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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-05-12 · Heft 20 (12.5.1885) · p. Seite 326

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 20 (12.5.1885)
Date
1885-05-12
Page
Seite 326 (sequence 14)
Language
German
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haben im Traume eine gute Bedeutung, nur nicht der Ele-! Phant, der Affe und die Meerkatze?" — Antwort: Letzteres gilt nur, wenn man ihn umgesatteU fiehet. — Personen, werden nach der Bedeutung ihrer Namen und aphonisch! günstig ausgelegt. — Eine (geschriebene) Leichenrede; man denkt im Himmel schonend vom Träumenden und rettet ihn. — Wer im Traume die Response: „Amen jehe Schemeh rabba" recitirt, der kann der ewigen Seligkeit sicher sein. Wer das „Schema" recitirt, ist werth, daß die Schechina aus ihm ruhe, wenn anders das Zeitalter es würdig wäre. — Wer im Traume die Thephillim anlegt, hoffe auf Rang.! — Beten im Traume, bedeutet Gutes. — Waitzen bedeutet! Frieden (nach Psalm 147, 14.). Gerste Vergebung der! Sünden (Jesai. 6, 7. ~c — ~-££•). Ein trächtiger Weinstock: seine Frau erleidet keine Fehlgeburt. Eine Rebe: er hoffe aus den Messias (l. B. M. 49. 11.). Ein Feigenbaum: er werde, was er erlernt, nicht vergessen. — Eine Gans: er hoffe auf Klugheit (Spr. 1, 20.). — Metallgeräthe bedeuten Gutes, ausgenommen das Grabscheit, die Statue und die gestielte Hacke. — Alle Früchte bedeuten Gutes, ausgenommen Datteln. Ebenso alle Arten Gemüse, ausgenommen die Gemüsespitzen. Ebenso alle Farben außer himmelblau. — Alle Arten Geflügel bedeuten Gutes, ausgenommen die Eule, das Käutzlein und die Fledermaus. — Eine Leiche im Hause bedeutet häuslichen Frieden. Effen und Trinken im Hause hat eine gute Bedeutung. Nimmt man Geräthe aus dem Hause, bedeutet es Schlimmes für das Haus. Letzteres erklärt Rabbi Papa, wenn es ein Schuh oder ein Sandal ist. — Was ein Verstorbener von Einem nimmt, bedeutet Gutes, außer wenn es ein Schuh oder ein Sandal wäre; und was ein Verstorbener giebt, bedeutet Gutes, außer Erde und Senf21). War der Traum vorausverkündende Schicksalsbestimmung, so mußte dafür gesorgt werden, die drohende Gefahr abzuwenden, und dem schlimmen Berhängniß eine gute Wendung zu geben. Dies geschah durch „Berbefferung des Traumes". — Rabba Jochanan sagte, wer wegen eines gehabten Traumes beunruhigt ist, der spreche zu drei Männern: Ich habe einen guten Traum gehabt. Diese antworten: Ja, er ist gut und wird gute Folgen haben. Dann werden von ihnen noch tröstliche Bibelverse hergesagt22). Der böse Traum selbst wurde als Aufforderung zur Buße für begangene Sünden, so wie der gute als abschlägiger Lohn für kleine Verdienste gehalten. Daher sagte Rabbi Huna: Selten wird einem guten Menschen ein guter Traum und bösen Menschen ein böser Traum gesendet^). Der böse Traum wurde vorzüglich durch Fasten gesühnt. Rab sagte, das Fasten vernichtet den bösen Traum, wie Feuer das Werg verzehrt. Rabbi Chasda 21) Berach.. 57 b. 22) Das. 23) Das. setzt hinzu: u. z. muß gleich am folgenden Tage gefastet werden. Rabbi Jehuda setzte hinzu: Auch wenn dieser ein Sabbath wäre **). Bon den im Talmud vorkommenden bedeutsamen, oder für bedeutsam gehaltenen Träumen, heben wir folgende heraus. Rabbi Joseph sagte: Ich saß einst beim Bortrage und entschlummerte. Da sah ich im Traume einen Engel, welcher dem Nathan aus Zizitha (berühmter Büßer) die Hand reichte und ihn (in Gnaden) aufnahm **). — Rabbi Jehoschua und Rabbi Jose der Priester wandelten einst auf dem Heerwege und fingen an über die Merkaba (Theosophie) zu sprechen. Es war zur Zeit des Sommersolstitiums. Da umzog sich das Firmament mit Wolken und es zeigte sich eine Art Regenbogen und die Engel sammelten sich um sie, ihren Worten zu lauschen. Als Rabbi Jose der Priester dieses Ereigniß dem Rabbi Jochanan ben Sacai erzählte, sprach dieser: Heil euch! . . ja, ich sah im Traume uns insgesammt auf dem Sinai fitzend, da rief uns zu ein Bat-Kol vom Himmel: Kommt heran, kommt heran! Große Prachtgebäude und herrliche Teppiche sind für euch und euere Schüler bereit und ihr seid für den dritten Grad (der Seligkeit (bestimmt — Rabbi Nachman bar Jitzchak, welcher sich über die Sündenlofigkeit des Königs Saul zweifelhaft geäußert, hatte zweimal schreckliche Träume und bat die Manen Sauls um Vergebung **). — Rabbi Chanina träumte, er sehe wie man den Rab an einem Baume aufhäuge; die Tradition, daß ein derartiger Traum, die Erhebung zu einer Ehrenstelle bedeute, bewährte sich durch die spätere Wahl des Rab zum Schuloberhaupte?*). — Rabbi Huna bar Manoach, Rabbi Samuel bar Jde und Rabbi Chaja aus Westania, kamen oft in den Hörsaal des Rabba. Nach deffen Ableben kamen sie zu Rabbi Papa. So oft dieser einen Bortrag hielt, der ihnen nicht gefiel, warfen sie sich gegenseitig vielsagende Blicke zu. Dies betrübte Rabbi Papa sehr. Da träumte ihm als läse er den Vers (Zechar. 11, 8.): „Und ich vertilge die drei Hirten in einem Monat." — Als sie des anderen Tages von ihm Abschied nahmen, verabschiedete er sie mit den Worten: Gehet in Frieden Rabbanan **). 24) Sabbat 11a. Taanit 12 b. 25) Sabb. 56 b. 26) Chagiga 14b. 27) Jarna. 22b. 28) Das. 87 h. 29) Taanit. 9 a.

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