmlose Formel ist cs, die man durch Kunstseinen Freund nöthigen will, daß dieser bei ihm speise, soll stücke zu nichts Geringerem aufbauschte, als zu jenem großen vorerst „zu ihm" sagen, jedes Gelübde, das ich thun werde, Hcilsmittel, mit welchem ausgerüstet, man selbst dem echten sei nichtig, nur muß er eben dieses Vorbehaltes eingedenk Gelübde, obgleich ihnen von rechtswegen auch bleiben." (Durch diesen Vorbehalt soll nämlich verhütet hinterher nicht beizukommen sein sollre, gar von werden, daß der Freund bei Ablehnung dieser Einladung vornherein entgcgenzutreten beschloß und dies auch ins dem einladenden Freunde nicht verloren gehe.) Natürlich ist Werk setzte. die Gemara sofort mit dem Einwande da: „Wenn nun Dieses vermeintliche Heilmittel ist unser KolMidre!! der Freund von diesem Vorbehalte hört, wird er er doch erst Es ist eigenthümlich, daß der Talmud selbst bald hinter recht die Einladung ablehuen?" vieler Interpolation den Mißbrauch ahnt, der mit besagter Und hier tritt der große Moment der Geburt Erklärung getrieben werden würde. Denn es heißt daselbst: unseres Kol-Nidre ein! — Denn die Antwort lautet: Rabh Huna bar Ehinna wollte dieses öffentlich vortragen, Hier muß interpellirt werden und der Rabbi Elieser ben da sagte Rabha zu ihm: die Mischna hat dies discret Hin- Jakob muß demgemäß folgendes gesagt haben: „Wer da will, gestellt, damit die Gelübde nicht leichtfertig behandelt werden, daß sein Freund bei ihm speise und ihn dazu einladet, in-! und Du willst dasselbe ösienrlich vortragcn. — Die Herren dem er, bei etwaiger Ablehnung, mittelst Gelübde den Berscheinen also gar bald vor ihrem eigensten Werke Furcht bekehr mit ihm kündigt, ein solches Gelübde gehört auch in die kommen zu haben. - Wie begründet dieselbe war, lehrt die Kategorie der im Uebereiser gethanen"; und ferner: „Wer Gegenwart. Tic Zeiten haben seitdem sich zwar sehr geäuda will, daß seine Gelübde durchs ganze Jahr nicht verbindert und wir sind schon lange nicht mehr die Gelübdenbolde, dend seien, der erkläre zu Beginn desselben: Alle Gelübde, daß der Vorwurf, in solcher Angelegenheit leichtsinnig zu die ich thun werde, seien nichtig, nur muß er eben dieses sein, uns verdientermaßen tresien könnte; leider aber wen- Vorbehaltes eingedenk bleiben." den sich in der Jetztzeit die damals gegen jene Manie ge- Jch überlasse dem Leser, sich die Gewalt auszumalen, schmiedeten Waffen, in der Hand des Antisemitismus, gegen die hier dem Rabbi Elieser ben Jakob angethan wird und uns selbst. Vernichten wir diese Waffen', will nur hervorheben, daß man in dieser Mischna blos das Ueber die äußere Form des Kol-Nidre in einem dritten Wörtchen Lr welches „zu ihm" bedeutet, zu streichen brauchte, Artikel. Julius Hamburger. Ä£il't4vvg>vu*/C ij zicij Kca/l Deutschland. Dieser Beschluß dürfte besonders nach zwei Richtungen Berlin im Juni (Privatmitth.) Wie wir aus zuwohlthätige Folgen haben. Oesters mußten junge Leute, die für verlässiger Quelle vcruehmeu, Huben die hiesigen Gemeindedie Ausbildung zum Eunlvrut - die eine Aufgabe der Lehrerbebürden beschlossen. mit der Lehrer. Bildungsunsiult in «ildnngsunstult - wvhl dejuhigt und vordere,te! Muren, nächster Zeit -in- Priipurund-nllusszu verbinden. wegen mungelhuster ullgemeiuer Bildung zuruckgew,-,-n werden.

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