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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-04-28 · Heft 18 (28.4.1885) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 18 (28.4.1885)
Date
1885-04-28
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
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♦ •; i , 284 dessen Vertreter auf Erden, den römischen Kaiser übertragen, stände immer noch in die Zeit der heidnischen Kaiser fielen; Bei der Beschaffenheit der jüdischen Einrichtungen schloß die denn welches Schicksal ihnen bereitet worden wäre, als das Unterdrückung des centralen Cultus die Auflösung der Gej Christenthum den römischen Kaiserthron bestiegen hatte, falls meinde Jerusalem in sich. Die Stadt ward nicht blos zer-; die Jnsurrectionen der Juden unter ihnen stattgefunden, das stört und niedergebrannt, sondern blieb auch in Trümmern! lehren die Ausrottungen der christlichen Sekten z. B. der liegen, wie einst Karthago und Korinth; ihre Feldmark, Arianer. (Schluß folgt.) Gemeindewie Privatland, wurde kaiserliche Domäne. Was von der Bürgerschaft der volkreichen Stadt dem Hunger oder dem Schwert entgangen war, kam unter den Hammer des Sklavenmarkles. In den Trümmern der zerstörten Stadt schlug die Legion ihr Lager auf, welche mit ihren spanischen und thrakischen Auxilien fortan im jüdischen Lande garniso- Die Vertretung -er 3n-en im ungarischen Oberhaule. Die Angelegenheit über die Vertretung der Juden im niren sollte. Die bisherigen in Palästina selbst rekrutirten ungarischen Oberhause, welche im Abgeordnetenhause so lange Provinzialtruppen wurden anderswohin verlegt. In Emmaus und lebhafte Debatten hervorgerufen, hat nun ihren Abschluß in der nächsten Nähe von Jerusalem wurde eine Anzahl rögefunden. Im Einundzwanziger Ausschuß kam nämlich anmischer Veteranen angesiedelt, Stadtrecht aber auch dieser; läßlich der Berathungen über die von der Magnatentafel Ortschaft nicht verliehen. Dagegen wurde das alte Sichem, proponirten Aenderungen an dem Gesetzentwürfe über die der religiöse Mittelpunkt der samaritanischen Gemeinde, viel- Oberhaus-Reform vorgestern die Sache nochmals zur Sprache, leicht schon seit Alexander dem Großen eine griechische Stadt, Graf Ludwig Tißa. als Präsident des Ausschußes und als jetzt in den Formen der hellenischen Politie unter dem Namen Abgeordneter von Szegedin, theilte mit, daß die Szegediner Flavia Neapolis reorganisirt. Die Landeshauptstadt Caesarea, israelitische Gemeinde ihm die in diesen Blättern bereits er- bis dahin griechische Stadtgemeinde, erhielt als erste flavische! wähnte Petition übersandt habe, in welcher die Petenten das Colonie römische Ordnung und lateinische Geschäftssprache.; Ansuchen stellen, cs möge die Disposition in den Gesetzent- Es waren dies Ansätze zur occidentalischen Munizipalisirung! wurs ausgenommen und hierzu die Zustimmung der Magdes jüdischen Landes. Nichtsdestoweniger blieb das eigentj natentafel erwirkt werden, „daß für den berufenen Vertreter liche Judaea, wenn auch entvölkert und verarmt, nach wie j der in Zukunft zu organisirenden allgemeinen israelitischen vor jüdisch; wessen die Regierung sich zu dem Lande versah,! Religionsgenoffenschaft Sitz und Stimme im Oberhause gezeigt schon die durchaus anomale dauernde militärische Be-, fledert wird." legung, die, da Judaea nicht an der Reichsgrenze lag, nur zur Niederhaltung der Einwohner bestimmt gewesen sein kann. In der Ausübung ihrer Religionsgebräuche wurden den Juden weder in Palästina noch anderswo Hinderniffe in den Weg Der Minister-Präsident seinerseits bemerkte, dieser Punkt bilde nicht den Gegenstand des Compromiffes, allein da jetzt keinerlei Aussicht vorhanden sei, das Prinzip im Oberhause zur Geltung zu bringen, gedenke er bei den Ernennungen gelegt. Selbst ihren religiösen Unterricht und die daran sich die Juden zu berücksichtigen, damit es offenbar sei, daß ein anknüpsenden Versammlungen ihrer Gesetzlehrer und Gesetz-, Jude allerdings Oberhaus - Mitglied sein könne. In sehr kundigen ließ man in Palästina wenigstens gewähren und! warmen Worten plaidirte Paul Szontagh für die Beibehalhinderte nicht, daß diese Rabbinervereinigungen versuchten, sich tung des ursprünglichen Textes. Ihm schloß sich Stefan einigermaßen an die Stelle des ehemaligen Synhedrion von Teleßky an, der crtlärte, er halte die Sache für wichtig Jerusalem zu setzen und in den Anfängen des Talmud ihre genug, um es auch auf einen Nuntienwechsel ankommen zu Lehre und ihre Gesetze zu fixiren." —; lassen. Die lebhafteste Aufmerksamkeit erregte der Bischof Nichts beweiset die religiöse Toleranz des heidnischen der Unitarier, Josef Ferencz, der sich in Worten von wahr- Roms mehr als diese Zugeständnisse an das sortbestehende; Haft priesterlichem Ernst für die Vertretung der Juden er- Judenthum, das in dem wiederhergestellten Sanhedrin und klärte. Er würde gegen sein Gewiffen sündigen, wenn er in den überall errichteten Synagogen genügende Mittel der diesen Punkt ohne Weiteres fallen ließe und er wünsche da- Existenz, ja einer lebenskräftigen Entwickelung fand. Denn rum, sich so deutlich zu erklären, daß sein Votum unter es ist nicht außer Augen zu lasten, daß gerade nach der l keinen Umständen falsch ausgelegt werde. Er acceptire die Zerstörung des Tempels und Jerusalems die halachische Entj Proposition des Oberhauses, aber lediglich darum, weil er hier saltung des Gesetzes ihren größten Aufschwung nahm und; höre, daß die Durchführung des Prinzips der Gleichheit der sich mit der Zeit die Herrschaft über die Gesammtheit der j Consesfionen zur Zeit nicht möglich sei und weil die Regie- Juden in allen Weltgegenden erwarb. Es war ein Glück j tung demselben denn doch in anderer Weise Geltung schaffen für das Judenthum, daß der Krieg und die späteren Auf-1 werde. 4 '

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