Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 20 (12.5.1885)
- Date
- 1885-05-12
- Page
- Seite 325 (sequence 13)
- Language
- German
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325 Was uns in dieser Ansicht bestärkt, ist die Aeußerung die Träume reden das Trügliche? — Träume der erste re n einiger Rabbinen, die nur folgenden Träumen eine gewisse Art, lautet die Antwort, kommen durch einen Engel, der Erfüllung zusichert, nämlich: a) Einem Morgentraum, b) einem zweiten Art. durch einen Sched. die Deutung in sich enthaltenden, und c) einem auch einem Es giebt aber auch nichtssagende Träume. Rabbi Meir Andern von ihm geträumten Traum "). Ersterer wohl entweder, hielt überhaupt nichts von Träumen und sagt: sie nützen nicht weil er als unmittelbar vor dem Erwachen seltener vergesien, und schaden nidjt14). und sich tiefer in das Gemüth prägt, oder auch, und was wahr- Träume an einem oder nach einem Fasttage, hält Rabbi scheinlicher ist, weil die dann wieder zu einem höheren Be-, Chasda für bedeutungslos''). Ebenso ist auf Träume von mußtsein sich spannenden Seelenkräfte, einer allgemeinen und der Nacht des Freitags auf den Sonnabend nicht zu achten, mithin objektiven Association successiver Zustände fähig ge- (weil, erklärt Raschi, der Mensch am Freitag von der Arbeit achtet wurden. Der Zweite aus ähnlichem Grunde; weil der ausruhet und mehr den Gedanken nachhängt"). Schritt der Einbildungskraft vom Bilde zum Begriffe auf Für die Theorie der Traumdeutung dienen folgende gesteigerte Kraft und Näherung zur Berstandes-Function, als Talmudstellen. Drei Dinge bedürfen der göttlichen Gnade: welches das Moment des Objectivirens ihrer Subjectivität Ein guter König, ein fruchtbares Jahr und ein guter wäre, zeugte. Letzteres Phänomen aber, welches zwar selten aber Traum4?). doch nicht beispiellos ist, wohl darum, weil die Uebereinstim- Für die Bedeutung gewisser Dinge, die im Traume gemung einer und derselben Reihe sinnlicher Vorstellungen in l sehen worden, bildeten sich bei jedem Volke gewisse Stereozweien verschiedenen Individuen, ihren Ursprung aus einem i typen nach mannigfachen Anhaltspunkten und Analogien, die allgemeinern (als ein individuelles) Associations-Vermögen, als Quellen für Traumbücher anzusehen sind. So bedeuten das als solches das Criterium der Wirklichkeit. Beständigkeit Perlen, Thräneu; so der Sarg, den Tod, u. s. w. Für die der Reihenfolge, in sich führt, und nicht erst von außen genn Talmud vorkommenden Deutungen lieferten auch Bidclsucht zu werden braucht, beurkundete. , Verse ungemeine Anhaltspunkte. Biele davon werden im Zur Ergänzung fügen wir aus Brecher's Zusammen- Traktate Leraeh., fol. 55. ff. folgendermaßen angegeben, stellung Folgendes hinzu:! Man lehrte: fünf Dinge wurden vom Ochsen ^wenn er im So wie der Talmud eintretende Träume physisch als; Traume gesehen wird) ausgesagt. Wer von seinem Fleische gute Vorbedeutung in schweren Krankheiten hielt1S) so waren; ißt, wird reich, wird man von ihm (mit dem Horn) ge- Träume im gesunden Zustande moralisch, als ein nothwenj stoßen, bedeutet es, daß man Söhne bekommt, die in der diger Verkehr mit einer höheren Welt, zur Erhaltung der; Wissenschaft ihre Gegner besiegen. Von einem Ochsen ge Harmonie des bessern Menschen angesehen. Daher sagte Rabbi. bissen werden, bedeutet Schmerzen. Mit den Füßen gestoßen Seire: Wer sieben Tage ohne Traum bleibt, heißt ein böser werden, eine weite Reise. Reitet man ihn, so wird man Mensch"). hochgestellt. — „Dieses bedeutet doch, wie uns gesagt wurde, Der Talmud unterscheidet Träume niedriger Art, ge-; den Tod?" — Es bedeutet den Tod, wenn Jemand vom meine, nichtssagende, gewöhnliche Träume, und Träume Ochsen geritten wird. — Siehet man einen Esel im Traume, höherer Art, bedeutsame, wahrhafte Träume. Die wahrso hoffe man auf Glück. — Eine Katze bedeutet dort, wo haften und bedeutsamen Träume sind entweder prophetische, man sie Sehunva nennt, einen lieblichen Gesang, wo sie von einem Engel eingegebene, oder symbolische, vorausver- Schinra genannt wird, einen Anschlag zum Bösen (beides kündende oder warnende, oder von einem Dämon (Sched) Assonanzen). — Weiße Trauben haben eine günstige Beden falschen Propheten, um sie zu äffen und zu berücken, deutung; dunkle, nur wenn eben die Zeit ihrer Reife ist.— vorgekaukelt. Rabba fragte, es heißt in der Schrift (4. B. Ein weißes Pferd ist eine günstige Vorbedeutung"). ein rothes, M. 12, 6.): Im Traume rede ich (Gott) mit ihm (dem nur wenn es sanft erscheint. — Ein Kameel bedeutet: Der Propheten). Dann aber heißt es wieder (Zach. 10, 2): Und Tod wurde im Himmel über den Träumenden verhängt, _ aber er wurde begnadigt. — Ein Elephant: Es geschehen aus. R. Elieler zürnte heftig, als er hörte, datz seine Schüler in dem Träumenden Wunder"); viele Elephanteu: es geschehen biner Abwesenheit den Traum einer Frau ans einen Toveefall auS- ~ große Wunder'«). — „Man lehrte doch: Alle Thicre lealkn, obgleich sie dabei nnr 10 verfuhren, wie sie btt nnir an- / » > v veren Gelegen beit von ihm 'elbst hörten, und R. Akiba wußre den Gram seines Schülers übrr einen unzweideutig bösen Traum durch : eine geschickte Auslegung glücklich zu zerstreurn. .Ieru8. Tal. Ir. Maas. Scheni. , 11) Berach. f. 56. col. 2. 1 iTCi/P '~"n •'r.’cn 6 D^ntr c&P’i ,nVrn “prc ~pe:tr ovrm ,n~ntr bv 2i>p 12) Berach. 57 b. 13) Das. 55b. 14) Gitt. 52 a. Sanh. 30a. Horaj. läl». 15) Das. 55 a. 16) Joma 83 b. 17) Das. 55 a. 18) Auch Sanhedr. 93 a. 19) >'2 •>o) rn.s^s