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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-04-28 · Heft 18 (28.4.1885) · p. Seite 287

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 18 (28.4.1885)
Date
1885-04-28
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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287 des Judenthums als wuchernde Schmarotzerpflanze entsprang, da sowohl die heidnischen als auch die jüdischen Berichte, — Wir glauben, nicht ein Wort zu viel über den Charakter wenn auch aus verschiedenen Ursachen, die Zahl und Größe des 18. Jahrhunderts ausgesprochen zu haben, und wir sind der eingenommenen Festungen und die Menge der im Kampfe wohl zu der Folgerung berechtigt, daß ohne die verjüngende Gefallenen sehr übertrieben haben. (??) Besonders gilt dies von Bewegung und die neuerwachte schöpferische Kraft des dem letzten Acte des blutigen Dramas, der sich in Bethar 19. Jahrhunderts das Judenthum in der Gefahr völliger abspielte, einem Platze, der in den früheren Kriegen gar nicht Mumificirung und somit des Todes gestanden hätte. Literarischer Wochenbericht. Hamburg, im April. Am 26. v. M. hielt Herr Dr. erwähnt wird und der doch nicht als eine Riesenfestung gleichsam aus der Erde gewachsen sein konnte. Biele blieben dem Kampfe fern, vor Allem die Judenchristen, deren unpatriotische Gesinnung bei den nationalen Kämpfern natürlich eine große Erbitterung hervorrief, sodaß von da an der Riß ein Jonas hier in dem Vereine für Vorträge aus dem Gebiete unheilbarer wurde. Auch das Landvolk ließ sich wohl nicht der Wissenschaft des Judenthums, den letzten in dem diesleicht enthusiasmiren und zog sich in jener Zeit infolgedessen jährigen Cyklus. Das Thema lautete: „lieber den Messias den tiefen Unwillen und arge Geringschätzung der Patrioten Bar-Kochba und den Untergang des jüdischen Volksthums", zu. Bei der Behandlung dieses Punktes wies der Redner Da sich derselbe Ihrem Leitartikel in Nr. 14 anschließt und auf die im Tract. Pessachim fol. 49 zusammengestellten Ausmanchen neuen Gesichtspunkt enthält, wird ein Referat darspräche hin. die einen hohen Grad von Feindseligkeit zwischen über wohl am Platze sein. Der Redner zeigte, wie alle den Talmide Chaclnimim. und den Am Haare/, verrathen, Kriege und Aufstände der Juden während jenes Jahrhunderts und die kaum verständlich sind, wenn man unter diesen Besich nur aus der mächtigen nationalen Erregtheit und der Zeichnungen, wie man es dem späteren Sprachgebrauche gemäß religiösen Exaltation erklären lassen, welche die Gemüther' gewohnt ist. Gelehrte und Ungebildete versteht. Diese Ausdamals ergriffen hatte. spräche rühren augenscheinlich aus jener Zeit her nnd die Auch der Kampf gegen Bespasian und Titus war, wenn Jünger der Weisen waren eben die für die nationale Sache man die realen Verhältnisse erwägt, ohne Aussicht auf einen gewonnenen Kämpfer, die zum Theil aus der Ferne Herbei- Erfolg unternommen, geschweige denn die Aufstände in Cyrene, gezogen worden, und das Volk des Landes, die Einheimischen, Aegypten, Cypern und Judaea, die dem Kriege des Bar-Kochba die sich nicht für die Sache des Vaterlandes begeisterten, voran gingen. Interessant war der Nachweis, daß die meistens vielleicht Ackerbauer, die wohl auch dem judenchrist- Messiashoffnungen, die in Jesus und in Bar-Kochba zum lichen Einflüsse am ehesten zugänglich waren, woraus sich Ausdrucke gelangten, als zwei Stämme zu betrachten seien, auch das Mißtrauen gegen die Töchter des Landesvolkes erdie aus derselben Wurzel des Schmerzes über die Gegenwart klärt, wenn man bedenkt, wie damals die Keuschheit auch der und des Glaubens an die Zukunft hervorgegangen, und daß Judenchristen in Zweifel gezogen wurde, die Anhänger des einen und des anderen sich gewissermaßen Wirkungsvoll war der Schluß der Rede, bei welchem nur durch ihr Temperament unterschieden. Beide rechneten jener Sage eine sinnbildliche Deutung gegeben wurde, daß auf das Eingreifen der göttlichen Allmacht, durch welches der der Leichnam des Bar-Kochba von einer Schlange umwickelt Zustand der Welt ein anderer werden würde, jene in gedul- | gefunden worden sei, die den Alten als Symbol der Ewigkeit diger Ergebung, diese im muthvollen Kampfe. Aus Sueton, > diente. Bar-Kochba war der Repräsentant des jüdischen Tacitus und Dio Casiius wurden Belege beigebracht nnd! Volksthums, das nun todt am Boden lag. Tragisch war besonders aus den Abhandlungen des Philo über die Vor-1 sein Untergang, denn er fand ihn in einem Kampfe, dem sehung und über Belohnungen und Strafen dargethan, wie seine Kräfte nicht gewachsen waren. Aber die Läuterung selbst klare Denker in jener Zeit die baldige Erfüllung der > folgte, indem man begriff, daß der Geist, der in diesem Volke messianischen Hoffnungen für möglich hielten. So ist auch lebte, ewig sei und daß durch ihn die Messiashoffnung sich die Rolle verständlich, die Rabbi Akiba damals spielte, der dem Bar-Kochba ebenso die Wege ebnete, wie Johannes sie dem Jesus geebnet hatte. Jene tausende von Schülern, die er geworben, waren Kämpfer für die nationale Sache, und jene Tochter des reichen Hirten, deren heimliche Liebe ihn zu seinen Wanderungen trieb, war das im Elende schmachtende jüdische Volk. Auf den Kampf selbst übergehend, zeigte der Redner, daß der äußere Umfang desselben sehr überschätzt worden. erfüllen werde. Pest, den 8. April. Bon dem im Jahre 1859 erschienenen „Sansinnim. Betrachtungen zu den fünf Büchern Mosis, nach Ordnung der Wochenabschnitte. Zur Verbreitung erhöhter Kunde und Würdigung des Judenthums, sowie zur Förderung religiöser Wärme und Innigkeit. Von Dr A. Schmiedl, Rabbiner der Bezirksgemeinde Sechshaus nächst Wien", ist eine neue und zwar „reichlich vermehrte" Auflage erschienen (Prag, Jakob Brandeis, 1885). Der gesch. Ver-

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