Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 25 (16.6.1885)
- Date
- 1885-06-16
- Page
- Seite 407 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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war von den schlimmsten Folgen begleitet. In christlichen Elementarschulen und Gymnasien ausgewachsen, mit Anschauungen erfüllt, die in bitterem Eontrast standen mit' den Ccremonialgesetzen des Judenthums, die sie zu Hause üben sahen, streiften die Schüler jener Anstalten das jüdische Colorit ab, oder brachen auch äußerlich mit dem Judenthum. „Was soll aus dem Judenthum werden, fragten sich damals die treuen Anhänger des Alten, die ihre Zeit verstanden, was soll aus dem Judenthum erst werden, wenn auch in der Familie jede Spur altjüdischer Gebräuche schwindet?" Und die Rabbinen, die bisher im stummen Groll abseits von den j allgemeinen Bewegungen auf der Wcltbühne gestanden, waren es, die nunmehr an die Lösung dieser Aufgabe sich machten, den geschwundenen religiösen Sinn zu entflammen durch Errichtung eigener jüdischer Religionsschulen. Redner führt aus, daß die Religionsschulen norddeutschem Boden entsprungen seien, da die süddeutschen Staaten schon seit dem ersten Drittel dieses Jahrhunderts für den Religionsunterricht ihrer jüdischen Unterthanen Sorge trugen, und charakterisirt im weiteren Verlauf seines Vortrages Wesen und Unterrichtsplan der ersten und bedeutenderen dieser Religionsschulen, hauptsächlich der von Philippsohn ins Leben gerufenen Anstalt in Magdeburg. Nach Widerlegung eines gegen die Gründung besonderer jüdischer Schulen erhobenen Einwandes wendet sich Redner zur Betrachtung des Religionsunterrichtes in kleineren Gemeinden, er schildert die schlimmen Zustände in denselben und die precäre Stellung der Religionslehrer daselbst. Der deutsch-israelitische Gemeindebund in Berlin wirkt in segensvoller Weise und hat sein Hauptaugenmerk in richtiger Würdigung des momentan Wichtigsten auf die Hebung des Lehrerstandes gerichtet. Noch ist die Wirksamkeit 1 des israelitischen Gemeindebundes zu beschränkt, zu klein sein Können, zu enggezogen die Grenzen seiner Thätigkeit. Hier bethätige sich der Gemeinsinn Israels, bewahrheite sich das alte in r,: n'z'y 77: Der Beitritt aller Gemeinden Deutschlands, vom Rhein bis zur Weichsel, die regelmäßige Zahlung einer selbst auferlcgten Steuer gebe dem Gemeindebulid die Macht in die Hand, seiner Wirksamkeit ein weiteres Ziel zu stecken und das Ziel heißt: „Hebung des religiösen Jugendunterrichtes, da wo der Staat es verweigert, und somit Hebung des gesammten Judenthums." — Der Bortrag wurde mit vielem Beifall ausgenommen. Eine Discufsion lehnte man der vorgeschrittenen Zeit wegen ab. Schluß der Sitzung 2',a Uhr. l>r. Caesar Seligmann, Schriftführer des Vereins israel. Lehrer in Schlesien n. Posen. Anzeigen. Ty| ta/xyifi 4-/\ werden, mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächst* ** kv? folgende Wochennnnuner bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zn adressiren. Bacan; au der Synagogen-Gemeinde Strehlen in Schlesien. Die Zeitströmung ist die Ursache, daß wir unseren 8 Jahre hier amtirenden Beamteu mit dem 1. October a. c. verlieren müssen. Bewerber, welche die Functionen als Ean-; tor, Lehrer u. Schächter übernehmen können,! wollen sich unter Angabe ihrer bisherigen! Verhältnisse an den Unterzeichneten wenden, j Gymnasium am Orte. [B. 393 Jährliches Fixum M. 1500. Nebenein-! nahmen unbestimmt. Alles Weitere event. j brieflich. I Ter Borstand der Synagogen - Gemeinde, i _Hohlst""- Ein gebildeter Kaufmann (J'r.), Wittwer mit einigen Kindern u. längs, frequent. Geschäft in e. schönen Stadt wohnhaft, beabsichtigt sich mit einer Dame im Alter v. 3<>—40 I. (auch Wittwe) v. angenehm. Aeußern, sanftem Eharakier und ca. 8—10 000 M. Vermögen wieder zu verh. Off. unt. ß. M. 1494 an Rud. Masse, Leipzig erb. Ehrenhafteste Discretion wird zugesichcrt u. beansprucht. sh. c. 1733 Verlag von Kaumgärtner's KuchHandlung in Leipzig. Zn beziehen durch jede Buchhandlung: L. A. Albertus Englischer Dolmetscher. Anweisung, die englische Sprache binnen kurzer Zeit leicht und ohne Lehrer zu erlernen. Nebst einem Wörterbuche der deutschen und englischen Sprache, worin die Aussprache und richtige Betonung der englichen Worte angegeben ist re. Soeben ansgegcbcn in 11. Auflage. Preis eleg. gebdn. 2 M. 40 Pf. Der Albcrt'sche Dolmetscher ist bereits in vielen Tausenden von Exemplaren verbreitet und unter den Lehrmitteln für den Selbstunterricht im Englischen auch heutigen Tages noch in allererster Linie zu empfehlen. Selbst der einfache Mann findet sich bei der praktischen Einrichtung dieses kleinen Handbuchs und bei der überall auf das Genaueste ange gebenen Aussprache jedes englischen Wortes sofort in das Buch hinein und erwirbt sich durch Benutzung desselben in überraschend kurzer Zeit die Kenntniß der im täglichen Gebrauch am häufigsten vorkommendcn und daher auch zunächst wissenswerthen Wörter. Rücksichtlich der! äußeren Ausstattung ist das Buch handlich und dabei sehr elegant.