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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-05-26 · Heft 22 (26.5.1885) · p. Seite 357

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 22 (26.5.1885)
Date
1885-05-26
Page
Seite 357 (sequence 13)
Language
German
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357 ponirt von Ed. Birnbaum, Königsberg i. Pr. Ferd. Beyer's j tragen worden seien, Andere wollten diese als Wander- Buchhandlung. i (Wallfahrts-)Lieder gelten lassen, und wieder Andere, welche Bon jeher haben fast alle unsere großen Componisten, aus dem Inhalte des Textes einen „ Stufenrhythmus" (?) denen sonst oft das Kirchliche ziemlich fern lag, religiöse | erkennen wollten. Ist cs vielleicht gewagt, wenn ich die Texte componirt, und in der That, kein biblisches Buch bietet | Bermuthung ausspreche, daß sc-liir-daiuiuaalotti ein Lied bewehr Stoff wegen des lyrischen Inhaltes, als unser Psalmen-| beutet, welches nach einer Melodie gesungen wurde, deren buch, das daher auch ganz besonders zu textlichen Unterlagen j Töne eine meist aufsteigende Tonfolge bildeten? Die Musikbenützt worden ist. Ich verweise namentlich auf den uns! geschichten lassen uns über die Melodieen bei den Israeliten näher stehenden Mendelssohn, von welchem wir die Comleider im Dunkeln. Allerdings kannten diese die modernen Positionen der Psalmen 2, 22, 42, 43, 95, 98, 100, 114, Tonleitern nicht — das weiß ich auch —, aber daß die 115 und vieler einzelner in seinen Oratorien und anderen geistlichen Gesangwerken befindlichen Psalmverse bekannt sind. Hingegen haben unsere Synagogen-Componisten meistens an den Gottesdienst gedacht und nur für die Liturgie geschrieben. Ob jene nur an die Kirche dachten, ist fraglich. Sie schrieben, um das Publikum auch in geistlichen Conzerten zu erbauen. Birnbaum hat uns nun auch einmal eine solche alten Israeliten den Unterschied von tiefen und hohen und höher werdenden Tönen gekannt haben werden, ist durchaus nicht zu verneinen. Ich meine also, daß üannuaal^rü weder den Ort, noch ein Pilgerlied oder gar Textinhaltliches bedeutet, sondern ausdrücken soll das Melodische, wie der Psalm gesungen werden soll; aber nicht, wie Rabe erklärt, „mit hoher Stimme" (er meint gewiß hohe Tonlage), monographische Composition gebracht. Sie hat zum Texte i sondern in aufsteigenden Tonfolgen. Ja, wir finden den Psalm der brüderlichen Eintracht. Sie athmet Frieden I wirklich einige Psalmen, bei denen angegeben ist, nach welcher und Freundschaft in der charakteristischen Tonart F-dur, gesungen werden sollen, so z. L. nach der Me- Andante sostenuto. Nach einem viertactigen Vorspiele £jcj tobte des ..ujeloth has«:ha<-har\') Siegfried Graf, ginnt der Männerchor mit dem 1. Verse, vier Takte lang.! Turek, 5. Mai. Der rühmlickst bekannte Gelehrte l>r. Der 2. Vers nimmt 8 Tacte in Anspruch, wobei in dem A. A. Harkawy in Petersburg hat in der k. Bibliothek Klavierpart namentlich das „Träufeln des köstlichen Oels in j interessante jüdische Manuskripte gefunden, so eine Handschrift den Bart Aharons" recht tonmalerisch ausgedrückt ist. Das-! aus dem zehnten Jahrhundert, Fragmente eines hebräischen selbe ist der Fall in den Triolenfiguren des Klaviers auf j Commentars zu den Psalmen von Joseph Jbn Abitur«, die - S. 8 „wie der Thau, der vom Chermon traust auf die; Harkawy herausgeben wird. Ebenso beabsichtigt er, ein Frag- Berge Zions". Auch die Freude, daß dort in Zion Segen! ment des unter dem Titel „SofarHagalui" bekannten Werkes und Leben ist, ist wirkungsvoll erfunden. Die Composition | Saadia's zu ediren. — Herr Alexander Zedcrbaum hat die schließt mit dem begonnenen Thema und dem Instrumental-! Erlaubniß zur Herausgabe einer illustrirten Monatsschrift in Nachspiele. Fassen wir nun unser Urtheil zusammen, so! hebräischer Sprache unter dem Titel „die Hoffnung" können wir sagen: es ist eine noble Arbeit, wie wir sie von! erhalten. Wissenschaftliche Belehrung und aufklärende Unterdem fähigen Componisten gewöhnt sind. Sie wird bei Aufj Haltung dem Publikum zu beschaffen, wird die Aufgabe dieser führungen i) des Erfolges sicher sein können.! Zeitschrift sein. — In Kürze wird der zweite Jahrgang des Ich kann nicht umhin, weil dieser Text grade zu der Jahrbuches für die Geschichte der Inden r:rr “':s~ klannnaalotü-Liedergruppe (Ps. 120—134) gehört, hinsichtlich von 9!. Sokolow erscheinen und behalte ich mir vor, auf den der Bedeutung des Wortes hainmaalotli einige Bemerkungen Inhalt dieses wichtigen Werke» noch näher einzugehen, zu machen. Gar verschiedentlich hat man versucht, dieses Moses Feinkind. Wort zu erklären. Einige Erklärer meinten, es seien Lieder, gewesen, welche auf den Stufen des Tempelvorhofes vorgei'-. Tic Meinung de» Herrn Reccnseureu ist nicht neu, sondern - .. : wurde schon von Aben Esra u. And. ausgestellt. S. hierüber die 1) Wenn ich nicht irre, habe ich von einer solchen im 2chwalm- Einleitung zu den Psalmen in unserem Bibelwerke, Bd. III. 2.361 fi. schen Verein bereits gelesen. Redact. Keuilleton. Kalueologische Hriefe eines Rabbiners. ihm Heilung bringen soll, oder an der Landschaft sicherfreut, die vor ihm ausgebreitet liegt, oder zu den Höhen aufblickt, 10. (lefziex) Wrief. die ihm hier in anderer Schöne erscheinen als in der Heimath: Ein gottesdienstlicher Zug geht überall im Kurorte durch immer fühlt er sich von heiliger Gottesnähe berührt, zur die Seele des Fremden. Ob er an der Quelle schöpft, die Gottanbetung gestimmt und begeht, bewußt oder unbewußt,

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