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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-06-02 · Heft 23 (2.6.1885) · p. Seite 363

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 23 (2.6.1885)
Date
1885-06-02
Page
Seite 363 (sequence 3)
Language
German
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363 sich dauernd aus sich selbst. Die Akklimatisation bildet in semitischen Racen gegenüber stelle sich die Akklimatisations- England und Frankreich seit langer Zeit eine viel ventilirte fähigkeit der Arier ungünstig; aber auch hier zeigen sich Frage. In Deutschland kommt sie erst jetzt auf die Tages- Unterschiede. Am besten bewähren sich die Spanier, namentordnung, besonders seit der neuen Colonialpolitik. Es ist lich die aus den südlichen Provinzen, wo die Bevölkerung deshalb intereffant, aus einem Bortrage etwas zu vernehmen,. einen starken Beisatz maurischen, also semitischen Blutes besitzt, welchen Birchow in der Berliner anthropologischen Gesell- Aehnlich stellen sich die Malteser und Süditaliener, die phöschaft am 16. ds. gehalten hat. Er beschäftigt sich Vorzugsnizisches und carthaginiensisches Blut enthalten. Aber nicht weise mit den tropischen Ländern. Ob und wie lange ein alle Südländer haben die gleichen Eigenschaften, z. B. sind Einzelner dem Einflüsse des tropischen Klimas widerstehen die Südfranzosen schon weit weniger widerstandsfähig, noch könne, das sei etwas ganz anderes als die Frage, ob es weniger die Einwanderer aus dem mittleren und nördlichen möglich sei, in diesem Klima sich dauernd anzusiedeln, eine Frankreich. Familie zu gründen, seinen Stamm fortzupflanzen. Das Beispiel Indiens führe übrigens nochmals auf die Waitz führe in seiner Anthropologie an, daß auf den Racenfrage. Die Indier, denen man ja arischen Charakter Antillen eine fortdauernde Verminderung der Weißen erfolge zuschreibe, vertragen das heiße Klima, weichen also von angegcnüber einer Vermehrung der Schwarzen — ähnlich wie deren Ariern ab. Dies beweise wiederum, daß die Frage auf Hayti; schon soll die Zahl der Weißen bis auf 5 pCt. keine generelle Racenfrage ist, daß sie vielmehr im Einder Bevölkerung gesunken sein. In einer neulichen Reichszelnen angegriffen werden müffe. Das Aussterben der tagsdebatte sei dagegen auf Cuba verwiesen worden, wo die j eingewanderten Racen sei von sehr vielen Beobachtern Zahl der Weißen sich vermehre. Aber abgesehen von etwaiger! an sehr vielen Plätzen constatirt worden, und gerade Unsicherheit der betreffenden Statistik, scheine diese Vermehrung; der Deutsche sei wenig widerstandsfähig. Biele geschichtdurch die fortwährende Einwanderung bedingt. Schon ältere,gliche Beispiele belegen dies. In dem Lande der Longoganz unbefangene Beobachtungen weisen darauf hin; Ramon barden, der Vandalen, der Westgothen finden sich, der Mehrde la Hayra, der 12 Jahre in Cuba lebte, spricht von einer! zahl der Beobachter zufolge, keine Spur deutschen Blutes progressiven Verschlechterung der weißen Race, die zu all-! mehr; der Hergang sei dort zweifellos derselbe gewesen, wie maligem Verschwinden derselben führen würde, wenn nicht er es überall noch heute sei; die fremden Frauen starben die starke Einwanderung aus Spanien, namentlich aus den allmählich aus. — Dies ist der wesentliche Inhalt des Bornördlichen Provinzen bis Catalonien, fortdauernd frisches träges von Birchow, an welchen sich in der nächsten Sitzung Blut einführte. Eine Creolenfamilie ohne Blutauffrischung eine weitere Diskussion knüpfen soll. In Wirklichkeit hat überdauere niemals die dritte Generation. er nur weitere Beispiele für die Nichtbefähigung der Euro- Jm Wesentlichen spitze sich die Sache auf die Fruchtpäer, in heißen Ländern sich zu akklimatisiren, bcigebracht. barkeit des Weibes zu, welche rapide zurückgeht und nach Es thut uns leid, daß der große Naturforscher sich von der einigen Generationen verschwunden ist. In Java haben die vielbetretenen Bahn, die natürlichen Eigenschaften, leibliche Holländer in der langen Zeit ihrer Herrschaft das weiße1 wie seelische, auf die arische und semitische Race zu vertheilen, Element noch nicht zu akklimatisiren vermocht. nicht ferngehalten hat. Er geräth dadurch mit sich selbst in Welche Summen habe nicht Frankreich auf die Coloni- Widerspruch. Er muß sofort von den Ariern die Indier sation Algiers verwendet, welcher unaufhörliche Nachschub ausuehmen, welche in die Halbinsel von Norden her eingegelange nicht nach dort; aber das massenhafte Wcgsterbcu wandert sind. Er hätte ebenso die Perser ausnehmeu müssen, der Colonisten hebe alles das wieder auf. Wenn der Ab- Andrerseits giebt er selbst zu, daß die Araber in Nordafrika geordnete Grad im Reichstage behauptet habe, daß in den und wahrscheinlich umsomehr südlicher ihren Stammescharaktcr höheren Lagen Algiers die Elsässer gedeihen, so sei dies durch die Kreuzung mit den eingeborenen Frauen vielfach erstens durch die Statistik noch nicht bestätigt, zweitens aber umgestaltet haben. Eine sonderbare Hypothese ist es, wenn finde sich in den Höhenlagen wenig Colvnisationsterrain. er die (vorausgesetzte) Akklimatisation der Maltheser und Die Verhältnisse gerade in Algier seien höchst lehrreich. Süditaliener auf phönizisches und karthagiensisches Blut Araber und Juden widerstehen dem Klima auffallend gut; zurückfühlt. Wieviel davon seit dem Verschwinden der Phönidie Juden pflanzen sich sogar gut fort, während die Araber cier und Karthaginienser in den Bewohnern dieser von den der Blutauffrischuug bedürfen, die ihnen durch die Bielverschiedensten Völkerstämmen invasirten Ländern wohl übrig weiberei bequem, aber freilich nicht ohne Veränderung des geblieben? Es bleiben also nur die Juden übrig, und dies Racencharakters, ermöglicht wird. Ihr Typus, gerade wie umsomehr, als sich dieselben bekanntlich nur untereinander der der europäischen Türken, habe sich in Folge jener fortverheirathen, also ganz aus ihrem eigenen Stamme auch in dauernden Kreuzung bereits wesentlich umgeformt. Diesen den heißen Ländern sich erhalten haben. Seit dem Jahre 2<*

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