Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 19 (5.5.1885)
- Date
- 1885-05-05
- Page
- Seite 309 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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309 muß; 2) es muß genaue Auskunft über deu Geburtsort des! Petenten und seine Geschäftscontrahenten im Auslande, sowie über die Geschäfte, die er in Rußland zu führen beabsichtigt, enthalten; 3) diejenigen ausländischen Juden, welche schon früher in Rußland Handel trieben, müssen angeben, seit wann sie in Rußland wohnen und welche Geschäfte sie führen; 4) auch noch Zeugnisse von Handelsfirmen aus den Orten, wo sie wohnhaft sind, zustellen, welche bestätigen, daß sie die Geschäfte, die sie zu fuhren angeben, auch wirklich betreiben und daß sie anständige Leute sind; 5) auch müssen sic von der örtlichen Behörde Zeugnisse anfügen, daß die Petenten volles Vertrauen verdienen. — Hinsichtlich des in Nr. 12 besprochenen, von mir herausgegebenen Panoramas von Palästina bitte ich folgendes zu berichtigen: Herr I. A. Glicenstein und ich haben das „Tableau des heiligen Landes", welches eine geographisch-topographische Darstellung Palästinas mit näherer Bezeichnung der aus der Geschichte, Bibel und Talmud bekannten Orte der Gräber der Patriarchen, bcrühmter Männer und sonstiger monumentalen Bauten enthält, nach den Originalzeichnungen von Rabbi Chaim Salomon Pinia aus Zefath verbessert und in hebräischen Lettern herausgegeben. Moses Fcinkind. Bonn, 26. April. (Notizen) Man schreibt aus Paris: Herr Jsa'i'n Levillant, Präfekt des Dep. des Doubs ist zum Director der allgemeinen Sicherheit, einem der wichtigsten Posten des Ministeriums des Innern, berufen worden. Dieser Mann war anfänglich für das Rabbinat bestimmt, machte seine Vorstudien in der Talmud-Thora zu Paris und trat in das Rabbinerseminar ein. Hier verweilte er jedoch nur — einen Tag: er verließ die Anstalt, um sich der radicalen Journalistik zu widmen. — Bonn, 19.April. (Literarische Notizen?! Wir haben schon bei früherer Gelegenheit über die eigenthümlichen Ansichten, betr. des Pentateuchs berichtet, welche Alexander Weihl in Paris wiederholt in Schriften kleineren und großen Umfangs dargelegt hat,und haben dieselben als unhaltbar und unbegründet widerlegt. Herr Weill hält jedoch seine Meinungen fest und wird nicht müde, sie zu reproduziren. Dies thut er denn in der eben erschienenen Schrift: Le Pentateuque selon Hoi'se et le Pentateuque selon Esra par Alexandre Weill. Premi^i-e Partie. Paris Dentu. 1885. Weill hat sich eine besondere Vorstellung vom Mosaismus gemacht, der unter seiner Feder vielmehr Weillismus genannt werden sollte. Was nun im Pentateuch in diesen Weillismus paßt, rührt nach ihm von Moses, was ihm widerspricht, von Esra her. Wir halten es unsrerseits für nicht nothwendig, noch einmal auf die willkürlichen Hypothesen des Herrn Weill einzugehen. — Der Oberrabbiner zu Essek, vr. Sam. Spitzer, der schon mehrere treffliche Monographien veröffentlichte, hat die Zahl derselben um eine recht intereffante vermehrt: „Die Uhr, ein Beitrag zur Culturgeschichte der Alten (Hebräer, Griechen, Römer)" (Effek, Fritsche 1885). Im ersten Abschnitte behandelt er die „primitive Zeitbestimmung und specicll den Hahn, den Esel, den Hund als Zeitmcffer". Im zweiten Abschnitt kommen Steine, Lust, Blumen und Schatten als Zeitmesier zur Sprache, und im dritten werden die Sonnenuhr, die Wafferuhr und die Sanduhr vorgcführt. Was über alle diese Gegenstände in den einschlägigen Literaturen vorkommt, ist hier mit vieler Umsicht zusammengestellt und angemeffen gruppirt, wobei es natürlich an mancherlei kritischen Bemerkungen nicht fehlen konnte. Der Bcrfaffer versteht es, seinen Lesern die Resultate seiner Forschung in anziehender Form darzuftellen. Die typographische Ausstattung ist vortrefflich. Eine schöne Rede hielt Stadtrabbiner vr. M. Steckelmacher zum 2b jährigen Jubiläum der Alliance in der Synagoge zu Mannheim, und ist sie daselbst (Haas 1885) erschienen. — Der Director der höheren Handelsfachschule zu Erfurt hat in seinem Jahresbericht über das 17. Schuljahr der Anstalt die Fortsetzung seiner verdienstvollen Abhandlung: „Das parömiologische Sprachgut bei Shakespeare" geliefert, worauf wir die Leser, die sich für diesen Gegenstand interesiircn, aufmerksam machen wollen. A e u i t Vermischtes. Die Ceder des Libanon (Cedras Libani). Ein sehr anschauliches Bild entwirft von diesem herrlichen Baum der königliche Garteninspector Herr I. Buch<- in dem von ihm herausgegebencn „Jahrbuch f. Gartenkuude": Während die Libanon-Ceder in jüngeren Exemplaren fast in allen Garten- und Parkanlagen der Neuzeit als eine häufig und gern angepstanzte Coniferenart neben der Schierl e t o n. lings-Tanne (Tsuga canadensis), der Pius Nordinanniana, Abies Douglasii und anderen bekannten Nadelholzsormen anzntreffen ist, gehören doch größere und vollkommen ausgebildete Cederbäume, die den eigentlichen Charakter des Baumes erkennen lasten, besonders in Norddeutschland zu den Seltenheiten. Eines der größten Exemplare dieser durch den Salomonischen Tempelbau berühmt gewordenen, auf den Bergen des Libanon-Gebirges heimischen Nadelholzart besitzt der botanische