Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-07-07 · Heft 28 (7.7.1885) · p. Seite 453

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 28 (7.7.1885)
Date
1885-07-07
Page
Seite 453 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227555-3227584--42761-3311348
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

453 1885). Ein umfassendes Studium der Bibliotheken und Arj aber in den südlichen belgischen von den bigotten spanischen chive Belgiens hat der gelehrte Verfasser zu diesem höchst! Statthaltern streng aufrecht erhalten. Jndeß seit dem westinstructiven Buche vorgenommen, das nicht allein für die! phälischen Frieden, also seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrjüdische und belgische, sondern auch für die allgemeine Cultur-1 Hunderts, kommen holländische Juden nach Belgien, um dort geschichte von Bedeutung ist. Leider läßt sich bei dem trotz j Geschäfte zu treiben, und einzelne suchen sich sogar daselbst aller angewandten Mühe höchst lückenhaften Zustande des j festzusetzen, bis König Philipp IV. dies auf Betreiben des Materials eine fortlaufende Geschichte der belgischen Juden-! Papstes Innozenz X. in einer von Herrn Ouverlcaux mitheit bis zur Revolution nicht Herstellen. getheilten, sehr merkwürdigen Urkunde vom 19. Februar 1654 Der Berfaffer beweist, daß im Mittelalter die Juden! geradezu verbietet. Also der Papst, sein Nuntius und der in einer großen Anzahl von Orten, zumal in Brabant und; König, in dessen Reich die Sonne nicht untergeht, setzen sich im Hennegau, aber auch in Flandern, Limburg, Luxemburg j allesammt in Bewegung, um einem armen Juden die Nieder- und dem Bisthum Lüttich ansässig waren. Aber in den ge-Fassung in einer Vorstadt Antwerpens unmöglich zu machen! sammten belgischen Archiven findet man nur eine einzige! Im Luxemburgischen mußte jeder Jude, der sich 24 Stunden hebräische Urkunde, die in Perwez (Brabant) am 26. Octo-! im Lande aufhielt, noch unter der Kaiserin Maria Theresia, der 1344 ausgestellt ist und die Uebersetzung eines Schuld-! ja noch unter dem aufgeklärten Joseph II. einen Zoll von contractes enthält. Tie damals in den belgischen Provinzen! 2Sous bezahlen. Jedoch ließen im 18. Jahrhundert, wohnenden Juden waren meist Flüchtlinge aus Frankreichs allerdings unter zahllosen Schwierigkeiten und Bexationen, die z. B. Graf Wilhelm II. von Hennegau gegen Entrichtung sich einige Juden in Belgien nieder; sie mußten jeder 300 einer jährlichen Abgabe 1337 ausdrücklich unter seinen Schutz! Gulden entrichten und waren von jedem activen bürgerlichen genommen hatte. Aber 1370 wurden, wie bekannt, nach dem > Rechte ausgeschlossen. Wie gewöhnlich zu jener Zeit, waren berüchtigten »Wunder des heiligen Sakramentes", sämnrtliche - die lokalen Behörden viel ausschließender und gehässiger als Juden aus Brabant, Limburg und Luxemburg vertrieben, die Centralregierung, der allein man einige Ausnahmen und In der erstern Provinz hat man nur in Tirlemont (1872) Gunstbeweise für einzelne Israeliten verdankt. Erst die einen hebräischen Grabstein aus dem Jahre 5016 (—1255 56 französische Eroberung 1794 machte diesem schmachvollen der christl. Zeitrechnung) gefunden. Unter den burgundischen Stande der Dinge ein Ende. Als Curiosität mag noch er- Herzogen (1384—1477) wurden die Juden in den übrigen wähnt sein, daß Herzog Philipp der Gute von Burgund niederländischen Provinzen derart mißhandelt, daß sie die- 1427 einer ganzen Anzahl getaufter Juden zur Belohnung selben allmählich räumten, ohne gerade ausdrücklich verbannt ihres Uebertrittes die Erlaubniß zum Betteln ertheilte! zu werden. Erst Kaiser Karl V. schloß sie durch förmliche Das ausgezeichnet gewissenhafte, interessante Werkchen Edicte von den gesammten Niederlanden aus. Dieses Verbot des Herrn Ouverleaux sei allen Freunden der jüdischen fiel für die nördlichen Provinzen, die freien Niederlande, mit Geschichte aufs Wärmste empfohlen. M. P. deren Loslösung von der spanischen Herrschaft fort, wurde Aeuilleton Zeesturm. Aus den Seeliedern des Jehuda Halevi (vicke Luzzato's Divan, pag. 74). Uebersetzt von Dr. Samuel Kristeller. Und um leeren Schein bemüht er sich, — Und will er, dem engen Festland entsteigend, Auf's hohe Meer hinausgeh'n. Wie ein Held jauchzend die Rennbahn betritt: So wird seine Schuld ihn irre führen — Gen Abend steuert er und treibt gen Morgen. Da merkt er, daß menschliche Kraft und Einsicht Nicht Einkehr und Aufbruch bestimmen kann. Da kommt Reue und Erkenntniß In die zitternde Seele, Und aus beladenem Herzen Erhebt er bittern Wehruf: Wohin kann vor Deinem Geist ich mich wenden. Wohin fliehen vor Deinem Antlitz! 1. Bei Ihm ist Rath und That, Die Höhen des Himmels erfüllt Er, Und über die Fernen des Meeres Ergießt Er Seine Gnaden. Der Mensch aber wandelt im Dunkeln, Und wenn Gott ihn nicht leitet, So opfert er Trugbildern,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.