Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 18 (28.4.1885)
- Date
- 1885-04-28
- Page
- Seite 288 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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288 faffer hat die ganze Schrift nicht blos sorgfältig revidirt, sondern mehrere Betrachtungen theils erweitert, theils ganz umgearbeitet, auch einzelne der ersten Auflage durch neue und zum Theil passendere ersetzt. Um dem Buche einen gewissen Ehrmann wendet sich zunächst gegen eine Broschüre, welche vor einigen Jahren von einem Thierarzt in Kaiserslautern, Namens Bauwerker, erschienen ist und welche die verschiedenen Thierschutzvereine ihren Petitionen bei Regierungen und Reiz der Neuheit zu verschaffen, wurden 11 neue Betrach- Behörden um Abschaffung des Schächten» zu Grunde legen, jungen hinzugesügt, von welchen mehrere, wie „Die Imitation"! sowie gegen den Hofthierarzt Sondermann, der als Präsident (S. 83 ff.), „Der Mantel des Hohenpriesters" (S. 117 ff.),! des Münchener Thierschutzvereins die Seele der ganzen Opporecht schön und zweckentsprechend sind, was wir von einigenj sition ist, welche sich besonders in den Thierschutz-Congreffen anderen — wir erwähnen nur „Ein Schritt vom Wege" j gegen das rituelle Schlachten geltend macht. Er vergleicht (S. 40 ff.) — nicht behaupten möchten. Wir empfehlen die > sodann das Schachten mit den neueren Tödtungsarten, be- „Sansinnim", welche für jeden Wochenabschnitt eine, zuweilen sonders der Bouterole, die sich als unpractisch erwiesen hat auch zwei Betrachtungen bringen und welche schon bei ihrem und aus den Schlachthäusern rasch wieder verschwunden ist. ersten Erscheinen freundliche Aufnahme gefunden haben, in dieser neuen und vermehrten Auflage aufs Angelegentlichste; das Buch eignet sich sowohl zum Borlesen im Familienkreise, und betont in einem besonderen Capitel das religiöse Moment. Um alle Angriffe der Gegner mit einem Schlage zu pariren, läßt Ehrmann nur eine einzige stichhaltige „Begründung" als auch zu Vorträgen beim Gottesdienst in kleineren Ge-szu, nämlich die, daß das Schächten der Juden durch das meinden. Die Ausstattung ist eine recht gute und gereicht der Verlagsbuchhandlung zur Ehre. Bemerken wollen wir nur noch, daß das Jnhaltsverzeichniß mangelhaft ist; die Betrachtungen zu pbz und ■>> oo sind nicht mit ausgenommen. — In hübscher Ausstattung liegt uns vor „Brandeis' Jllustrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr 5446", Religionsgesetz vorgeschrieben ist. Ob diese Begründung allein den Gegnern des Schächtens imponiren wird? Den zweiten Haupttheil der Schrift bildet die eigentliche Gutachtensammlung. Herr vr. Ehrmann druckt nämlich sämmtliche von mir im Jahre 1867 gesammelten und in meiner Schrift „Die rituale Schlachtfrage oder Ist Schächten Thierquälerei?" (Aarau 1867), sowie die im Jahre 1876 von dem Rabbiner herausgegeben von Jakob Brandeis (Prag), und enthält j zu St. Gallen, Herr vr. H. Engelbert, in seiner Schrift das beinahe 300 Seiten umfaffende Büchelchen außer den j „Das Schächten und die Bouterole" (St. Gallen 1876) verzum Kalender gehörigen Artikeln eine interessante Erzählung! öfsentlichten Gutachten vollständig ab. Hätte Herr vr. Ehrmann aus der Zeit des siebenjährigen Krieges. Der Gefangene des es für der Mühe werth gehalten, mich vor der Drucklegung Königs von S. Kohn, Beiträge zur Geschichte der Juden seiner Schrift um die Erlaubniß des Wiederabdrucks anzuin Böhmen, speciell in Prag, nebst Urkunden von G.Wolf, > fragen, ich hätte ihm dieselbe im Jntereffe der Sache nicht eine Jahresrevüe und andere lesenswerthe Piecen vom Herausallein bereitwilligst gestattet, sondern auch noch Ergänzungen geber. Die beigegebenen Porträts des ungarischen Minister-i mit Vergnügen ertheilt. Ich erwähne u. a. nur eines Briefes Präsidenten Tißa, des Dr. L- Zunz, sowie eine Abbildung des Herrn vr. Fürstenberg zu Eldena vom 2.?lpril 1867, des neuen israelitischen Tempels in Wien sind der Ausstattung der mit den Worten beginnt: „Für die freundliche Ueberdes Ganzen entsprechend.! sendung der von Ihnen veröffentlichten intereffanten Schrift Die Agitation gegen das Schächten, welche vor ungefähr j über das Schächten der Thiere meinen besten Dank. Es hat vierzig Jahren zuerst in London auftrat und dann von der j mich gefreut, daß meine Collegen und Freunde sich einstimmig Schweiz ausging, hat sich lawinenartig auch über andere j für die Sache ausgesprochen und glaube ich annehmen zu Länder, über Baden, Württemberg, Baicrn, ja bis nach Por-! dürfen, daß die Behörden sich nicht ferner bereit finden laffen, tugal hin erstreckt und in jüngster Zeit, besonders in einigen i Maßregeln gegen das Schächten zu treffen" u.s. w. Uebrigens Gemeinden der Schweiz practische Erfolge gehabt. Den Ausi hat Herr vr. Ehrmann die Gutachten um fünf vermehrt, schreitungen dieser von den Antisemiten mehr oder weniger > Sehnlichst wünschen wir, daß diese Schrift den erwarteten unterstützten böswilligen Agitation gegen das Schächten als > Erfolg habe und dazu beitrage, daß die Plackereien, denen Borwand zur Menschenquälerei tritt Herrvr.H. Ehrmann,! die Juden in einigen Gegenden der Schweiz ausgesetzt sind, Rabbiner der israel. Religionsgesellschaft zu Trier, in seiner! endlich und für immer aufhören: vor Kurzem veröffentlichten Schrift: „Thierschutzund Menscheni Bon Herrn Dr. M. L. Rodkinssohn, dem Redactcur trutz. Sämmtliche für und gegen das Schächten geltend gedes „Hakol", zur Zeit in Wien, sind mehrere Schriften in machten Momente kritisch beleuchtet, nebst einer Sammlung hebräischer Sprache erschienen, wie msovric, r&Dn aller älteren und neueren Gutachten hervorragender Fachgcüber Ursprung und Entwickelung des Philacterien-Ritus bei lehrten . . . und einer Abbildung der Zecha'schen Legmcthodc" den Juden (Preßbnrg 1883), Ter Schulchan-Aruch und seine (Frankfurt a. M., I. Kaufmann, 1885) entgegen. Herr Vr.; Beziehungen zu den Juden und Nichtjuden (Wien 1884) eine