Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 14 (31.3.1885)
- Date
- 1885-03-31
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ligionsfreiheit enthalten, welche die Radikalen oft genug mißj der Juden Aufnahme finden sollen, achten. Wenn es Communalfriedhöfe giebt, durch welche etwaigen Mißbräuchen vorgebeugt wird, kann es Niemanden beeinträchtigen, wenn jede Confession auf eigene Kosten ihre eigenen Friedhöfe hält. Rußland. Tnrek (Polen), 6. März. (Privatmitth.) werden von den Beamten die sog. „Jgnatiewschen temporären . Präsident des Ministeriums geworden. Da wird er noch Maßregelnausgeführt, und man fährt fort, die Juden mit Weniger Zeit haben, die Arbeiten der Judencommisfion zu Der Kijewer antisemitische Universitätsconseil kam mit einem Gesuch beim Ministerium der Bolksaufklärung ein, die Anzahl der jüdischen Stipendiaten an der dortigen medicinischen Facultät nach dem Beispiel der Petersburger „Militärischen medico-chirurgischen Akademieauf 5 Procent zu beschränken. Dieses Gesuch wurde der „Judencommission" übergeben. Der Borfitzende Neuerdings derselben, Graf von Pahlen, ist inzwischen interimistischer den härtesten Beschränkungen sich der Pöbel veranlaßt, die Neuem in Scene zu setzen. Wie bekannt, steht bei den Verfolgungen der Juden die Kijewer Beamtenwelt vorne an. So wurden der „Hazefira" zufolge aus Kijew, mit Gezu verfolgen. Dadurch fühlt fördern. Unterdessen wird lokal reglementirt und drangsalirt. vorjährigen Judenhetzen von —Bei dem jüngst in Kiew stattgefundenen 50jährigenUniversitäts - Jubiläum ereignete sich ein blutiger Studenten- Tumult, der erst nach 7 Stunden vom Militär unterdrückt werden konnte. Daran hatten die Juden notorisch nicht im nehmigung des Senats, sämmtliche jüdische Schächter und Geringsten theilgenommen; trotzdem versuchten die antisemi- Fleischer ausgewiesen, weil ihr Fach nicht mehr, wie bisher, als Profession anerkannt wird. — Die Polizeihauptmannschaft in Petersburg erließ abermals zwei die Juden be-> treffende Circulare. Das eine macht den Revieraufsehern tischen Professoren, um die Juden von der Universität loszuwerden, sie in die Anklage hineinzuziehen. Da aber die Juden vor Gericht als Nicht-Tumultuanten anerkannt wurden, so wurden sie nur verhältnißmäßig gering bestraft — zur strengsten Pflicht, darüber zu wachen, daß kein jüdischer! nämlich mit der Entfernung von der Kiewer Universität auf Handwerker sich in ihrem Rayon niederlasse, welcher schon ein Jahr, mit der Berechtigung, in eine andere russische ein Mal wegen Nichtbeschäftigung mit seinem Fache aus der Universität einzutreten. Als die jüdischen Studenten, 70 an Stadt ausgewiesen wurde. Das andere Circular verbietet, der Zahl, mit einem Gesuch, dieses Urtheil betreffend, sich jüdische Patienten in die Krankenhäuser und Kliniken aufzu-! an das Ministerium der Volksaufklärung und des Innern nehmen, welche nicht das Aufenthaltsrecht in der Residenz i wandten, erhielt der Universitätsconseil einen Allerhöchsten laut Verfügung des Finanzministeriums haben. Dieses Pharao-1 Befehl, die Juden sofort ohne Weiteres wieder in die Kiewer nische Circular wird unzähligen jüdischen Leidenden, welche nach! Universität aufzunehmen. Dies wurde von den gelehrten der Residenz kommen, um medicinische Hülfe zu suchen, zum l Herren Antisemiten in Kiew in ihren antisemitischen Zeitun- Unheil gereichen. — Auch der Gouverneur des Gouv. Ka- > gen als himmelschreiendes Unrecht beklagt. — Aus dem lisch hat jüngst eine Bestimmung der „temporären Bor- Bezirk Pultawa wird dem „Hamelitz" berichtet, es solle schriften" wieder wach gerufen, die zur Illustration der anderen! dort jede Stadt, in der kein Stadthaus ist, als Dorf andienen mag. Er untersagte in seinem Gouvernement den! gesehen werden — d. h. die Juden sollen daraus vertrieben Juden, sich mit dem regelmäßigen Fährverkehr mit Omni-! werden. — Die „Gazetta Warschawska* (Warschauer Zeibuffen zu befassen, weil sie den Posten Concurrenz machten, z tung) ist in größten Nöthen. Die gut unterrichtete „Hazefira" Bei Uebertretungen sollen Pferde und Omnibus confiscirt! schreibt darüber Folgendes. Sie hat Eduard von Hartmann's und die Juden mit Strafen von 10 bis 100 Rubeln belegt werden. Diese neue Anordnung hat viele jüdische Familien ruinirt, in Tnrek allein drei. - In der Universitätsstadt Dorpat fand ein Judenkrawall statt, welcher beträchtlichen Schaden anrichtete und nur durch energisches Einschreiten Buch über die Judenfrage in großen Auszügen übersetzt, hat ihn als den größten Philosophen dieses Jahrhunderts ihren Lesern vorgestellt und seine Autorität als maßgebend bezeichnet. Da erscheint jüngst Hartmann's Artikel gegen den Katholicismus. Alle polnischen Blätter speien Gift und Galle der Polizei unterdrückt wurde. — Auch in Wilkomir (Gouv.-gegen Hartmann. Der „Gazetta Waschawska" bleibt vor Kowno) fand eine grauenhafte Judenhetze statt, wobei ein! Wuth das Wort in der Feder stecken, denn sie muß ihren Jude getödtet und unzählige schwer verwundet wurden. neuesten Herrgott zu den Culturkämpfern werfen. Dabei dauert die Ausschließung der jüdischen Jugend von> Moses Feinkind, höherer Bildung und die Beschränkung in der Theilnahme; ■ - " an der communalenSelbstverwaltung fort. Erst neulich wurde Bonn, 22. März. (Notizen.) Der Schwadronchef dem Reichsrath zur Genehmigung ein Projekt einer neuen höheren Lehranstalt für Telegraphen-Beamte in Petersburg vorgelegt, in der Schüler aller Confesfionen mit Ausschließung im Generalstabe Michel Levy ist durch Dekret des Kriegsministers zum Oberstlieutenant befördert worden. Abermals ein Beispiel unter vielen, wie in der französischen Armee da? 14*