Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 26 (23.6.1885)
- Date
- 1885-06-23
- Page
- Seite 417 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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417 Zeugen für die falsche eidliche Aussage das höchste Maaß der, 1. Januar er. Mk. 533.'0,44. An einigen eoncreten Bei- Berantwortlichkeit trifft, daß die Begegnungen des Zeugen spielen machte der Vortragende klar, wie erheblich die Leist- Stöcker mit Ewald Auge in Auge und unter Verhältnissen | ungen der Unterstützungskasse gegenüber den geringfügigen stattgefunden haben, welche einem gewiffenhasten Zeugen/Beiträgen sich gestalten und knüpfte daran eine eindringliche selbst wenn er nicht einmal Prediger ist, unmöglich entgangen Mahnung an die mit ihrem Beitritte säumenden, besonders sein können. Wenn die Bertheidigung den Nachweis erbringen jüngeren Lehrer. In Folge dessen meldeten sich sofort drei will, daß der Eid des Herrn Stöcker ein wiffentlich falscher neue Mitglieder, und stellten mehrere ihren baldigen Zutritt ist. so wird man ihr doch nicht verschließen können, sich auf in Aussicht — Hatte man schon im vorigen Jahre den Rückdie Zeugen für diese Behauptung zu berufen. Die Vernehmung gang in der Höhe der einzelnen Quoten im Interesse der dieser Zeugen liegt sicherlich im directen Interesse des Zeugen Lehrerwittwen und Waisen lebhaft zu beklagen, so mußte Stöcker selbst, denn sonst müßte die Bertheidigung heute dahin plaidiren: „Der Zeuge Stöcker ist des wiffentlichen Meinleider bei der diesmaligen Abmessung eine weitere Rednction des Einheitssatzes auf 45 Mark — gegen 60 resp 57 Mk. eids dringend verdächtig'." — In seinem Plaivoyer fuc^te j ber zwei letzten Jahre — vorgeuonimeu werden. Zolle bei der Staatsanwalt die Schuldbarkeit des angeklagten Redactcurs! den naturgemäß sich immermehr steigernden Anforderungen Bäcker zu erweisen, den Beweis der Wahrheit zu bemängeln/an die Kaffe ein weiterer Rückgang vermieden werden, so und in allen Punkten, selbst in dem der falschen Aussage,' müsse man aus Abhülfe ernstlich bedacht sein. Ter Verein Stöcker zu entschuldigen, und wo er dies nicht vermochte, als! würde, wie der Vorstand bereits im jüngsten Jahresbericht einen Jrrthum, der bona Läe begangen worden, hinzustellen, ausgeführt, gern bereit sein, das Kaddisch - Gebet an den Ihm gegenüber hielt der Vertheidiger Rechtsanwalt Sachs! Jahreszeittagen zu übernehmen. Sache der Lehrer wäre es, ein glänzendes Plaidoyer, in welchem er Alles, was Belasten-' bei vorkommenden Gelegenheiten dahingehende Anregung zu des für Stöcker zu Tage gekommen, Punkt für Punkt haar! geben. Ferner möchten doch die Collegen bei festlichen Verschärf prüfte. Der zweite Vertheidiger, Rechtsanwalt Mnnkel/anlassungen, z. B. Hochzeiten, Beschneidungen, bei Purim, sprach sich nur allgemein über die Thatsachen aus, gab der Chanuckah- und Simchas-Thora-Feier unserer Lasse eingedenk Entrüstung über das Verhalten Stöcker's Ausdruck und überj sein. Wo der Cultusbeamte dabei nicht persönlich auftreten goß ihn mit scharfer Satire. Der Gerichtshof setzte die j könne, fände sich wohl immer ein wohlthätig gesinntes Ge- Urtheilsverkündigung auf Dienstag, den 16., aus. Es ist! meindeglied, das die nöthige Anregung übernehme. Einige wahrscheinlich, daß der Redacteur Bäcker eine Strafe zudictirt Mitglieder der Kasse haben dieser den Rabbat des Verkaufs bekommt; aber das Maaß derselben wird immerhin ein Kri-1 von Schulbüchern überwiesen. Es gebe überhaupt noch viele terium abgeben. In der öffentlichen Meinung hat sich das j Gelegenheiten — der Vortragende nennt solche — wo bei moralische Urtheil hinlänglich festgesteüt. j dem erforderlichen Interesse für die Sacke schöne Erfolge zu ÜT. S. Das Erkenntniß des Gerichtshofes ist für Stöcker! erzielen wären. Mit einem warmen Appell an die Mitthätig- (den Kläger!) geradezu vernichtend. Wir werden es nach dem! keit der Lehrer und erinnernd an das Hrllel'sche Wort: „Im stenogr. Bericht in nächster Nr. geben. Der Angeklagte, Redakt.! en. ani li mi 11" schließt der Vorsitzende seinen Bericht. Im Bäcker, wurde wegen aller Milderungsgründe nur zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 5 Monate beantragt. Herford, 2l>. Mai. Am 24. und 25. d. M. tagte Hierselbst die Jahresconserenz des Vereins israel. Elementarlehrer für Westfalen und die Rheinprovinz und fand bei der Gemeinde die achtungsvollste Aufnahme. Die Conferenz hatte insofern diesmal Mißgeschick, als gerade die Mitglieder, welche einen Vortrag übernommen hatten, durch Krankheit oder Familienverhältnisse am Erscheinen verhindert waren, und man sich Laufe der hieran sich knüpfenden Diskussion ivird der Antrag von Spier-Bocholt einstimmig angenommen: „der Vorstand des Vereins möge bei den Oberpräsidien der beiden Provinzen die Genehmigung zur Abhaltung einer Hauscollecte zu Gunsten der Untcrstützungscasse nachsuchen." Es meldete sich eine ausreichende Anzahl von Collegen, die im Falle der Genehmigung sich zur Abhaltung der Collecten in denen ihnen zuzuweisenden Bezirken bereit erklärten. Sarwellingen, 10. Juni. (Privatmitth.» Bon mehreren deshalb mit freien Besprechungen begnügen mußte. Nebrigens! Lehrern des Regierungs-Bezirks Trier wurde vor etwa zwei waren 41 Lehrer erschienen und erwiesen so die fortdauernde Jahren die Bildung eines neuen Lehreroereins projektirt, Theilnahme, die sie für die Conferenz haben. Bon Interesse welcher unter der Bezeichnung „Verein israelitischer ist der Bericht über die Kassenverhältnisse des Vereins. Es! Lehrer Süd-Westdeutschlands" die Regiernngsbezirke heißt darüber im Berichte:! Trier und Coblenz, das Fürstenthum Birkenfeld und die „Derselbe bot wenig Erfreuliches, weil auch in diesem Reichslande umfassen sollte. Die Ausführung dieses Pro- Jahre leider größere Beiträge und letztwillige Zuwendungen Sektes stieß damals auf mannigfache Schwierigkeiten, welche nicht eingegangen sind. Das Vermögen der Kasse betrug am i nunmehr für beseitigt gelten können. Es wurde deshalb am 2«