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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-06-16 · Heft 25 (16.6.1885) · p. Seite 406

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 25 (16.6.1885)
Date
1885-06-16
Page
Seite 406 (sequence 14)
Language
German
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406 faßte Resolution, wonach die Kinder zum Nachmittagsgottesseien nicht berechtigt, die Vergangenheit vom Standpunkte dienste heranzuziehen seien. Es sei dies der einzige Noth-der Gegenwart zu beurtheilen. Wer sich auf die Propheten behelf, den dieCommisiion unter den obwaltenden Umständen berufe, sei im Irrt hum, ihre Polemik treffe das Gebet ebenso habe ausfindig machen können. Längere Debatten, bei denen gut als die Opfer und, kann man sagen, ebenso wenig; sie es sich besonders um die Frage handelte, ob ein belehrender wandten sich gegen die unmögliche Vereinigung der schlechten Vortrag am Platze sei oder nicht, ergaben, daß die praktische Sitten mit den cultischen Formen. — Denen, welche die Durchführung dieser Resolution wegen localer Verschieden- Opfer gar auf exegetischem Wege aus dem Pentateuch schaffen heiten nicht einheitlich geregelt werden könne, und so wurde wollten, indem sie die Abschnitte von den Opfergesetzen als der Vorschlag der Commission acceptirt, dessen praktische nach den Propheten entstanden ansehen, könne Redner nicht Durchführung aber den einzelnen Gemeinden überlassen. — folgen, für diese existire keine Lehre Mosis. — In der Schule Schluß der Versammlung 91/2 Uhr. könne man unbedenklich den Theil des Pentateuchs, der von Die zweite Versammlung begann Montag, den 25. Mai Opfercult handle, lehren. Bibelkritik gehöre nicht in die früh um 11 Uhr. Zunächst berichtete Dr. Samuelsohn über Schule, da haben alle Richtungen zu schweigen. Wir sollten den Bestand des Vereins. Im vergangenen Jahre betrug uns hüten, im Innern mit einander zu hadern; draußen die Mitgliederzahl 122, davon starben 5, ausgeschieden ist 1; gäbe es Kampf und Verfolgung genug. Schlimm genug sei dagegen traten neu ein 11, sodaß der Verein gegenwärtig cs schon, daß der Streit über Opfer in der Gemeinde prak- 127 Mitglieder zählt. Bei der nun folgenden Borstandswahl tische Folgen haben könne (durch Aenderung mancher Gebete), wurde der bisherige Vorstand per Acclamation wiederdie Schule solle mindestens davon frei bleiben. — Reicher gewählt. Beifall folgte den Worten dieser Rede, und auf Vorschlag Hierauf folgte ein Bortrag vom Rabbiner Dr. Joel: des Vorsitzenden dankte die Versammlung dem Redner durch „lieber die Opfer und die Stellungnahme der Schule zu Erheben von ihren Plätzen. denselben". Die Schulmänner-Bersammlung zu Berlin, so Tie nunmehr folgende Kassenrevision ergab einen Activführte ungefähr der Redner aus, habe ihm zu seinem Thema stand von 117.31 Mk.; auf Antrag der Revisoren wurde die Anregung gegeben. Soviel Ansichten auch über Opfer dem Schrift- und Kaffenführer Dr. Seligmann von der Berbeständen, sie müssen der Schule fern bleiben. Redner cha sammlung Decharge ertheilt. — Hierauf referirte Dr. Samuel rakterisirt drei Ansichten über Opfer, die eine hoffe auch von!sohn über die am 29. und 30. December vorigen Jahres in der Zukunft die Wiederherstellung der Opfer, die andere ehrej Berlin stattgehabte Versammlung von Schulmännern zur die Opfer als Cultus der Vergangenheit, die dritte halte j Feststellung eines Normallehrplanes für Religionsschulen, und dieselben auch in alter Zeit für einen Mißbrauch. Die ganze, bedauerte die geringen Resultate der Versammlung. — Nach Frage hänge zusammen mit der messianischen Idee. An eine i längeren Debatten über einige aus der Mitte der Versamm- Zukunft müsse jede Religion glauben, also auch eine meffialung angeregten Gegenstände, vorzüglich über Stellung der nische Idee; und selbst ohne diesen Bernunftgrund glaube I Vertrauensmänner, folgte zum Schluß ein Bortrag von Dr. jeder richtige Jude an eine solche Idee, weil die Bücher der Seligmann: „Geschichte der Entwickelung der jüdischen Reli- Propheten davon voll sind. Aber diese Zukunft uns ins gionsschule." Einzelne auszumalen, sei nicht unsere Sache. Wenn wir Nach einer kurzen Einleitung, die den bedeutenden Einwüßten, wie beschaffen das Jenseits wäre, so wäre es kein j fluß der Schule auf die geistige Entwickelung des Juden- Jenseits mehr. Selbst Maimonides, der Schöpfer der jüdi-jthums und auf die Erhaltung der jüdischen Religion seit der scheu Dogmatik sage, (im letzten Abschnitt von Hilchot Me- > Zerstörung des zweiten Tempels nachgewiescn, besprach Redner lochim), kein Mensch könne wissen, wie es da sein werde. aus den Propheten gehe cs nicht genügend hervor, und die alten Lehrer besaßen keine Ucberlieferung. so sei man auf die Umgestaltung des jüdischen Erziehuugswesens in der Mendelssohn'schen Epoche und schildert die sechs ersten bedeutendsten Schulen in Berlin, Breslau, Seesen, Dessau, Frankeine hagadischc Exegese angewiesen; diese stelle aber ihre Forfurt a. M. und Wolfenbüttel. Der Umschwung in der derungen nicht als Norm auf, gleich der halachischcn Exegese'^ Stellung der Juden seit den deutschen Freiheitskriegen, der darum sage auch Maimonides weiter, die ganze Frage treffe { Schulzwang, der sich auch auf die jüdische Bevölkerung erkcine Wurzel des Gesetzes und der Mensch solle sich nicht! streckte, ließen das Ansehen jener alten, mehr aber noch der unnütz eine Zukunft ausmalen wollen, die Gott uns nicht! in späterer Zeit nach dem Muster der srüheren gegründeten ausgemalt habe; so sollten wir uns auch über das Opfer j Schulen, immer tiefer sinken, da die jüdischen Eltern ihre der Zukunft keine Gedanken machen, — Das Opfer der Vcr-! Kinder von nun an der christlichen Ortsschule und den Gymgangenheit aber für einen Mißbrauch zu erklären, sei un nasien und höheren Bürgerschulen anvcrtrauten. Der Mangel berechtigt und ein Widerspruch gegen unsere Religion. Wir | an jüdischem Religionsunterricht in den staatlichen Schulen

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