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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-04-07 · Heft 15 (7.4.1885) · p. Seite 244

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 15 (7.4.1885)
Date
1885-04-07
Page
Seite 244 (sequence 12)
Language
German
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244 am Etat des israelitischen Cultus wieder hergestellt. Bei der dadurch nothwendigen abermaligen Verhandlung in der Deputirtenkammer hatte die Budgetcommisfion der letzteren beantragt, gegen den Beschluß des Senats bei dem ersten Votum zu bleiben, und die Kammer beschloß in dieser Weise. Die Position für das Personal des israelitischen Cultus wurde also abermals von Frcs. 170 900 auf Frcs. 158 900 herabgemindert, der Credit für das israelitische Seminar von Frcs. 32 000 auf 22 000 und die Position für die protestantischen und israelitischen Cultusgebäude von Frcs. 70000 auf Frcs. 40 000. Der an sich schon verhältnißmäßig geringe Etat für den protestantischen und israelitischen Cultus, also für die Minoritäten, ist somit sehr geschmälert und werden die französischen Israeliten sich hiernach einzurichten haben. Bon den Abgeordneten jüdischer Religion hat kein einziger das Wort ergriffen, um ein Wort des Protestes gegen dieses Verfahren einzulegen; für die Protestanten sprach wenigstens Waddington, wenn auch ohne Erfolg. Paris, 26. März. (Privatmitth.) Der Senat hat schließ' lich dem wiederholten Votum der Deputirtenkammer gemäß die Abstriche genehmigt, welche die Deputirtenkammer an den Etats der Culte vorgenommen. So haben denn die Stipendien der Zöglinge des Rabbinerseminars, die Gehälter der Rabbinen und die Restauration synagogaler Gebäude einen bedeutenden Theil der Hilfsquellen verloren, die ihnen bis jetzt zugetheilt waren. Die Arch. isr. fügen hinzu: „Es ist gewiß, daß der Dienst darunter leiden wird und wir wiffen noch nicht, in welcher Weise man diesen Verlust ausgleichen wird. Bei den Tendenzen, welche vorherrschen, ist es unmöglich, sich zu verhehlen, daß Frankreich auf die Trennung von Kirche und Staat losgeht, womit die Unterdrückung des ganzen Cultusbudgets verbunden wäre, und es ist wahrlich Zeit, daß man sich hierauf vorbereite." In der A. Z. d. I. halte, was der französischen Sprache in der betreff. Schule Schaden thäte. Man steht hieraus, wie sehr bei den Franzosen die Spionage auf Deutsche getrieben wird. Uebrigens bezieht die Alliance mehr Geld aus Deutschland als aus Frankreich und ist daher gar nicht befugt, bloß für die französische Sprache Propaganda zu machen. Hierzu kommt, daß an französischen jüdischen Lehrern und Lehrerinnen just kein Ueberfluß vorhanden, so daß die Alliance froh sein muß, wenn sie tüchtige Lehrkräfte erlangt. Endlich, wir wiffen sehr wohl, welche Schule jenes Pariser Blatt meint, und kann es sich beruhigen, denn es wird in derselben nur französisch unterrichtet. Rumänien. Bukarest, 18. März. Wir erhalten folgenden Artikel der »Neuen Bukarester Zeitung", der die Ueberschrift führt: »Der Henker von Bacau". „Als die „Times" vor einiger Zeit einen Artikel veröffentlichte, welcher eine drastische Schilderung der an den Juden in Darabani (District Darohoi) begangenen Grausamkeiten enthielt, erhob die „Jndependance roumaine" ein großes Geschrei, bezeichnete die Ausführungen des Cityblattes als Berläumdungen und forderte, daß die Regierung jenem Artikel ein geharnischtes Dementi entgegensetze. Der Schrei der Entrüstung, welchen die „Jndep. roum." ausgestoßen hatte, fand kurz darauf auch im Parlamente einen Wiederhall und der Senator Herr Gergely ließ es sich nicht nehmen, die Regierung bezüglich derselben Angelegenheit zu interpelliren, obschon man ihm vorher nahegelegt hatte, aus Opportunitätsgründen diese Interpellation lieber zu unterlaffen. Der Minister Herr Campineanu, dem die Aufgabe zustel, Herrn Gergely zu antworten, befand sich just in keiner sehr angenehmen Lage, denn die Vorgänge in Darabani waren ist dies schon seit Jahren vorausgesagt worden und haben ihm recht wohl bekannt, aber er konnte sich weder entschließen. wir nicht unterlaffen, unsre Glaubensgenoffen in Frankreich darauf aufmerksam zu machen. Tritt der Fall ein, so würde auch die ganze Consistorialverfaffung zusammenbrechen; denn einerseits giebt mit jener Trennung der Staat das Recht auf, irgend einer Glaubensgenoffenschaft eine Organisation aufzudrängen; andrerseits würden die freiwilligen Beiträge noch dazu bei der geringen Zahl der jüdischen Bevölkerung in Frankreich, nicht ausreichen, die Kosten der Consistorialverfaffung zu tragen. Hingegen zweifeln wir keinen Augenblick, daß die Kosten für Synagoge und Schule von unseren Glaubensgenoffen aus eigenen Mitteln werden beschafft werden, wie dies ja von jeher in anderen Ländern geschehen. die Thatsache zuzugesteheu, weil er begreiflicher Weise nicht dazu beitragen wollte, Rumänien in den Augen Europas zu discreditiren, noch mochte er dieselbe direct in Abrede stellen, um der „Times" keine Beranlaffung zu geben, auf die Angelegenheit zurückzukommen und etwa gar unwiderlegbare Beweise für die Richtigkeit ihrer Angaben beizubringen. Er zog sich daher in möglichst diplomatischer Weise aus der unangenehmen Affaire, wobei aber seine Rede immerhin den Eindruck zurückließ, als ob er selbst nicht an die Wahrheit der von dem Londoner Weltblatt erzählten Thatsachen glaubte und man darf wohl annehmen, daß die Mehrzahl der Bewohner Rumäniens ebenfalls überzeugt war und wohl noch Vielleicht ist die allmälige Abnahme des staatlichen Cultus-, ist, daß Affes auf Verleumdung beruhe, etats der beste Weg hierzu. — Ein Pariser Blatt macht der! Nun hat sich kürzlich abermals ein Fall ereignet, der Alliance isr. univ. einen Borwurf daraus, daß sie in einer so empörend ist, daß sich die Feder sträubt, denselben niedererer orientfllischen Schulen zwei deutsche Lehrerinnen unterzuschreiben. Der Sachverhalt ist folgender:

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