Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 16 (14.4.1885)
- Date
- 1885-04-14
- Page
- Seite 257 (sequence 9)
- Language
- German
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257 enthaltenen Beleidigungen des Schriftstellers von Sacher-! oder Jüdin ist. Ich will vor Allem mein Kind haben, das Masoch. I man mir seit drei Jahren entrissen hat." Stieglitz wurde Stuttgart, 26. März. (Privatmitth.) Die Kammer j hierauf über den bisherigen Verlauf der Angelegenheit verder Abgeordneten hat in ihrer heutigen Sitzung den Etat i nommen. des Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens berathen. j (Wenn dies so wahr wäre, so würde daraus hervorgehen, Art. 60. betrisst den Beitrag zur israel. Zentralkirchenkaye.! daß man den Pater durch die lange Verschleppung mürbe Tit. 1 Pauschalsumme zufolge früherer Verabschiedung 18515! gemacht hat. Der Hauptpunkt ist: ist das Mädchen zur Mk. Tit. 2. Zu Gehaltsaufbesserungen für die Rabbiner p.! Taufe gezwungen worden, oder hat sie selbst Neigung dazu p. 4457 Mk. Tit. 3. Zu Pensionen der Rabbinen und Vor-! gehabt? Wenn dieses Moment nicht vollständig klar gestellt sänger und ihrer Hinterbliebenen 1528 Mk. Die ganze! wird, ist die ganze Untersuchung als solche der Mühe nicht Exigenz von 24500 wurde ohne Debatte verwilligt. I werth. Redakt.) Posen, im März. (Privatmitth.) Am Schluffe des^ Aus Ungarn, 30. März. Die öffentlichen Blätter be- Schuljahres war das hiesige k. Mariengymnasium von 686 > richten: In DeutschLiptsch in Ungarn haben am Palmsonn- Schülern besucht, von welchen 372 katholisch, 173 evangelisch, tag wieder Exzeffe der Antisemiten stattgefunden. Mehrere 141 jüdisch waren; von den 248 Schülern des Progymnajüdische Einwohner wurden mißhandelt, ihre Häuser gestürmt siums waren 87 katholisch, 133 evangelisch und 78 jüdisch, und die Fenster zertrümmert. Anlaß zu den Exzeffen boten Die städtische Mittelschule zählte 643 Schüler, von denen die seit der Affaire von Tisza-Ezlar immer kurz vor Ostern landesüblich gewordenen Gerüchte von Blutmärchen, so hieß es, diesmal sei es einem in der benachbarten Ortschaft Körmös zum „Opfer" ausersehnen vierzehnjährigen Mädchen gelungen, zu entrinnen und die Anzeige zu erstatten. Diese Gerüchte verbreiteten sich auch in den umliegenden Ortschafen und führten Sonntag Abend zu den Exzeffen, zu deren Bewältigung Honoeds und Gendarmen requirirt wurden, welche die Ruhe herstellten. (Ungarn ist jetzt gegenwärttg die Brutstätte des aktiven Antisemitismus. Bon den Maßregeln, welche Tißa und sein Bruder in ihren Wahlreden wiederholt versprochen haben, ist noch keine verwirklicht worden: sie waren wohl nicht so ernst gemeint.) — Dem „P. Ll.„ wird aus Rosenberg geschrieben: „Die Paula Zoara scheint von anttsemitischer Seite zur Erdichtung der schamlosen Anklage verleitet worden zu sein. Die Voruntersuchung des Teplaer Stuhlrichters, die genügen- 357 evangelisch, 176 katholisch und 110 jüdisch; die Mäd chenabtheilung enthielt 498 Schülerinnen, worunter 267 evangelisch, 12 i. katholisch, 110 jüdisch. Mau sieht aus diesen Zahlen, daß die jüdische Jugend in der Schulbildung neben den anderen Cousessionen recht zahlreich vertreten ist, und daß hiernach die allgemeine und höhere Bildung unter den Juden immer mehr Raum gewinnen muß. LDestcrrelch-llngarn. Wien, 2. April. An den Reichstagsabgeordneten Rabbiner Er. Bloch ist aus Krakau folgende Mitthcilung gelangt: Der jüdische Bäckermeister, der im Bett'schen Hause in der Wolnice am 26. v. M. Osterbrod buk, trat während der Arbeit vor die Thüre, um ein wenig frische Luft zu schöpfen und sah, wie ein Mann und eine Frau, die ein Kind an der Hand führten, in das Nachbarhaus und dort in den Keller gingen Nach kurzer Zeit kamen sie wieder, aber — ohne Kind. Er! des Material zur Aufdeckung der Jntrigue enthält, ist heute stellte sie zur Rede, wo sie das Kind gelassen hätten; sie j an die hiesige Staatsanwaltschaft geleitet worden, von deren wurden verlegen und der Bäcker ließ, rasch entschloffen, die! energischer Intervention auch die Eruirung der Urheber er- Polizei holen, welche die Verhaftung der Beiden vornahm.! hofft wird. Antisemiten und Panslaven benützten die Fabeln, Man untersuchte den Keller und fand das Kind ermordet.! um in Lipcse eine Judcnhetze zu inszeniren. Das energische Krakau, 24. März. Die Blätter berichten von hier:! Einschreiten unserer Behörden, die allsogleich Honveds und Das hiesige städtisch delegirte Bezirksgericht hatte vom! Gendarmen konzenttirten, unterdrückte jedoch das Weiterver- Justizminister den Auftrag erhalten, demselben über die von breiten der Bewegung. Heute herrscht in Lipcse bereits volldem Abgeordneten Er. Bloch im Reichsrathe besprochene! kommene Ruhe. Das Militär wird aus Vorsicht bis nach Affaire bezüglich der Taufe des Judenmädchens Rachel den Oslerfeiertagen daselbst belasten. In allen übrigen Ort- Stieglitz ausführlichen Bericht zu erstatten. Deshalb wurde schäften des Comitats ist von anttsemitischen Unruhen oder Chiel Stieglitz, der Vater des Mädchens, heute vom Vorirgend welcher Aufregung keine Spur, und die Haltung der sicher des Bezirksgerichts vorgeladen und befragt, was er Bevölkerung eine musterhafte. (Chiel Stieglitz) mit den Nachforschungen nach seiner Tochter Frankreich, bezwecke, da dieselbe doch bereits getauft sei. Chiel Stieglitz erwiderte: „Mir ist es einerlei, ob meine Tochter getauft Paris, 3. April. (Privatmitth.) Da der Senat schließ, ist oder nicht. Ich kümmere mich nicht darum, ob sie Christin lich den Beschlüssen der Deputirtenkammer beigetreten, ist 16